Mu­si­ka­li­tät zur Schla­fens­zeit

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - HAL­LO LEIP­ZIG VON JENS ROMETSCH

D ass Leip­zig ei­ne Mu­sik­stadt ist, war den Ein­hei­mi­schen na­tür­lich schon vor der gest­ri­gen Über­ga­be des Eu­ro­päi­schen Kul­tur­er­be-sie­gels für die hie­si­gen Mu­si­ker­be-stät­ten klar. Bei mir zum Bei­spiel sin­gen in der war­men Jah­res­zeit je­de Nacht ver­schie­de­ne Pas­san­ten auf der Stra­ße vor dem Schlaf­zim­mer­fens­ter. So­gar mehr­stim­mi­ge Sät­ze oder ei­ne Vio­li­ne ha­be ich schon ge­hört, was selbst sehr mü­den Men­schen das Herz er­freu­en kann. Mit­un­ter klingt ein lau­tes Ge­grö­le al­ler­dings auch so, als ob ge­ra­de ein Ru­del Hyä­nen aus dem Zoo ge­türmt ist.

Wohl dem, der im Not­fall sein Fens­ter schlie­ßen kann. Of­fen­bar ist das aber nicht je­dem Leip­zi­ger ver­gönnt. Nach dem gest­ri­gen LVZ-TEXT zu ei­ner Hei­zungs­an­la­ge im Mu­sik­vier­tel (!) mel­de­ten sich wei­te­re Le­ser und klag­ten, auch bei ih­nen hät­ten noch lan­ge nach Pfings­ten nachts die Hei­zungs­roh­re ge­glüht – et­wa in ei­nem Elf­ge­schos­ser an der Breis­gau­stra­ße. „Laut An­fra­ge bei der Woh­nungs­ver­wal­tung hieß es, die al­ten Be­woh­ner brau­chen ih­re 26 Grad“, be­rich­te­te da­zu Lutz Sta­ke. „Ich bin der Mei­nung, man kann auch mal ei­ne De­cke neh­men. Aber die­se Mei­nung war to­tal falsch“, sag­te er.

We­nigs­tens dürf­te die Ge­räusch­ku­lis­se zu je­ner Zeit, da die meis­ten Leip­zi­ger an der Ma­trat­ze hor­chen wol­len, bald klei­ner wer­den. So­eben stell­te sich die Rat­haus­spit­ze hin­ter die For­de­rung von Club­be­trei­bern, die Sperr­stun­de ab 5 Uhr ab­zu­schaf­fen. Wenn in Zu­kunft die mu­si­ka­li­schen Club­gäs­te erst kurz nach acht nach Hau­se ge­hen, sind sie bei all dem Ver­kehrs­lärm si­cher kaum zu hö­ren.

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