DAS SA­GEN AN­WOH­NER UND GEWERBETREIBENDE

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG -

Micha­el Kö­ckert (44) wohnt im Wald­stra­ßen­vier­tel. „Ich fin­de die Si­tua­ti­on für Rad­fah­rer furcht­bar und ha­be so­gar ei­nen Ver­letz­ten schrei­en hö­ren“, er­zählt er. Zur Dis­kus­si­on um die Aus­weich­mög­lich­keit über die Gus­tav-adolf-stra­ße sagt er: „Ei­ne Um­lei­tung wird kein Rad­fah­rer neh­men, des­we­gen muss auf die Jahn­al­lee ein Rad­strei­fen. Am bes­ten mit Ab­sper­rung. Sonst hält sich nie­mand dar­an.“ Die Gewerbetreibende Dag­mar Bräu­ti­gam (57) hält von Fahr­rad­strei­fen auf der Jahn­al­lee nicht viel. „Das geht nicht“, fin­det sie. Für die Ge­schäf­te ent­lang der Stra­ße wür­den die feh­len­den Park­strei­fen enor­me Ein­bu­ßen mit sich brin­gen. „Ich ha­be äl­te­re Kun­den, die nicht mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln an­rei­sen kön­nen“, sagt sie. „Die Gus­ta­va­dolf-stra­ße ist doch ei­ne gu­te Op­ti­on für Rad­fah­rer.“ „Es ist nicht rea­lis­tisch, die Park­plät­ze zu strei­chen. Sie sind so­wie­so schon um­kämpft“, sagt Ma­rie Kracht (32). Die Fi­nanz­buch­hal­te­rin wohnt erst seit Kur­zem im Be­reich Jahn­al­lee. Sie kann die Ge­wer­be­trei­ben­den gut ver­ste­hen – da­bei ist sie selber lei­den­schaft­li­che Rad­fah­re­rin. „Ich wür­de auch durch die Gus­tav-adolf-stra­ße ra­deln. Schon des­halb, weil es dort si­che­rer ist und der Ver­kehr um ei­ni­ges ru­hi­ger ab­läuft.“ Ka­trin Sten­gel (58) hat ein Ge­schäft in der Jahn­al­lee. „Es ist schon jetzt enorm schwie­rig, Wa­ren an­zu­lie­fern“, er­zählt sie. „Die Stadt soll­te sich um die­se Pro­ble­ma­tik mehr Ge­dan­ken ma­chen.“Vom Ver­hal­ten, ja Be­neh­men vie­ler Rad­fah­rer ist sie ent­täuscht – und das nicht nur als Au­to­fah­re­rin, son­dern auch als Fuß­gän­ge­rin. „Die Fahr­rad­fah­rer neh­men sich hier al­les raus“, schimpft sie. „Das mit der Gus­ta­va­dolf-stra­ße wä­re ei­ne gu­te Lö­sung.“

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