Titz ist die Trainer­zu­kunft des HSV

Die Ham­bur­ger bau­en trotz Ab­stieg auf ih­ren Er­folgs­trai­ner der ver­gan­ge­nen Wo­chen – Zwei­jah­res­ver­trag für den 47-Jäh­ri­gen

Leipziger Volkszeitung - - SPORT -

HAM­BURG. Mit der Un­ter­schrift un­ter ei­nen Zwei­jah­res­ver­trag hat Trai­ne­r­ent­de­ckung Chris­ti­an Titz sei­nen Job als Pro­jekt­lei­ter Wie­der­auf­stieg beim HSV nun auch of­fi­zi­ell an­ge­tre­ten. Trotz des ers­ten Ab­stur­zes aus der Fuß­ball-bun­des­li­ga schenkt der Tra­di­ti­ons­klub dem bis­he­ri­gen U21-er­folgs­coach wei­ter das Ver­trau­en, weil er die Hsv-ver­ant­wort­li­chen kom­plett über­zeugt hat.

„Chris­ti­an Titz hat in den ver­gan­ge­nen Wo­chen und Mo­na­ten mit sei­ner in­halt­lich ge­präg­ten Ar­beit be­wie­sen, dass er der rich­ti­ge Mann für un­se­re sport­li­che Neu­aus­rich­tung ist“, sagt Vor­stand Frank Wett­stein am Mitt­woch über den 47 Jah­re al­ten Coach, der mit 13 Punk­ten aus den letz­ten acht Spie­len den Hsv-ab­sturz fast noch ver­hin­dert hät­te. „Titz hat in den VFL Wolfs­burg ge­gen Hol­stein Kiel Do., 20.30 Uhr, li­ve im Eu­ro­sport Play­er ver­gan­ge­nen Wo­chen ei­nen sehr gu­ten Ein­druck ge­macht. Ich glau­be, dass er der Rich­ti­ge für den HSV ist“, sag­te Ver­ein­si­ko­ne Uwe See­ler der „Sport Bild“.

„Ich füh­le mich wohl in Ham­burg und beim HSV und ha­be im­mer ge­sagt, dass ich mir auch ein En­ga­ge­ment über die­se Sai­son hin­aus sehr gut vor­stel­len könn­te“, sag­te Titz. „Wir al­le wis­sen, dass uns jetzt nach dem Bun­des­li­ga-ab­stieg gro­ße Her­aus­for­de­run­gen in der 2. Bun­des­li­ga er­war­ten. Die­sen Auf­ga­ben gilt ab so­fort un­ser gan­zer Fo­kus.“

Im Eil­ver­fah­ren hat Titz (Punk­te­schnitt 1,62) dem HSV ein at­trak­ti­ves und vor al­lem er­folg­rei­che­res Spiel­sys­tem als die Vor­gän­ger Mar­kus Gis­dol (0,79) und Bernd Hol­ler­bach (0,43) ver­passt. Zu­dem setzt er kon­se­quent auf den Nach­wuchs: Ta­len­te wie Tats­u­ya Ito, Mat­ti St­ein­mann, Gi­de­on Jung und Ju­li­an Pol­lers­beck zähl­ten zu­letzt zu den Leis­tungs­trä­gern. Titz ist der Mann der Er­neue­rung beim HSV. Er lässt Fuß­ball spie­len statt Fuß­ball kämp­fen, er baut auf die Ju­gend wie kei­ner sei­ner Vor­gän­ger. „Ich bin ein Trai­ner, der für ei­ne ei­ge­ne Spiel­idee steht. Wir müs­sen das Spiel mit dem Ball vor­an­trei­ben und Lö­sun­gen fin­den, wie wir in der Of­fen­si­ve mehr zum Er­folg kom­men kön­nen“, sag­te Titz.

In acht Wo­chen än­der­te er na­he­zu al­les in der ver­un­si­cher­ten und oft de­so­la­ten Trup­pe. Der Fuß­ball-fach­mann ist nicht nur ein glän­zen­der Theo­re­ti­ker, der meh­re­re Bü­cher über Schuss­tech­ni­ken, Drib­beln, Fin­ten und Zwei­kampf­ver­hal­ten ge­schrie­ben hat. Er zeigt sich auch als Mann der Pra­xis, der weiß, wie man den Pro­fis den Weg zum Tor weist. Er­staun­lich, dass sich sei­ne Fä­hig­kei­ten zu­vor nie bis zum Pro­fi­be­reich her­um­ge­spro­chen hat­ten. Titz be­treu­te Ju­gend- so­wie viert­bis fünft­klas­si­ge Re­gio­nal­li­ga- und Ober­li­ga-mann­schaf­ten.

Der sym­pa­thi­sche Coach hat es auch ge­schafft, die schon ver­lo­ren ge­glaub­te An­hän­ger­schaft und das Um­feld wie­der hin­ter sich und sein Team zu brin­gen. Das hat so­gar den mäch­ti­gen Auf­sichts­rats­chef Bernd Hoff­mann über­zeugt, der lan­ge ei­ne gro­ße und da­mit teu­re Trainerlö­sung be­vor­zugt ha­ben soll. Die­sen in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit oft ge­mach­ten Feh­ler woll­ten Vor­stand Wett­stein und Sport­di­rek­tor Bern­hard Pe­ters, der größ­te För­de­rer des Trai­ners im Ver­ein, aber nicht wie­der­ho­len.

Denn bei­de wis­sen: Titz ist ei­ner der we­ni­gen Ge­win­ner beim künf­ti­gen Zweit­li­gis­ten aus der Han­se­stadt.

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Will mit Kiel auf­stei­gen: Mar­kus An­fang.

Fo­to: dpa

End­lich un­ter­schrie­ben: Chris­ti­an Titz bleibt beim HSV.

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