IWH: Der Auf­schwung wird schwä­cher

Rah­men­be­din­gun­gen blei­ben güns­tig

Leipziger Volkszeitung - - WIRTSCHAFT - VON UL­RICH MIL­DE

HAL­LE. Der kon­junk­tu­rel­le Auf­schwung in Deutsch­land ist ein we­nig ins Sto­cken ge­ra­ten. „Das Brut­to­in­lands­pro­dukt ex­pan­diert nach vor­lie­gen­der Pro­gno­se im Jahr 2018 um 1,7 Pro­zent und im Jahr 2019 um 1,6 Pro­zent“, sag­te ges­tern Oliver Hol­te­m­öl­ler, Vi­ze-prä­si­dent des In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung Hal­le (IWH). Da­mit hat der Ex­per­te sei­ne Vor­her­sa­ge nach un­ten kor­ri­giert. Im März war der Pro­fes­sor für die­ses Jahr noch von ei­nem Wachs­tum von 2,2 Pro­zent aus­ge­gan­gen.

Die Pro­duk­ti­on in Ost­deutsch­land wer­de „et­wa eben­so stark“zu­le­gen. Vor drei Mo­na­ten hat­te der Kon­junk­tur­ex­per­te noch da­mit ge­rech­net, dass die neu­en Län­der beim Wachs­tum et­was un­ter dem bun­des­wei­ten Wert lie­gen dürf­ten.

Hol­te­m­öl­ler sag­te, die Welt­kon­junk­tur sei „im­mer noch recht kräf­tig“. Al­ler­dings ha­be die Dy­na­mik im Eu­ro­raum et­was nach­ge­las­sen. Das ha­be ei­ne Ab­schwä­chung der bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Aus­fuh­ren zur Fol­ge ge­habt. Die ge­stie­ge­nen Ri­si­ken für die hie­si­gen Ex­por­teu­re dürf­ten die In­ves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der Un­ter­neh­men im wei­te­ren Ver­lauf deut­lich dämp­fen. Der ge­samt­staat­li­che Haus­halts­über­schuss wer­de in die­sem Jahr mit 1,2 Pro­zent in Re­la­ti­on zum Brut­to­in­lands­pro­dukt in et­wa so hoch aus­fal­len wie 2017. Er wird aber im kom­men­den Jahr auf­grund der zu­neh­mend ex­pan­siv aus­ge­rich­te­ten Fi­nanz­po­li­tik nur noch 0,6 Pro­zent be­tra­gen.

Der For­scher mein­te, die jüngs­te Zu­spit­zung des von der Us-re­gie­rung un­ter Prä­si­dent Do­nald Trump ent­fach­ten han­dels­po­li­ti­schen Streits be­deu­te ein er­heb­li­ches Ri­si­ko für Welt­han­del und in­ter­na­tio­na­le Kon­junk­tur. „Den­noch sind die welt­wirt­schaft­li­chen Aus­sich­ten im­mer noch recht güns­tig.“Ins­be­son­de­re für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sei we­gen der mas­si­ven fi­nanz­po­li­ti­schen Im­pul­se mit kräf­ti­gen Zu­wachs­ra­ten zu rech­nen. Al­ler­dings hat sich die Kon­junk­tur im Eu­ro­raum seit Jah­res­an­fang deut­lich ver­lang­samt, und seit Mai dürf­ten Sor­gen um den fi­nanz­po­li­ti­schen Kurs der neu­en Re­gie­rung in Ita­li­en die wirt­schaft­li­chen Er­war­tun­gen in Eu­ro­pa zu­sätz­lich drü­cken.

Oliver Hol­te­m­öl­ler

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