„Un­an­fecht­ba­re Tat­sa­chen­ent­schei­dun­gen“: Re­le­ga­ti­on für Aue

Leipziger Volkszeitung - - SPORT - Eric Do­bi­as

FRANK­FURT/AUE. FC Erz­ge­bir­ge Aue muss in die Re­le­ga­ti­on. Das Sport­ge­richt des Deut­schen Fuß­ball-bun­des (DFB) hat den Ein­spruch des ab­stiegs­be­droh­ten Zweit­li­gis­ten ge­gen die Wer­tung der Par­tie beim SV Darm­stadt 98 ab­ge­lehnt. Da­mit bleibt das 0:1 der Sach­sen am letz­ten Spiel­tag be­ste­hen – und sie müs­sen im Kampf um den Klas­sen­ver­bleib die bei­den Re­le­ga­ti­ons­spie­le ge­gen den Dritt­li­ga-drit­ten Karls­ru­her SC be­strei­ten.

„Die Ent­schei­dun­gen des Schieds­rich­ters sind als un­an­fecht­ba­re Tat­sa­chen­ent­schei­dun­gen zu wer­ten“, er­klär­te der Sport­ge­richts-vor­sit­zen­de Hans E. Lo­renz. Zu­dem ist der Ver­dacht ei­ner vor­sätz­li­chen Spiel­ma­ni­pu­la­ti­on aus der Luft ge­grif­fen und nicht an­satz­wei­se nach­ge­wie­sen.“Der vom DFB be­auf­trag­te Di­enst­leis­ter „Spor­tra­dar“hat­te mit­ge­teilt, dass nach Ana­ly­se des na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Mark­tes kei­ne Auf­fäl­lig­kei­ten bei Wet­ten auf die Zweit­li­ga-par­tie fest­ge­stellt wer­den konn­ten. Aue muss mor­gen beim KSC und am Di­ens­tag da­heim um den Klas­sen­er­halt kämp­fen – bei­de Spie­le be­gin­nen 18.15 Uhr und wer­den li­ve im ZDF ge­zeigt.

Als Grund für den Wi­der­spruch hat­ten die Erz­ge­bir­ger drei ekla­tan­te Fehl­ent­schei­dun­gen durch das Schieds­rich­ter­team un­ter der Lei­tung von Sö­ren Storks an­ge­ge­ben. Die Sach­sen hat­ten ih­ren Ein­spruch be­grün­det, dass das Nicht-an­er­ken­nen ei­nes ei­gent­lich re­gu­lä­ren To­res in der 4. Mi­nu­te ei­nen Re­gel­ver­stoß des Schieds­rich­ters dar­stel­le. Storks hat­te über­se­hen, dass Ca­lo­ge­ro Riz­zu­tos Schuss erst deut­lich hin­ter der Tor­li­nie ge­klärt wur­de.

Au­ßer­dem ver­wei­ger­te der Re­fe­ree den Gäs­ten wohl ei­nen kla­ren Hand­elf­me­ter so­wie ei­nen Foul­elf­me­ter. Bei ei­nem Sieg von Aue hät­te auch Darm­stadt ab­stei­gen oder auf den Re­le­ga­ti­ons­platz fal­len kön­nen. Aus Sicht des Ver­eins dräng­te sich zu­min­dest der Ver­dacht ei­ner Spiel­ma­ni­pu­la­ti­on auf. Ak­tu­ell lau­fen noch Er­mitt­lun­gen des Dfb-kon­troll­aus­schus­ses ge­gen Ver­eins­prä­si­dent Hel­ge Le­on­hardt „we­gen ver­schie­de­ner Äu­ße­run­gen“. Er hat­te da­von ge­spro­chen, dass sein Ver­ein ver­schau­kelt wor­den sei und er nicht wis­se, „ob fahr­läs­sig oder vor­sätz­lich“.

Dfb-schieds­rich­ter­chef Lutz Micha­el Fröh­lich hat­te die­se Vor­wür­fe ve­he­ment zu­rück­ge­wie­sen. Das Spiel sei aus Schieds­rich­ter­sicht nicht gut ge­lau­fen. Aber Feh­ler könn­ten pas­sie­ren und sei­en mensch­lich.

Auf ei­nem wei­te­ren Ne­ben­schau­platz hat­te To­bi­as An­drä, Mit­glied des Stadt­rats der Gro­ßen Kreis­stadt Aue, Straf­an­zei­ge ge­gen Re­fe­ree Storks we­gen des Ver­dachts des Be­tru­ges ge­stellt. Zu­dem hat­te er vom DFB dis­zi­pli­na­ri­sche Maß­nah­men ge­gen Storks ge­for­dert. Dfb-vi­ze­prä­si­dent Ron­da­mit ny Zim­mer­mann hat die nach der Par­tie ge­stell­te Straf­an­zei­ge ge­gen Schieds­rich­ter Sö­ren Storks scharf kri­ti­siert. „Ir­gend­wo hört der Spaß auf. Je­man­den mit ei­ner Straf­an­zei­ge zu über­zie­hen, nur weil er im Sport ei­nen Feh­ler ge­macht hat – da ist mein Ver­ständ­nis am En­de.“Das par­tei­lo­se Au­er Stadt­rats­mit­glied To­bi­as An­drä hat­te am Mon­tag ei­ne Straf­an­zei­ge we­gen des Ver­dachts des Be­tru­ges bei der Darm­städ­ter Staats­an­walt­schaft ge­stellt. Zim­mer­mann sag­te da­zu: „Ich weiß nicht, ob der Stadt­rat auch auf die Idee ge­kom­men wä­re, den ei­ge­nen Stür­mer an­zu­zei­gen, wenn Aue ei­nen Elf­me­ter ver­schos­sen hät­te.“

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