Bun­des­wehr­sol­dat muss acht Jah­re in Haft

Zwei­tes Ur­teil im Frei­bur­ger Miss­brauchs­fall – 50-Jäh­ri­ger hat ge­stan­den, ei­nen Jun­gen ver­ge­wal­tigt zu ha­ben

Leipziger Volkszeitung - - AUS ALLER WELT - VON JÜR­GEN RUF

FREI­BURG. Im deutsch­land­weit Auf­se­hen er­re­gen­den Fall ei­nes viel­fach miss­brauch­ten Jun­gen im Raum Frei­burg ist ein Bun­des­wehr­sol­dat zu acht Jah­ren Haft ver­ur­teilt wor­den. Zu­dem ord­ne­te das Land­ge­richt am Mitt­woch die Zah­lung von 12 500 Eu­ro Schmer­zens­geld an, das Kind, ei­nen heu­te neun Jah­re al­ter Jun­ge aus St­au­fen. Auf Si­che­rungs­ver­wah­rung, wie sie die Staats­an­walt­schaft und die Ver­tre­te­rin der Ne­ben­kla­ge ge­for­dert hat­ten, ver­zich­te­te das Ge­richt. Es feh­le die recht­li­che Grund­la­ge für die­se Maß­nah­me, sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter.

Der 50-jäh­ri­ge Sol­dat hat ge­stan­den, den Jun­gen im ver­gan­ge­nen Jahr zwei­mal ver­ge­wal­tigt und da­für Geld ge­zahlt zu ha­ben. Die Mut­ter des Jun­gen und der Stief­va­ter, bei­de Deut­sche, sei­en da­bei ge­we­sen. Auch sie miss­brauch­ten das Kind, wie das Ge­richt fest­stell­te. Die Ta­ten wur­den ge­filmt und die Fil­me an an­de­re wei­ter­ge­lei­tet.

Es ist das zwei­te Ur­teil in dem Miss­brauchs­fall, der vor vier Mo­na­ten be­kannt wur­de. Wei­te­re Pro­zes­se fol­gen. Ins­ge­samt gibt es acht Tat­ver­däch­ti­ge, je­der ist ein­zeln an­ge­klagt.

Der Jun­ge war mehr als zwei Jah­re lang im In­ter­net an­ge­bo­ten und Män­nern ge­gen Geld für Ver­ge­wal­ti­gun­gen über­las­sen wor­den. Sei­ne Mut­ter (48) und ihr Le­bens­ge­fähr­te (39) sol­len da­für verant- wort­lich sein. Der Pro­zess ge­gen sie be­ginnt am 11. Ju­ni in Frei­burg.

Im Pro­zess ge­gen den Sol­da­ten hat­te die Staats­an­wäl­tin zwölf Jah­re Haft und an­schlie­ßen­de Si­che­rungs­ver­wah­rung ge­for­dert, der Ver­tei­di­ger vier Jah­re Haft oh­ne Si­che­rungs­ver­wah­rung. Das Ur­teil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Die am Pro­zess Be­tei­lig­ten ha­ben nun ei­ne Wo­che Zeit, Re­vi­si­on ein­zu­le­gen.

Ver­ur­teilt wur­de der nicht vor­be­straf­te Deut­sche we­gen schwe­ren se­xu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern, Ver­ge­wal­ti­gung, Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und we­gen des Be­sit­zes von Kin­der­por­no­gra­fie.

Vor ei­nem Mo­nat hat­te das Frei­bur­ger Land­ge­richt ei­nen 41-jäh­ri­gen deut­schen Ge­le­gen­heits­ar­bei­ter zu zehn Jah­ren Haft mit an­schlie­ßen­der Si­che­rungs­ver­wah­rung ver­ur­teilt. Es war das ers­te Ur­teil in dem Fall.

Fest­ge­nom­men wur­de der Sol­dat im Ok­to­ber in sei­ner Ka­ser­ne der deutsch­fran­zö­si­schen Bri­ga­de in Ill­kirch-graf­fen­sta­den bei Straß­burg im El­sass. Er sitzt seit­her, wie al­le Ver­däch­ti­gen, in Un­ter­su­chungs­haft. Nach An­ga­ben des Hee­res ist er vor­läu­fig des Di­ens­tes ent­ho­ben.

Fo­to: dpa

Der we­gen Kin­des­miss­brauchs An­ge­klag­te ver­steck­te ges­tern im Land­ge­richt sein Ge­sicht hin­ter ei­nem Ak­ten­ord­ner.

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