Mag­de­bur­ger Fir­ma bei Hel­men Welt­markt­füh­rer

Der M0rkt­füh­rer Schu­berth Gmbh pro­du­ziert in Mit­tel­deutschl0nd / Nie­der­l0s­sun­gen 0uf drei Kon­ti­nen­ten

Leipziger Volkszeitung - - ERSTE SEITE - VON ANJA FALGOWSKI

MAG­DE­BURG. Der welt­wei­te Markt­füh­rer für Hel­me kommt aus Mit­tel­deutsch­land. Die Mag­de­bur­ger Schu­berth Gmbh pro­du­ziert den Kopf­schutz für Renn­fah­rer ge­nau­so wie für Sol­da­ten oder Feu­er­wehr­leu­te. Die hoch­wer­ti­gen Hel­me werden in 55 Län­der ex­por­tiert.

MAG­DE­BURG. Sti­che kön­nen den Helm nicht durch­sto­ßen, Stö­ße ihn nicht zer­stö­ren, Flam­men und Che­mi­ka­li­en zer­fres­sen ihn nicht. P100F heißt der Schutz­helm. Be­am­te von Spe­zi­al­ein­hei­ten der Po­li­zei tra­gen ihn, die Be­reit­schafts­po­li­zei und der Ord­nungs­dienst in Sach­sen. Her­ge­stellt wird der Helm von der Schu­berth Gmbh in Mag­de­burg – und zwar in Hand­ar­beit, je­des ein­zel­ne Stück! Kom­for­ta­bel sei der Helm, sagt Mi­l­ad Youk­han­na, Ma­na­ger der Ab­tei­lung Mi­li­ta­ry & Law En­force­ment des Un­ter­neh­mens. „Und er ist leicht: Meh­re­re Ara­mid­la­gen und ein sechs Mil­li­me­ter star­kes Vi­sier wie­gen gera­de ein­mal 2000 Gramm.“

Die Hel­me von Schu­berth sind welt­weit im Ein­satz: Deut­sche und eu­ro­päi­sche Sol­da­ten tra­gen sie im Irak und in Af­gha­nis­tan. Un-blau­helm-sol­da­ten sind da­mit aus­ge­rüs­tet, Feu­er­wehr­leu­te aus den Ara­bi­schen Emi­ra­ten oder Berg­leu­te in Deutsch­land. Und eben auch Po­li­zis­ten, Feu­er­wehr- und Mi­li­tär­an­ge­hö­ri­ge aus Sach­sen. Schu­berth lie­fert meh­re­re Tau­send Mi­li­tär-, Po­li­zei-, Feu­er­wehrund Ar­beits­schutz­hel­me jähr­lich an Be­hör­den des Frei­staats. „Ein­sät­ze von Si­cher­heits­kräf­ten in ei­ner gro­ßen Men­schen­men­ge müs­sen nicht es­ka­lie­ren – aber es kann eben doch pas­sie­ren“, sagt Mi­l­ad Youk­han­na. „Le­bens­ret­ter und Le­bens­schüt­zer sind mit den Schu­ber­th­hel­men auf je­de Si­tua­ti­on vor­be­rei­tet und ge­gen po­ten­zi­el­le An­grif­fe best­mög­lich ge­schützt.“

Ge­grün­det als Schrei­ne­rei

Das Un­ter­neh­men hat ei­ne lan­ge Ge­schich­te: Schu­berth wur­de 1922 als Schrei­ne­rei in Braun­schweig ge­grün­det. Zu­nächst pro­du­zier­te man Bier­käs­ten, be­vor die Fir­ma sie­ben Jah­re spä­ter mit der Pa­ten­tie­rung ei­ner Mi­li­tär­helm-in­nen­aus­stat­tung in das Helm­ge­schäft ein­stieg. Seit­dem er­wei­tert Schu­berth sei­ne Pro­dukt­pa­let­te Jahr für Jahr mit Hel­men für Mi­li­tär, Ar­beits­schutz, Renn­sport oder Feu­er­wehr. Im Jahr 2005 zog die Fir­ma nach Mag­de­burg, auf­grund der „op­ti­ma­len Vor­aus­set­zun­gen“, die „so­wohl die Qua­li­tät des Stand­orts selbst wie auch die Qua­li­tät des Ar­beits­mark­tes hier be­tref­fen“, wie dies Jan Be­cker, CEO von Schu­berth, be­grün­det: „Mehr als 400 Mit­ar­bei­ter sind heu­te in Mag­de­burg be­schäf­tigt.“

