Ein­tracht: Hüt­ter folgt auf Ko­vac

Trai­ner kommt von den Young Boys Bern

Leipziger Volkszeitung - - SPORT -

FRANK­FURT. Wo­chen­lang hat sich Ein­tracht Frank­furt bei der Trai­ner­su­che nicht in die Kar­ten gu­cken las­sen. Sport­vor­stand Fre­di Bo­bic hielt sich an Ab­spra­chen und hat die heik­le An­ge­le­gen­heit se­ri­ös be­han­delt. Noch am Di­ens­tag mel­de­ten ei­ni­ge Por­ta­le, dass Sla­ven Bi­lic zur Ein­tracht kom­men wird. Drei Ta­ge vor dem Dfb-po­kal-fi­na­le ge­gen Bay­ern Mün­chen ist der Nach­fol­ger für Ni­ko Ko­vac be­kannt ge­ge­ben wor­den – zur Über­ra­schung vie­ler. Adolf „Adi“Hüt­ter vom Schwei­zer Meis­ter Young Boys Bern wird künf­tig die sport­li­chen Ge­schi­cke bei den Hes­sen lei­ten. Er un­ter­schrieb ei­nen Ver­trag bis zum 30. Ju­ni 2021.

„Adi ist ein ech­ter Fuß­ball­fach­mann, der die­sen Sport durch und durch lebt. Sei­ne Vi­ta ist be­ein­dru­ckend, denn er hat nach­hal­tig bei meh­re­ren Klubs be­wie­sen, dass er mit har­ter Ar­beit auch aus ge­rin­gen Mög­lich­kei­ten das Op­ti­mum her­aus­ho­len kann. Er passt da­her per­fekt zu un­se­rem Klub“, sag­te Sport­vor­stand Bo­bic.

Seit der Wech­sel von

Ko­vac zum FC Bay­ern Mit­te April be­kannt wur­de, lief die Su­che nach ei­nem ge­eig­ne­ten Nach­fol­ger bei den Hes­sen auf Hoch­tou­ren. Um die not­wen­di­gen Ge­sprä­che in Ru­he füh­ren zu kön­nen, wur­den im­mer wie­der an­de­re Na­men von Kan­di­da­ten ge­streut. Sla­ven Bi­lic, Mar­kus Wein­zierl (bei­de ver­eins­los), Da­vid Wa­gner (Hud­ders­field Town), Ralph Ha­sen­hüttl (zu­letzt RB Leip­zig), Mar­co Ro­se (RB Salz­burg) oder Da­ni­el Far­ke (Nor­wich Ci­ty) wur­den in den Me­di­en als Fa­vo­ri­ten auf die Ko­vac-nach­fol­ge ge­han­delt – kei­ner von ih­nen wird es.

Statt­des­sen kommt Hüt­ter, der Bern in die­ser Sai­son zur ers­ten Schwei­zer Meis­ter­schaft seit 32 Jah­ren ge­führt hat und im Po­kal­fi­na­le am 27. Mai so­gar das Dou­ble per­fekt ma­chen kann. Da der Ös­ter­rei­cher noch bis 2019 ver­trag­lich an die Ber­ner ge­bun­den war, muss die Ein­tracht ei­ne Ab­lö­se­sum­me zah­len. Die Mil­lio­nen-ein­nah­men aus dem Po­kal-end­spiel kom­men da ge­ra­de recht.

Bo­bic er­klär­te, dass auch der neue Trai­ner „ein Ar­bei­ter“sein und für das „Mul­ti­kul­ti die­ser Stadt“und des Ein­tracht-teams ste­hen soll. „Es wird im­mer ein an­de­rer Typ sein, der sei­ne ei­ge­ne No­te ein­bringt“, sag­te der 46-Jäh­ri­ge. Er führ­te ei­ni­ge Ge­sprä­che, „aber Adi war im­mer vor­ne da­bei und un­se­re kon­struk­ti­ven Ge­sprä­che sind letzt­end­lich zu ei­nem gu­ten Er­geb­nis ge­kom­men“.

Hüt­ter passt ins Pro­fil. Schon in Bern form­te er Spie­ler aus vie­len Na­tio­nen zu ei­ner sport­lich er­folg­rei­chen Ein­heit. „Die­se vie­len ver­schie­de­nen Cha­rak­te­re un­ter ei­nen Hut zu brin­gen, das war ei­ne Her­aus­for­de­rung und hat mich rei­fen las­sen“, sag­te er dem „Ku­ri­er“ein­mal über sei­ne Ar­beit. Glei­ches muss er nun in Frank­furt voll­brin­gen – ähn­lich wie Ko­vac in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren. Bei der SGE spie­len vie­le Spie­ler ver­schie­de­ner Na­tio­nen. Auch im Som­mer wer­den wohl wie­der ein paar Wech­sel im Ka­der statt­fin­den. Für den Vor­arl­ber­ger gibt es al­so ge­nug zu tun.

Hüt­ter steht zu­dem da­für, stets nach Er­fol­gen zu stre­ben. Nach dem Dou­ble mit RB Salz­burg 2015 ging er frei­wil­lig, weil er sich nicht da­mit ab­fin­den woll­te, im­mer die bes­ten Spie­ler ab­ge­ben zu müs­sen. „Ich se­he mich nicht als Aus­bil­dungs­trai­ner“, sag­te er da­mals und rich­te­te sei­ne Kri­tik auch an RB Leip­zig.

Hüt­ter eilt al­ler­dings der Ruf vor­aus, Ta­len­te zu för­dern. Und er lässt sei­ne Teams of­fen­siv spie­len. Un­ter ihm pres­sen die Mann­schaf­ten ex­trem nach vorn. Aus der Schweiz heißt es: Es wird noch of­fen­si­ver als Bo­rus­sia Dort­mund un­ter Pe­ter Bosz oder Bay­er Le­ver­ku­sen un­ter Ro­ger Schmidt. Das sind kei­ne schlech­ten Vor­aus­set­zun­gen da­für, dass die Ein­tracht auch künf­tig at­trak­ti­ven Fuß­ball spie­len wird.

„Mit dem Wech­sel zu Ein­tracht Frank­furt geht für mich ein Traum in Er­fül­lung. Als Spie­ler blieb mir die Bun­des­li­ga ver­wehrt, ob­wohl ich ein­mal ein An­ge­bot hat­te. Als Trai­ner hat­te ich be­reits das ei­ne oder an­de­re An­ge­bot aus der Bun­des­li­ga aus­ge­schla­gen. Aber nun freue ich mich um­so mehr dar­auf, in der Li­ga des Welt­meis­ters tä­tig sein zu kön­nen“, sag­te der neue Trai­ner.

Neu in Frank­furt: Adi Hüt­ter.

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