Star­ke Adi­po­si­tas und Dia­be­tes: Leit­li­nie emp­fiehlt so­for­ti­ge OP

UKL- Chir­urg Prof. Dietrich ge­stal­tet neue Hand­lungs­emp­feh­lun­gen maß­geb­lich mit

Leipziger Volkszeitung - - WIRTSCHAFT -

„Spen­de Blut beim Leip­zi­ger Ori­gi­nal“lau­tet der Ti­tel der ak­tu­el­len Kam­pa­gne der Ukl-blut­bank, mit der sie im 85. Jahr des Be­ste­hens der Leip­zi­ger Trans­fu­si­ons­me­di­zin auf die Not­wen­dig­keit von Blut­spen­den hin­wei­sen will.

Vor fast 85 Jah­ren er­folg­te in Leip­zig ei­ner der ers­ten Auf­ru­fe zur Spen­de in Deutsch­land. Da­mit zählt das Leip­zi­ger In­sti­tut zu den Vor­rei­tern des or­ga­ni­sier­ten Blut­spen­de­we­sens – und auf die­se Wei­se von Be­ginn an mit der Stadt ver­an­kert, kann sich das In­sti­tut am UKL auch als ech­tes „Leip­zi­ger Ori­gi­nal“be­zeich­nen.

Mit wei­te­ren „Ori­gi­na­len“tritt die UKLBlut­bank da­her jetzt in ih­rer Kam­pa­gne auf. Den Auf­takt bil­det die Leip­zi­ger Ler­che als Leip­zi­ger Tra­di­ti­ons­ge­bäck. Am 22. Ju­ni sind wie­der von 16 bis 22 Uhr Blut­spen­de­wil­li­ge und ih­re Fa­mi­li­en zur „Som­mer­nachts­blut­spen­de ein­ge­la­den. Gleich­zei­tig star­tet die Blut­bank-som­mer­ak­ti­on „Spen­der wer­ben Spen­der“: Je­der be­reits ak­ti­ve UKLBlut­spen­der, der vom 22. Ju­ni bis 10. Au­gust ei­nen Neu­ling zum frei­wil­li­gen Ader­lass mo­ti­viert, er­hält zu­sätz­lich zu sei­ner Dan­kes­prä­mie zwei Frei­kar­ten für das Lvz-som­mer­ki­no. An­ja Grie­ßer

Spen­der­te­le­fon: 0341 – 97 25 393 Wei­te­re In­fos: www.blut­bank-leip­zig.de n Ope­rie­ren statt In­su­lin sprit­zen: Über­ge­wich­ti­gen Pa­ti­en­ten mit ei­nem „Bo­dy Mass In­dex“(BMI) von 40 oder hö­her, die gleich­zei­tig an ei­ner Typ 2-Dia­be­tes lei­den, wird zu­künf­tig ei­ne so­for­ti­ge Ope­ra­ti­on emp­foh­len, weil kon­ser­va­ti­ve The­ra­pi­en in die­sen Fäl­len nicht zu ei­ner Re­du­zie­rung des Ri­si­kos von Schlag­an­fäl­len und Herz­in­fark­ten füh­ren und ei­ne nach­hal­ti­ge Ge­wichts­re­duk­ti­on meist nicht er­reicht wird. Die­ser me­ta­bo­li­sche Chir­ur­gie ge­nann­te Ein­griff ist ei­ner der Kern­punk­te der neu­en S3-leit­li­nie „Chir­ur­gi­sche The­ra­pie der Adi­po­si­tas und me­ta­bo­li­scher Er­kran­kun­gen“.

Über zwei Jah­re ha­ben Ärz­te, Pa­ti­en­ten­ver­tre­ter und Selbst­hil­fe­grup­pen aus ganz Deutsch­land dar­an ge­ar­bei­tet. Ge­lei­tet hat die­se Kom­mis­si­on Prof. Ar­ne Dietrich, Ge­schäfts­füh­ren­der Di­rek­tor der Kli­nik und Po­li­kli­nik für Vis­zeral-, Trans­plan­ta­ti­ons-, Tho­rax- und Ge­fäß­chir­ur­gie am UKL. Ge­mein­sam mit Dr. Tat­ja­na Schütz vom IFB Adi­po­si­tas-er­kran­kun­gen ge­stal­te­te er die neue Leit­li­nie der Deut­schen Adi­po­si­tas-ge­sell­schaft so­mit maß­geb­lich mit. Sie stellt ein In­stru­ment dar, die Be­hand­lung von Adi­po­sit d tb li h Ek k ti­mie­ren. Erst­mals wird hier nun zwi­schen der klas­si­schen Adi­po­si­tas-chir­ur­gie und der me­ta­bo­li­schen Chir­ur­gie un­ter­schie­den. Auch bei ers­te­rer setzt das Pa­pier nun viel ein­deu­ti­ge­re For­mu­lie­run­gen als frü­her. Bei Pa­ti­en­ten mit ei­nem BMI von mehr als 50 soll von nun an so­fort über ei­ne OP nach­ge­dacht wer­den, da kon­ser­va­ti­ve The­ra­pi­en in die­sem ho­hen Bmi-be­reich kaum Er­folgs­aus­sich­ten ha­ben. „Ope­ra­tio­nen zei­gen nach­hal­tig gu­ten Er­folg, vor al­lem was Lang­zeit­über­le­ben und Le­bens­qua­li­tät be­trifft“, sagt Prof. Dietrich, „Di­ät und Sport, was na­tür­lich je­der Über­ge­wich­ti­ge oder Adi­pö­se zu­erst

h llt füh t lt ei­nem blei­ben­dem Er­folg im Bmi-be­reich über 50.“Adi­po­si­tas sei heu­te ei­ne von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO an­er­kann­te Krank­heit mit kom­ple­xen Ur­sa­chen, be­tont der Ukl-ex­per­te. Es lie­ge nicht ein­fach nur an fal­scher Er­näh­rung. „Die Zahl adi­po­si­tas-chir­ur­gi­scher Ein­grif­fe ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch in Deutsch­land ge­stie­gen. Da­zu bei­ge­tra­gen ha­ben un­ter an­de­rem neue Tech­ni­ken, ei­ne enor­me Zu­nah­me wis­sen­schaft­li­cher Stu­di­en und die Er­kennt­nis, dass ei­ne nach­hal­ti­ge Ge­wichts­re­duk­ti­on bei ei­nem BMI von mehr als 40 bei der Mehr­heit der Be­trof­fe­nen nur durch ei­nen chir­ur­gi­schen Ein­griff er­reicht wer­den kann“, er­klärt Prof. Dietrich.

Das Kör­per­ge­wicht der Men­schen in den west­li­chen und Schwel­len­län­dern stieg in den letz­ten Jahr­zehn­ten kon­ti­nu­ier­lich an. Adi­po­si­tas geht oft mit ei­ner Rei­he be­deut­sa­mer Er­kran­kun­gen ein­her, wie zum Bei­spiel Dia­be­tes mel­li­tus Typ 2, Blut­hoch­druck, Asth­ma und Sie re­du­ziert be­merk­bar die Le­bens­er­war­tung.

Sprechstunde Adi­po­si­tas­chir­ur­gie: don­ners­tags, 8-16 Uhr

Haus 4 Lie­big­s­tr. 20, 04103 Leip­zig Tl f 0341 97 17230

Mar­kus Bi­en

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