Wird Leip­zig Stand­ort für Flug­zeug­bau?

Are­al am Air­port ist als Pro­duk­ti­ons­stät­te im Ge­spräch

Leipziger Volkszeitung - - ERSTE SEITE - VON MAR­TIN PELZL

BRE­MEN/LEIP­ZIG. Leip­zig hat of­fen­bar gu­te Chan­cen, ei­nen Flug­zeug­bau­er an­zu­sie­deln. Wie der „We­ser-ku­ri­er“aus Bre­men schreibt, un­ter­sucht die Fir­ma 328 Sup­port Ser­vice aus dem baye­ri­schen Wess­ling, das die Rech­te an der Kurz­stre­cken­ma­schi­ne Dor­nier 328 hält, meh­re­re deut­sche Stand­or­te für den Auf­bau ei­ner Pro­duk­ti­ons­stät­te. Die Ent­schei­dung soll of­fen­bar zwi­schen Bre­men und Leip­zig fal­len. Laut „We­ser-ku­ri­er“hat Leip­zig der­zeit die Na­se vorn. Ei­ne An­sied­lung könn­te 300 Jobs in der Mon­ta­ge und wei­te­re Ar­beits­plät­ze in Lo­gis­tik und Ver­wal­tung brin­gen. Dem­nach ge­hört zu den wich­tigs­ten Kri­te­ri­en ei­ne Ge­wer­be­flä­che in Flug­ha­fen­nä­he. Noch in die­sem Jahr soll die Ent­schei­dung von Fer­ti­gungs­lei­ter Ni­co Ne­u­mann ge­trof­fen wer­den – mit ei­ner Ten­denz für Leip­zig.

Die Dor­nier 328 ist das bis­lang letz­te Ver­kehrs­flug­zeug, das von ei­ner deut­schen Fir­ma – der Dor­nier Luft­fahrt Gm­bh – kom­plett in Ei­gen­re­gie ent­wi­ckelt wur­de. Am baye­ri­schen Stand­ort Ober­pfaf­fen­ho­fen ent­stan­den ins­ge­samt 217 Ma­schi­nen. Das vor­läu­fi­ge Aus für die Dor­nier 328 kam 2005. Da­mals über­nahm die Fir­ma 328 Sup­port Ser­vices das Ty­pen­zer­ti­fi­kat.

BRE­MEN/LEIP­ZIG. Kommt nach dem Fahr­zeug­nun der Flug­zeug­bau nach Leip­zig? Die Chan­cen ste­hen of­fen­bar nicht schlecht. Wie der in Bre­men er­schei­nen­de „We­ser-ku­ri­er“be­rich­tet, prüft ein süd­deut­sches Un­ter­neh­men ak­tu­ell be­son­ders die Stand­or­te Bre­men und Leip­zig als Stand­ort für den Auf­bau ei­ner Pro­duk­ti­ons­stät­te. Die Ent­schei­dung soll dem Ver­neh­men nach zwi­schen die­sen bei­den Städ­ten fal­len – mit ei­nem Vor­teil für den hie­si­gen Air­port. 300 Ar­beits­plät­ze könn­te die An­sied­lung al­lein in der Pro­duk­ti­on brin­gen, wei­te­re in der Ver­wal­tung und in der Lo­gis­tik. Beim Flug­ha­fen Leip­zig/hal­le hielt man sich ges­tern Abend auf LVZAn­fra­ge be­deckt. „Ich kann da­zu zum jet­zi­gen Zeit­punkt nichts sa­gen“, so Air­por­tSpre­cher Uwe Schuh­art.

„Die Wür­fel wer­den noch in die­sem Jahr fal­len“, so zi­tiert der „We­ser-ku­ri­er“Fer­ti­gungs­lei­ter Ni­co Ne­u­mann. Die­ser ha­be zu­dem be­stä­tigt, dass Bre­men und Leip­zig als Fi­na­lis­ten in die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung ge­hen – al­ler­dings mit ei­ner Ten­denz für Leip­zig. Bre­men ha­be der Fir­ma 328 Sup­port Ser­vices aus dem baye­ri­schen Wes­se­ling ge­for­der­te Flä­chen in Flug­ha­fen­nä­he an­ge­bo­ten, auf der drei Han­gars ent­ste­hen könn­ten – der größ­te für die ei­gent­li­che Pro­duk­ti­on auf 15 000 Qua­drat­me­tern. Die bei­den an­de­ren Flug­zeug­hal­len sol­len für die La­ckie­re­rei und die End­ab­nah­me ge­nutzt wer­den. In Schkeuditz wird be­kannt­lich vom Air­port ein fast bis ans Vor­feld rei­chen­der Ge­wer­be­park im Süd­teil er­schlos­sen, der in et­wa 60 Hekt­ar um­fas­sen wird – Platz ge­nug für solch ei­ne An­sied­lung.

328 Sup­port Ser­vices rech­net sich of­fen­bar für klei­ne­re Re­gio­nal­flug­zeu­ge mit rund 30 Sit­zen wie­der Markt­chan­cen aus, nach­dem die Pro­duk­ti­on 2005 nach über 200 Ma­schi­nen mit Dü­sen- oder Pro­pel­ler­an­trieb vom da­ma­li­gen Be­sit­zer Dor­nier Luft­fahrt Gm­bh ein­ge­stellt wur­de. Al­ler­dings: Laut „Han­dels­blatt“gab es 2015 be­reits ei­nen Ver­such, der Dor­nier 328 in der Tür­kei wie­der Le­ben ein­zu­hau­chen. Die Plä­ne soll es noch ge­ben, neue Flie­ger wur­den dort aber nicht ge­baut.

Fo­to: dpa

Die Dor­nier 328 soll wie­der ge­baut wer­den – wo­mög­lich in Leip­zig.

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