Bloß nicht den Über­blick ver­lie­ren

Mit dem Be­ginn des Stu­di­ums kom­men vie­le Kos­ten auf jun­ge Men­schen zu – wir hel­fen bei der Ori­en­tie­rung

Leipziger Volkszeitung - - MENSCHEN UND MÄRKTE - VON JA­NIK MARX

Ori­en­tie­rungs­wo­chen, Wg-par­tys und Kn­ei­pen­tou­ren: Der Spaß wird nicht auf der Stre­cke blei­ben, wenn im Herbst das neue Win­ter­se­mes­ter be­ginnt und da­mit rund 500000 jun­ge Men­schen am An­fang ih­res Stu­di­ums ste­hen. Doch be­vor es mit dem Stu­den­ten­le­ben so rich­tig los­ge­hen kann, soll­te man vor­her al­les ge­nau pla­nen.

Da­bei geht es um die Fra­ge: Wie viel Geld brau­che ich für mein Stu­di­um? Und wor­auf müs­sen Stu­die­ren­de und ih­re El­tern ach­ten, da­mit es kei­ne fi­nan­zi­el­len Pro­ble­me gibt?

■ Mie­te: Den mit Ab­stand größ­ten Pos­ten macht die Mie­te aus. Selbst win­zi­ge Zwölf-qua­drat­me­ter-zim­mer kos­ten in Groß­städ­ten wie Ham­burg, Mün­chen oder Ber­lin schon mehr als 400 Eu­ro im Mo­nat. Für ei­nen Stu­den­ten, der sein Le­ben nur mit Bafög oder dem Un­ter­halt der El­tern be­strei­tet, ist das kaum be­zahl­bar.

Des­halb soll­te man am bes­ten schon vor der Be­wer­bung um ei­nen Stu­di­en­platz schau­en, ob man sich das Le­ben an dem ge­wünsch­ten Stand­ort auch leis­ten kann. Ne­ben den gro­ßen Me­tro­po­len lebt man al­ler­dings auch in be­lieb­ten Uni­ver­si­täts­städ­ten wie Er­lan­gen, Tü­bin­gen, Kon­stanz und Frei­burg eher teu­er.

■ Miet­ver­trag: Hat man sein neu­es Zu­hau­se fest im Blick, soll­te man den­noch ge­nau hin­schau­en: In den (Un­ter-)miet­ver­trä­gen ver­ste­cken sich manch­mal ho­he Zu­satz­kos­ten, bei­spiels­wei­se Ab­schlags­zah­lun­gen für Ge­brauchs­ge­gen­stän­de oder Pos­ten wie In­ter­net, Strom, Haus­rat­ver­si­che­rung oder Rund­funk­bei­trag, die nicht in den Miet­preis ein­ge­rech­net sind.

■ Se­mes­ter­bei­trä­ge: In Deutsch­land gibt es zwar an öf­fent­li­chen Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len kei­ne Stu­di­en­ge­büh­ren mehr – au­ßer bei Lang­zeit­stu­den­ten. Den­noch ent­ste­hen bei der Ein­schrei­bung und im Lauf des Stu­di­ums re­gel­mä­ßig Kos­ten: Die Se­mes­ter­bei­trä­ge wer­den er­ho­ben, um et­wa die Ver­wal­tung, die stu­den­ti­sche Ver­tre­tung und das meist ob­li­ga­to­ri­sche Se­mes­ter­ti­cket für den re­gio­na­len Nah­ver­kehr zu fi­nan­zie­ren. Von Uni zu Uni sind die­se Bei­trä­ge al­ler­dings ver­schie­den hoch. Pro Se­mes­ter wer­den et­wa 200 bis 450 Eu­ro fäl­lig. ■ Ver­si­che­rung: Wer sich im­ma­tri­ku­liert, muss kran­ken­ver­si­chert sein. Wes­sen El­tern ge­setz­lich ver­si­chert sind, hat Glück: Bis zum 25. Le­bens­jahr kann man bei der Kran­ken­kas­se fa­mi­li­en­ver­si­chert blei­ben und zahlt kei­ne Bei­trä­ge. Ist ei­ne Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung nicht mög­lich, kann man sich für ei­nen ver­güns­tig­ten Stu­den­ten­ta­rif ent­schei­den. Ak­tu­ell liegt der Bei­trags­satz bei rund 85 Eu­ro.

Kom­pli­zier­ter wird es, wenn die El­tern pri­vat ver­si­chert sind. Dann müs­sen Stu­den­ten am Be­ginn des Stu­di­ums grund­sätz­lich ent­schei­den, ob sie bei den El­tern pri­vat ver­si­chert blei­ben oder zur ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung wech­seln wol­len. Loh­nen kann sich die pri­va­te Ver­si­che­rung et­wa für Be­am­ten­kin­der, da der Groß­teil über die Bei­hil­fe be­zahlt wird.

Al­ler­dings ist die Ver­si­che­rung an das Kin­der­geld ge­kop­pelt: Ist das Stu­di­um im Al­ter von 25 Jah­ren noch nicht be­en­det, muss man sich selbst voll pri­vat ver­si­chern. Da­für gibt es ei­ne gro­ße Aus­wahl an in­di­vi­du­el­len An­ge­bo­ten. Ein Wech­sel von pri­vat zu ge­setz­lich ist wäh­rend des ge­sam­ten Stu­di­ums dann nicht mehr mög­lich.

Emp­feh­lens­wert ist au­ßer­dem der Ab­schluss ei­ner Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Ab et­wa 40 Eu­ro im Jahr kön­nen sich Stu­den­ten ge­gen die ei­ge­ne Unacht­sam­keit schüt­zen.

Fo­to: dpa

Ab­seits des Hör­saals kos­tet der Stu­den­ten­all­tag Geld: Wer nur ein klei­nes Bud­get zur Ver­fü­gung hat, muss haus­hal­ten kön­nen.

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