Seit den 1950er-jah­ren pro­du­ziert Schu­berth auch Mo­tor­rad­hel­me. Im Hau­se ent­wi­ckelt und im ei­ge­nen Wind­ka­nal er­forscht, werden sie zu­dem auf dem Kli­ma­prüf­stand oder im Akus­ti­k­la­bor ge­tes­tet. Da­bei un­ter­su­chen Tech­ni­ker den Ein­fluss der Luft­tem­pe­ra­tur und der Feuch­tig­keit auf das Kli­ma im In­ne­ren des Helms. Die Helm­scha­len werden aus ei­nem end­los lan­gen Glas­fa­den und un­ter Zu­satz ei­ner ex­akt de­fi­nier­ten Men­ge Harz und un­ter ho­hem Druck zu ei­ner Helm­scha­le in Form ge­presst, la­ckiert und mit De­kor ver­se­hen. An­schlie­ßend bringt man die In­nen­pols­ter an; An­bau­tei­le wie Vi­sier, Kinn­rie­men und Helm­schloss fol­gen.

Seit dem Jahr 2000 stat­tet Schu­berth auch For­mel-1-fah­rer mit maß­ge­fer­tig­ten Kopf­schutz­sys­te­men aus. „Nick Heid­feld war da­mals un­ser ers­ter Renn­fah­rer als Wer­be­trä­ger von Schu­berth“, er­in­nert sich Be­cker, „mit Micha­el Schu­ma­cher ent­wi­ckel­te sich ei­ne lang­jäh­ri­ge Ver­bin­dung, die üb­ri­gens auch nach sei­nem Aus­stieg aus der For­mel 1 an­dau­er­te.“Die jahr­zehn­te­lan­ge Er­fah­rung bei der Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on von Renn­hel­men floss in den SF2 Pro ein, ge­tra­gen bei­spiels­wei­se vom Re­naul­tSpit­zen­fah­rer Ni­co Hül­ken­berg. Die­ser Renn­sport­helm ist ei­ner der leich­tes­ten der Welt: 1150 Gramm – 150 Gramm we­ni­ger als sein Vor­gän­ger – wiegt das Stück aus meh­re­ren La­gen Kar­bon­ver­bund­stoff. „Im Spit­zen­sport ma­chen je­de Hun­derts­tel­se­kun­de und je­des Gramm Ge­wicht ei­nen ge­wal­ti­gen Un­ter­schied, der über Er­folg und Miss­er­folg ent­schei­det“, so Be­cker. „Der Fah­rer wird bei har­ten Brem­sun­gen mit dem Viel­fa­chen sei­nes ei­ge­nen Kör­per­ge­wichts in die Gur­te ge­drückt. Mit dem SF2 Pro stellt Schu­berth Renn­fah­rern ei­nen Helm zur Ver­fü­gung, der durch kon­se­quen­ten Leicht­bau ih­re Na­cken­mus­ku­la­tur noch we­ni­ger be­las­tet.“

Ex­port in 55 Län­der

Schu­berth-hel­me sind kei­ne Bil­lig­pro­duk­te, die Kos­ten für ei­nen in­di­vi­du­el­len Pro­fi-renn­sport­helm kön­nen bei­spiels­wei­se im vier­stel­li­gen Be­reich lie­gen. Die preis­wer­te­ren Kon­kur­renz­pro­duk­te fürch­tet man nicht. „Wir sind Pre­mi­um­her­stel­ler und ste­hen für best­mög­li­che Qua­li­tät und ein Höchst­maß an Si­cher­heit“, so Be­cker. Vie­le Tau­sen­de Hel­me ex­por­tiert Schu­berth pro Jahr in 55 Län­der. Nie­der­las­sun­gen un­ter­hält das Un­ter­neh­men in den USA, Ita­li­en, Frank­reich und Thai­land. Im Rah­men ih­rer Ex­pan­si­on baue man, sagt Jan Be­cker, in­ter­na­tio­na­le Ko­ope­ra­tio­nen wei­ter aus, ins­be­son­de­re im asia­ti­schen Raum.

Fo­to: Jens Wolf/dp0

Hel­me für Renn­fah­rer sind nur ein Teil der Pro­dukt­pa­let­te der Mag­de­bur­ger Fir­ma Schu­berth Gmbh. Sie stellt in Hand­ar­beit auch Kopf­schutz für Po­li­zei, Feu­er­wehr und Mi­li­tär her.

Fo­to: K0i Sp0e­te

Jan Be­cker, Ge­schäfts­füh­rer der Schu­berth Gmbh in Mag­de­burg.

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