In Groß­pös­na soll mo­der­ner Se­nio­ren­wohn­park ent­ste­hen

Pro­jekt­part­ner stel­len Vor­ha­ben im Ge­mein­de­rat vor

Leipziger Volkszeitung - - MARKKLEEBERG - VON OLAF BARTH

GROSSPÖSNA. Auf der Frei­flä­che an der Sepp-verscht-stra­ße ge­gen­über des Pös­na­parks soll bald ge­baut wer­den. In der öf­fent­li­chen Ge­mein­de­rats­sit­zung wur­de die­se Wo­che von den da­für Ver­ant­wort­li­chen das Pro­jekt für ei­nen Wohn­park vor­ge­stellt, in dem gro­ße Be­rei­che pfle­ge­be­dürf­ti­gen Se­nio­ren vor­be­hal­ten sind. Die Plä­ne wur­den von den Ab­ge­ord­ne­ten wohl­wol­lend auf­ge­nom­men.

„Con­vi­vo Wohn­park Groß­pös­na“lau­tet der Ar­beits­ti­tel für das Vor­ha­ben. Es soll Se­nio­ren al­ter­na­ti­ves Woh­nen mit Pfle­ge und Ser­vice rund um die Uhr er­mög­li­chen. Auf ei­nem gro­ßen Teil des ins­ge­samt rund sechs Hekt­ar um­fas­sen­den Ge­län­des sol­len 60 Ser­vice-woh­nun­gen, 22 Dop­pel­bun­ga­lows, zwei Wohn­ge­mein­schaf­ten mit je zwölf Plät­zen so­wie ei­ne Ta­ges­pfle­ge mit 15 Plät­zen er­rich­tet wer­den. „Es wird auch zen­tral ge­le­ge­ne, mo­der­ne Ge­mein­schafts­räu­me ge­ben, in de­nen man sich mit an­de­ren Be­woh­nern und Freun­den tref­fen kann. Je­der der dort wohnt, kann au­ßer­dem al­le Di­enst­leis­tun­gen in An­spruch neh­men: Es­sen- lie­fe­rung aus ei­ge­ner Gas­tro­no­mie, Rei­ni­gung, Wa­schen und Ta­ges­pfle­ge. Das Per­so­nal wird auf die in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se ein­ge­hen. Ehe­part­ner kön­nen in die­ser Wohn­form wei­ter­hin zu­sam­men­blei­ben. Nie­mand muss raus bei zu­neh­men­der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit. Da­für ga­ran­tie­ren wir mit un­se­rem Leis­tungs­ver­spre­chen“, er­klärt Phi­leas Fri­cke von der Bre­mer Con­vi­vo-un­ter­neh­mens­grup­pe. Die­se Grup­pe wird den Wohn­park be­trei­ben, der 27-Jäh­ri­ge lei­tet dort das Pro­jekt­ma­nage­ment und be­schrieb aus­führ­lich im Ge­mein­de­rat, was ge­plant ist.

Fri­cke leg­te auf die Tat­sa­che Wert, dass die Ge­mein­schafts­räu­me dann auch Ver­ei­nen aus Groß­pös­na für de­ren Ver­samm­lun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen: „Wir öff­nen uns ge­gen­über der Ge­mein­de und der Nach­bar­schaft, das soll wei­te­res Le­ben in den Wohn­park brin­gen, der kei­ne in sich ab­ge­schlos­se­ne An­la­ge dar­stellt.“Jo­chen Zeeh (44) vom Pro­jekt­part­ner Im­mo­tiss Ca­re Gm­bh und zu­gleich Be­ra­ter für Ge­sund­heits- und Se­nio­ren­im­mo­bi­li­en sieht in dem Vor­ha­ben ein nach­ge­frag­tes und zeit­ge­mä­ßes Be­treu­ungs­kon­zept, das der Nach­fra­ge nach Wohn­park­kon­zep­ten auch in 20 bis 30 Jah­ren noch ge­recht wird. En­de 2019, An­fang 2020 soll der Wohn­park er­öff­net wer­den.

Auf an­de­ren Tei­len des Are­als wer­den Flä­chen für den Bau von Ein­fa­mi­li­en­häu­sern ver­kauft. Auch die Ge­mein­de hat sich ei­ne Flä­che für ei­ne neue Kin­der­ta­ges­stät­te ab­ge­knapst. Au­ßer­dem füg­ten die Pla­ner auf Wunsch der Ge­mein­de auch zwei Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser mit künf­ti­gen Miet­woh­nun­gen ein. Schon we­gen die­ser Pro­jek­te ist qua­si aus­ge­schlos­sen, dass die Se­nio­ren nur un­ter sich blei­ben. Und wie Mat­thi­as Kap­pis aus­führ­te, ist auf dem Are­al zu­dem klein­flä­chi­ges Ge­wer­be ge­plant. Der Ge­schäfts­füh­rer der Fir­ma „Kap­pis Kopf Grup­pe“hat­te fast das ge­sam­te Ge­län­de ge­kauft und nimmt nun die bau­li­che Um­set­zung der Plä­ne in An­griff. „Ins­ge­samt wer­den hier rund 50 Mil­lio­nen Eu­ro ver­baut“, sag­te der 51-Jäh­ri­ge.

Micha­el Schnei­der ist ein Nach­bar des Pro­jek­tes, und nicht ir­gend­ei­ner. Der Cen­ter­ma­na­ger des Ein­kaufs­zen­trums Pös­na­park ist na­he dar­an, von ei­nem „Sech­ser im Lot­to“zu spre­chen. „Die­se Ent­wick­lung ist für uns ex­trem po­si­tiv. Schon wäh­rend der Bau­pha­se und erst recht spä­ter er­schließt sich uns für die Nah­ver­sor­gung mit den Be­woh­nern ein neu­es Kun­den­po­ten­zi­al, das wir an uns bin­den kön­nen. Auch We­ge vom Neu­bau­ge­biet zum Pös­na­park wer­den ge­baut – es ist ei­ne sehr ko­ope­ra­ti­ve Zu­sam­men­ar­beit mit den Pro­jekt­ent­wick­lern“, schwärm­te der 49-Jäh­ri­ge.

Zu­frie­den zeig­ten sich auch die Ge­mein­de­rä­te. Als ei­ner von ih­nen nach den Ver­ga­be­kri­te­ri­en für die Wohn­plät­ze frag­te, scherz­te Bür­ger­meis­te­rin Ga­b­rie­la Lantzsch zu­nächst: „Erst ein­mal krie­gen wir dort al­le ei­nen Platz.“Und schob dann ernst­haft nach: „Es ist un­ser In­ter­es­se, dass die Groß­pös­na­er zum Zug kom­men. Denn so et­was fehlt in un­se­rer Ge­mein­de für un­se­re Se­nio­ren ein­fach noch.“

Fo­to: Olaf Barth

Ama­lia Lindt-herr­mann, Jo­chen Zeeh, Phi­leas Fri­cke, Mat­thi­as Kap­pis und Axel Handt (von links) prä­sen­tie­ren ih­ren Plan für ei­nen Se­nio­ren-wohn­park.

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