Al­le Zie­le er­reicht

4220 Eu­ro Spen­den für jun­ge Dia­ly­se-pa­ti­en­ten ein­ge­fah­ren: Leip­zi­ger sind nach über 900 Rad-ki­lo­me­tern zu­rück

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG LIVE - VON MARK DA­NI­EL ➦ www.fo­er­der­kreis-kin­der­dialy­se.de

Das Bier im Ziel schmeck­te be­son­ders gut. „Ist au­ßer­dem iso­to­nisch“, be­merkt Ra­ik Sie­ben­hü­ner lä­chelnd. Am Sonn­tag um 15.30 Uhr fuh­ren er und sei­ne sie­ben Mit­strei­ter die letz­te Kur­ve ih­rer 923 Ki­lo­me­ter lan­gen Stre­cke – die zum Haus 9 des St.-ge­org-kli­ni­kums, dem Sitz des Nie­ren­zen­trums Leip­zig. Ei­ne Wo­che zu­vor war die Grup­pe um den Me­di­zin­stu­den­ten vom Gar­da­see auf­ge­bro­chen, um die Tran­salp für ei­nen gu­ten Zweck zu ra­deln. Das geo­gra­fi­sche Ziel von „Bi­ke for Cha­ri­ty“: Leip­zig. Das ide­el­le: Bei Spon­so­ren Geld für den För­der­kreis Dia­ly­se ein­fah­ren und die Auf­merk­sam­keit auf die Er­kran­kung len­ken.

Al­le Zie­le er­reicht. 4220 Eu­ro ka­men zu­sam­men und flie­ßen in die Fi­nan­zie­rung ei­ner Aus­zeit von Fa­mi­li­en mit chro­nisch nie­ren­kran­ken Kin­dern und Ju­gend­li­chen im Eder­hof. Durch die Auf­dru­cke auf den Fah­rers­hirts wur­den die Sport­ler un­ter­wegs mehr­fach an­ge­spro­chen. „Vie­le hiel­ten das für ei­nen Scherz und ha­ben uns nicht ab­ge­nom­men, dass wir die­se Stre­cke ab­sol­vie­ren“, be­rich­tet Sie­ben­hü­ner, der Initia­tor der Ak­ti­on.

Über 900 Ki­lo­me­ter mit ei­nem Hö­hen­un­ter­schied von über 12 000 Me­tern stan­den auf dem Plan. Der an­ge­hen­de Arzt ist glück­lich: „Es ist wun­der­bar ge­lau­fen – kei­ne Bles­su­ren, nur ein paar klei­ne Pan­nen“, re­sü­miert er, „und mensch­lich hat das eben­falls ge­passt!“Ent­schei­dend auch die Be­glei­tung von Phy­sio­the­ra­peu­tin An­na Buch­holz im von dem Au­to­haus Schnei­der aus Al­bra ge­spon­ser­ten Bus. Wenn die 16 Wa­den hart wie Holz wa­ren, wirk­te ih­re Be­hand­lung Wun­der.

Auch emo­tio­nal emp­fand Sie­ben­hü­ner die Tour durch die Al­pen­land­schaft als be­son­ders in­ten­siv, nicht nur we­gen an­hal­ten­der Hit­ze. „Da pas­siert viel in ei­nem, das muss man erst­mal ver­dau­en“, sagt der 37-Jäh­ri­ge. Im Ziel ha­ben ihn und die an­de­ren Sport­ler An­ge­hö­ri­ge, Freun­de, Spon­so­ren und Mit­ar­bei­ter des Dia­ly­se-zen­trums emp­fan­gen. „Wun­der­bar, dass die­se Grup­pe die Stra­pa­zen auf sich ge­nom­men hat, um den Fo­kus auf die Er­kran­kung zu rich­ten“, schwärmt Uta Ju­rack, Psy­cho­lo­gin am KFH Nie­ren­zen­trum für Kin­der und Ju­gend­li­che. Be­geis­tert ist auch Mat­thi­as Mar­tin, Vor­sit­zen­der des För­der­krei­ses Kin­der­dialy­se. „Es ist fan­tas­tisch, wie sich die Teil­neh­mer und Or­ga­ni­sa­to­ren für uns ein­ge­setzt ha­ben.“

Ei­ner wie Vin­cent Eckert kann das be­stä­ti­gen. „Das hat schon viel Zeit ge­bün­delt, aber es hat auch Spaß ge­macht.“Es soll nicht die letz­te „Bi­ke for Cha­ri­ty“-an­stren­gung ge­we­sen sein. Die Ak­ti­on soll wach­sen – un­ter an­de­rem mit mehr Teil­neh­mern, mehr Spon­so­ren. Bis da­hin hat das Stu­di­um ab­so­lu­te Prio­ri­tät: Eckert bei­spiels­wei­se hat in drei Wo­chen Zwi­schen­prü­fung.

Fo­to: Dirk Kn­ofe

Ent­spann­te Ziel­ein­fahrt: Das Team „Bi­ke for Cha­ri­ty“wird bei sei­ner An­kunft vor dem Haus 9 des St.-ge­org-kli­ni­kums von Freun­den, Ver­wand­ten und Un­ter­stüt­zern ge­fei­ert.

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