Wie spät ist es ei­gent­lich in Russ­land?

Die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten zum Wm-auf­takt

Leipziger Volkszeitung - - SPORT - VON AR­NE RICH­TER

MOS­KAU. Wer kommt in die K.-o.-pha­se? Wann ist ein Spie­ler ge­sperrt, und wie spät ist es ei­gent­lich bei uns, wenn das deut­sche Spiel in Mos­kau um 18 Uhr be­ginnt? Wir ma­chen sie Wm-fit.

■ Mo­dus: To­re schie­ßen lohnt sich. Die Tor­dif­fe­renz ist das ers­te Kri­te­ri­um, wenn zwei oder mehr Teams nach En­de der Grup­pen­pha­se punkt­gleich sind. Da­nach folgt die An­zahl der er­ziel­ten To­re und dann erst der di­rek­te Ver­gleich der punkt­glei­chen Teams. En­det die­ser Re­mis, kommt die Fair­play-wer­tung mit Mi­nus­punk­ten für Gel­be und Ro­te Kar­ten zum Zug, dann even­tu­ell so­gar ein Los­ent­scheid. Die Teams auf den Plät­zen eins und zwei je­der Grup­pe kom­men wei­ter.

■ Sper­ren: Bei der WM 2006 traf es Mi­ke Han­ke, bei der EM 2012 muss­te En­g­lands Way­ne Roo­ney war­ten. Ro­te Kar­ten aus den letz­ten Pflicht­spie­len zie­hen auch bei der WM ei­ne Sper­re nach sich. Wäh­rend des Tur­niers gibt es ei­ne Sper­re zu­dem nach zwei Gel­ben Kar­ten. Ein­zel­ver­war­nun­gen wer­den nach dem Vier­tel­fi­na­le ge­löscht, so­dass kein Spie­ler – wie Micha­el Bal­lack bei der WM 2002 – we­gen ei­ner Gelb­sper­re das Fi­na­le ver­pas­sen kann.

■ Aus­wechs­lun­gen: Der Fuß­ball ist viel schnel­ler ge­wor­den. Dem trägt die Fi­fa Rech­nung und er­laubt nun ei­ne vier­te Aus­wechs­lung, wenn ein Spiel in die Ver­län­ge­rung geht.

■ Zeit­zo­nen: In elf rus­si­schen Städ­ten wird ge­spielt, die­se lie­gen in vier ver­schie­de­nen Zeit­zo­nen. Die glei­che Uhr­zeit wie in Deutsch­land herrscht nur im west­lichs­ten Spiel­ort Ka­li­nin­grad. Zwei St­un­den vor­aus im Ver­gleich zur mit­tel­eu­ro­päi­schen Som­mer­zeit ist man in Sa­ma­ra, gleich drei St­un­den sind es in Je­ka­te­r­in­burg am Ural. Al­le an­de­ren acht Spiel­or­te, dar­un­ter die deut­schen Grup­pen­spiel­or­te Mos­kau, Sot­schi und Ka­san, ha­ben ei­ne St­un­de Zeit­dif­fe­renz. Wenn das deut­sche Auf­takt­spiel ge­gen Me­xi­ko am Sonn­tag um 17 Uhr deut­scher Zeit be­ginnt, ist es in Mos­kau be­reits 18 Uhr.

■ Head­sets: Bei den deut­schen Wm-test­spie­len war es schon zu se­hen. Die As­sis­ten­ten von Joa­chim Löw kom­mu­ni­zier­ten via Head­set. Mar­cus Sorg saß mit Kopf­hö­rer und Mi­kro auf der Tri­bü­ne, Tho­mas Schnei­der ne­ben dem Bun­des­trai­ner auf der Bank. Zu­dem kön­nen die Teams Ana­ly­se­ma­te­ri­al per Screen­shot di­rekt über ein Ta­blet ver­wen­den. „Die tech­ni­sche In­no­va­ti­on hält im Fuß­ball auch auf der Bank Ein­zug. Das ist ei­ne Neue­rung, die uns Trai­nern mehr Mög­lich­kei­ten gibt“, sag­te Schnei­der.

■ Split­screen: Erst­mals kommt der um­strit­te­ne Vi­deo­schieds­rich­ter zum Ein­satz. Al­ler­dings sol­len Fans im Sta­di­on und vor dem TV bes­ser in­for­miert wer­den. In den Are­nen lau­fen die Sze­nen auf Vi­deo­lein­wän­den. Am hei­mi­schen Fern­se­her er­hält der Zu­schau­er ei­ne drei­ge­teil­te An­sicht mit Bil­dern des Schieds­rich­ters, der Vi­deoas­sis­ten­ten in ei­nem Mos­kau­er Kon­troll­raum und vom all­ge­mei­nen Ge­sche­hen im Sta­di­on.

■ Wm-ball: Der Wm-ball fei­er­te sein De­büt im ver­gan­ge­nen No­vem­ber. Beim Freund­schafts­spiel Russ­land ge­gen Ar­gen­ti­ni­en wur­de Tel­star 18, das of­fi­zi­el­le Spiel­ge­rät, erst­mals ein­ge­setzt. Tel­star 18 ist da­mit der Nach­fol­ger von Bra­zu­ca (2014 in Bra­si­li­en), Ja­bu­la­ni (2010 in Süd­afri­ka) und Te­am­geist (2006 in Deutsch­land). Der Na­me ist ei­ne Re­mi­nis­zenz an die WMBäl­le 1970 (Tel­star) und 1974 (Tel­star Dur­last). Der Ball ist haupt­säch­lich in Schwar­zWeiß ge­hal­ten. Das Spiel­ge­rät mit gol­de­nen Schrift­zü­gen ent­hält ei­nen in­te­grier­ten Chip, von dem Fans via Smart­pho­ne In­hal­te ab­ru­fen kön­nen.

■ Prä­mi­en: Rund 32 Mil­lio­nen Eu­ro will die Fi­fa an den kom­men­den Welt­meis­ter an Prä­mie zah­len. Ins­ge­samt sol­len die Prä­mi­en im Ver­gleich zur WM in Bra­si­li­en 2014um40 Pro­zent stei­gen. 668 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den an die 32 teil­neh­men­den Ver­bän­de aus­ge­schüt­tet – der Groß­teil da­von, näm­lich 338 Mil­lio­nen Eu­ro, als Preis­geld. Je­dem Team ist die Sum­me von 6,7 Mil­lio­nen Eu­ro ga­ran­tiert.

Er soll bei der WM ins Tor: Der Tel­star 18.

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