Ge­mein­sam die WM schau­en

Auch oh­ne gro­ßes Fan­fest kön­nen Fuß­ball­freun­de in Leip­zig ge­mein­sam die Spie­le er­le­ben / Bier­prei­se schwan­ken stark

Leipziger Volkszeitung - - SPORT - VON MAT­THI­AS KLÖP­PEL UND ED­GAR LOPEZ Von ei­ni­gen Gas­tro­no­men hört man die Angst, dass sie dem Be­su­cher­an­sturm nicht stand­hal­ten kön­nen. Eben­so schwan­ken die Bier­prei­se zwi­schen den ein­zel­nen Gast­stät­ten stark. Wäh­rend bei­spiels­wei­se in der Schau­büh­ne Lin

LEIP­ZIG. Wenn Jo­gis Jungs in Russ­land den Wm-ti­tel ver­tei­di­gen wol­len, fie­bern auch in Leip­zig vie­le Fuß­ball-be­geis­ter­te mit. Dies­mal wird es aber kein gro­ßes Fan­fest im öf­fent­li­chen Raum ge­ben.

Bei der Heim-wm 2006 wa­ren die FanPar­tys für meh­re­re Tau­send Men­schen in Mo­de ge­kom­men – vie­le Leu­te woll­ten fort­an stets im gro­ßen Kreis Gleich­ge­sinn­ter ju­beln oder mit der DFB-ELF zit­tern und ban­gen. Da­mals eta­blier­te sich für den deut­schen Sprach­ge­brauch auch der Be­griff „Pu­b­lic Viewing“. Die­se Wort­neu­schöp­fung hat im Eng­li­schen ei­ne viel brei­te­re Be­deu­tung als im Deut­schen, und steht dort bei­spiels­wei­se für „Tag der of­fe­nen Tür“oder Lei­chen­auf­bah­rung.

In Leip­zig wur­de seit­her bei gro­ßen Tur­nie­ren ein Pu­b­lic Viewing ver­an­stal­tet. Zur WM 2014 konn­ten 5000 Be­su­cher am Richard-wa­gner-platz fei­ern, für ei­ne ähn­li­che Grö­ßen­ord­nung war bei der EM 2016 der Wil­helm-leu­sch­ner-platz aus­ge­legt. In die­sem Som­mer fin­den aber kei­ne Li­ve-über­tra­gun­gen auf öf­fent­li­chen Plät­zen statt, heißt es aus dem Rat­haus. Der Aus­rich­ter der ver­gan­ge­nen Spek­ta­kel, die TNC Group, ha­be sei­ne An­fra­ge nicht wei­ter ver­folgt. „Das wirt­schaft­li­che Ri­si­ko war zu groß“, er­läu­tert Alex­an­der Gau­be von der TNC Group. Das Som­mer­mär­chen sei lan­ge her, das In­ter­es­se am Pu­b­lic Viewing deutsch­land­weit ge­sun­ken.

Zu den Grün­den für die­ses ge­sun­ke­ne In­ter­es­se ver­wei­sen die Aus­rich­ter der Ver­an­stal­tun­gen auf ein ver­än­der­tes Seh­ver­hal­ten der Fans so­wie die Angst vor Ter­ror­an­schlä­gen. Auch ge­stal­te sich die Su­che nach Spon­so­ren im­mer schwie­ri­ger. Die Kos­ten für die Si­che­rung sol­cher Events ha­ben zu­letzt deut­lich zu­ge­nom­men. Nach den An­schlä­gen von Ber­lin und Niz­za wer­den stär­ke­re Ab­sper­run­gen ge­for­dert, zu­dem sind die Prei­se für Auf­bau und Per­so­nal ge­stie­gen.

Auch in vie­len an­de­ren mit­tel­deut­schen Städ­ten wird es kein gro­ßes Fan­fest oder Pu­b­lic Viewing ge­ben. Des­we­gen fin­det das ge­mein­sa­me Schau­en die­ses Jahr vor al­lem in Kn­ei­pen, Ca­fés und Bier­gär­ten statt. Die Be­trei­ber hof­fen auf ein vol­les Haus und spru­deln­de Um­sät­ze, ha­ben des­halb zum Teil or­dent­lich auf­ge­rüs­tet.

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