Rad­ler­nost­al­gie und Schne­cken­sel­fie

Sie­ger­eh­rung beim Pro­gram­mier­wett­be­werb mit Kul­tur­da­ten an der Uni-bi­b­lio­thek

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - VON MARIO BECK

Neun Wo­chen hat­ten die Teams Zeit, um wert­vol­le Kul­tur­da­ten aus Mu­se­en, Bi­b­lio­the­ken, Ar­chi­ven und wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen Mit­tel­deutsch­lands krea­tiv zu ver­ar­bei­ten. Jetzt wur­den die Er­geb­nis­se die­ses so­ge­nann­ten Hacka­thonWett­be­wer­bes na­mens „Co­ding da Vin­ci Ost“in der Leip­zi­ger Uni-bi­b­lio­thek (UBL) prä­sen­tiert und die Ge­win­ner ge­kürt. Zur Ju­ry, die die Pro­jek­te be­wer­te­te, ge­hör­ten auch Ubl-di­rek­tor Pro­fes­sor Ul­rich Jo­han­nes Schnei­der und die hie­si­ge Kul­tur­bür­ger­meis­te­rin Ska­di Jen­ni­cke (Lin­ke). Die Preis­rich­ter lob­ten die Viel­falt und die Qua­li­tät der Ar­bei­ten. In sechs Ka­te­go­ri­en – die von der tech­ni­schen Um­set­zung bis zum Un­ter­hal­tungs­wert reich­ten – gab es Sie­ger­eh­run­gen.

Als an­spruchs­volls­te App wur­de das Pro­gramm Jib­jib aus­ge­zeich­net, das den Nut­zern ei­nen spie­le­ri­schen Zu­gang zur Or­ni­tho­lo­gie bie­tet. Ba­sie­rend auf Tau- sen­den Au­dio­da­tei­en, kön­nen die Nut­zer mit der Soft­ware fast 200 Vo­gel­ar­ten an­hand ih­res Ge­zwit­schers iden­ti­fi­zie­ren. Als nütz­lichs­te App stuf­ten die Ju­ro­ren die We­b­an­wen­dung Nach­ge­ra­delt.de ein. De­ren Schöp­fer nutz­ten an der Landesbibliothek in Dresden di­gi­ta­li­sier­te Tou­ren­bü­cher aus den Jah­ren 1880 bis 1930 und fuh­ren ei­ne der Stre­cken auf den Spu­ren der Ver­gan­gen­heit mit ih­ren Draht­eseln ab. Ein lustiges Klin­ge­ling-vi­deo ent­stand eben­so wie ein Mehr­wert durch Zu­satz­in­fos über die an ver­ges­se­nen Or­ten vor­bei­füh­ren­de Rou­te. Als bes­tens vi­sua­li­siert wur­de Snails­nap ein­ge­stuft. Des­sen Ent­wick­ler grif­fen auf rund 6000 Bil­der aus ei­ner Schne­cken­samm­lung zu­rück und ver­ar­bei­te­ten sie in ei­ner Soft­ware, die auf ori­gi­nel­le Art Sel­fies mit ei­nem Mo­sa­ik aus Schne­cken­ge­häu­sen pro­du­ziert.

His­to­ri­scher Obst­mo­del­le aus Wachs be­dien­te sich ei­ne an­de­re Hacka­thon­grup­pe und ließ sie in ein On­line-spiel ein­flie­ßen. Der Preis für die amü­san­tes­te Idee wur­de mit die­sem Früch­te-ga­me ge­ern­tet. Und für das In­ter­net­por­tal Mit­tags­frau.de gab es Platz eins in der Ka­te­go­rie „Be­son­de­re Be­deu­tung für den Kul­tur­be­reich“. Be­leuch­tet wird in Wort und Bild die sor­bi­sche Kul­tur­ge­schich­te an­hand der Flachs­her­stel­lung. Aus­gangs­punkt ist die Sa­ge von der Mit­tags­frau, die Schlag 12 Uhr auf die Fel­der kommt und von den Bau­ern ei­ne Sto­ry hö­ren will. Fällt ih­nen bin­nen ei­ner St­un­de nichts ein, rollt der Kopf. Al­so wer­den auf der Web­site vie­le Ge­schich­ten ge­spon­nen.

Fo­to: Tho­mas Ka­de­mann

Sie­ger­eh­rung des Kul­tur-hacka­thos „Co­ding da Vin­ci Ost“an der Leip­zi­ger Uni-bi­b­lio­thek.

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