Sach­sen for­dert mehr Per­so­nal für Asyl­be­hör­de

In­nen­mi­nis­ter Wöl­ler kri­ti­siert die Qua­li­tät der Be­schei­de

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

DRES­DEN. Sach­sen pocht wei­ter auf mehr Per­so­nal in sei­nen Au­ßen­stel­len des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf). Ei­ne ge­naue Zahl zu­sätz­lich be­nö­tig­ter Mit­ar­bei­ter nennt In­nen­mi­nis­ter Ro­land Wöl­ler (CDU) al­ler­dings nicht. „Nicht erst seit dem Skan­dal in Bre­men ist klar, dass das Amt völ­lig über­for­dert ist, dass die Struk­tu­ren er­neu­ert wer­den müs­sen, dass sie qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal brau­chen“, sag­te er ges­tern dem Ra­dio­sen­der „MDR Ak­tu­ell“. Man sei sich mit Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) ei­nig, dass ei­ne Ver­stär­kung kom­men müs­se. Die­se sei auch zu­ge­sagt wor­den. Mehr Per­so­nal kann nur der Bund zu­wei­sen.

Sach­sens Res­sort­chef Wöl­ler kri­ti­siert, dass ge­gen mehr als die Hälf­te der Asyl­be­schei­de er­folg­reich ge­klagt wird und zielt mit sei­ner For­de­rung auf die Qua­li­tät der Be­schei­de ab. Ein wich­ti­ges Si­gnal sei, dass die Ar­beits­ver­trä­ge der Bam­fMit­ar­bei­ter ent­fris­tet wer­den sol­len. Im­mer wie­der neue Leu­te an­zu­ler­nen, ha­be die Asyl­ver­fah­ren ver­zö­gert.

Laut dem säch­si­schem In­nen­mi­nis­te­ri­um le­ben der­zeit im Frei­staat 11 737 Men­schen, die zur Aus­rei­se ver­pflich­tet sind. Die meis­ten stam­men aus In­di­en, Russ­land, Pa­kis­tan und Af­gha­nis­tan. Knapp 6000 Per­so­nen wer­den we­gen feh­len­der Rei­se­do­ku­men­te ge­dul­det. In den ers­ten vier Mo­na­ten die­ses Jah­res er­folg­ten 600 Ab­schie­bun­gen be­zie­hungs­wei­se über­wach­te Aus­rei­sen.

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