„End­lich den He­bel um­legt“

Orches­ter­ver­ei­ni­gung lobt Sach­sen für Kul­tur­in­ves­ti­ti­on

Leipziger Volkszeitung - - KULTUR -

Die Deut­sche Orches­ter­ver­ei­ni­gung (DOV) hat die ge­plan­te Er­hö­hung der staat­li­chen Zu­schüs­se für kom­mu­na­le Thea­ter und Orches­ter in Sach­sen be­grüßt. Sie sieht da­für auch drin­gen­den Hand­lungs­be­darf. „Trotz des bun­des­weit ein­zig­ar­ti­gen Kul­tur­raum­ge­set­zes ist Sach­sen bis­lang das Bun­des­land mit den meis­ten Not­la­gen-ta­rif­ver­trä­gen für Orches­ter und Thea­ter“, sag­te ges­tern Dov-ge­schäfts­füh­rer Ge­rald Mer­tens. Das künst­le­ri­sche Per­so­nal, Büh­nen­tech­ni­ker und Ver­wal­tung hät­ten seit Jah­ren auf Tei­le ih­res Loh­nes ver­zich­ten müs­sen, um ih­re Häu­ser und Jobs zu er­hal­ten.

„Es ist gut, dass die Lan­des­re­gie­rung hier end­lich den He­bel um­legt und die­se in­ak­zep­ta­ble Ge­rech­tig­keits­lü­cke schließt“, sag­te Mer­tens. Man hof­fe nun sehr, dass jetzt auch al­le kom­mu­na­len Trä­ger der Orches­ter und Thea­ter in Sach­sen mit­zie­hen und ih­re ei­ge­nen Bei­trä­ge für die Stär­kung der kul­tu­rel­len In­fra­struk­tur im länd­li­chen Räu­men er­hö­hen: „Dann be­kä­men Künst­le­rin­nen und Künst­ler so­wie al­le an­de­ren Thea­ter­be­schäf­tig­ten end­lich an­ge­mes­se­ne Ta­rif­löh­ne wie in den al­ten Bun­des­län­dern. Dies scheint fast 30 Jah­re nach der Wen­de über­fäl­lig.“

Sach­sen hat­te am Di­ens­tag an­ge­kün­digt, den Kul­tur­räu­men in den kom­men­den vier Jah­ren ins­ge­samt 40 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sätz­lich zu zah­len. 28 Mil­lio­nen Eu­ro da­von sind vor al­lem zur Auf­sto­ckung der Ge­häl­ter ge­dacht. Von der Re­ge­lung kön­nen fünf Thea­ter und vier Orches­ter pro­fi­tie­ren. Und auch die Thea­ter­und Kon­zert­be­su­cher in den Re­gio­nen kön­nen auf­at­men, weil das im­mer drän­gen­de­re Pro­blem der Un­ter­fi­nan­zie­rung der Häu­ser er­heb­lich ge­mil­dert wor­den ist. Am Ger­hart-haupt­mann-thea­ter Gör­litz-zittau hät­te bei­spiels­wei­se we­gen des aus­lau­fen­den Haus­ta­rifs In­sol­venz ge­droht.

Das nun be­schlos­se­ne Kon­zept ist ein ver­hand­lungs­tak­ti­sches Meis­ter­stück des Kunst­mi­nis­te­ri­ums und in ju­ris­ti­scher wie fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht ei­ne ar­tis­ti­sche Leis­tung. Sie ha­be sich „über Näch­te den Kopf zer­bro­chen“, sag­te Kunst­mi­nis­te­rin Eva-ma­ria Stan­ge (SPD).

Ab Ja­nu­ar 2019 soll das Geld zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Zu­stim­mung des Land­tags steht noch aus.

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