Wer kann mit wem re­gie­ren?

Po­li­tik­wis­sen­schrft­ler Hein­rich O0er­reu­ter: Bis ruf ei­ne Csu-al­lein­re­gie­rung ist frst rl­les mög­lich

Leipziger Volkszeitung - - BLICKPUNKT - VON MAR­KUS DE­CKER

Seit 1966 wird Bay­ern al­lein von der CSU re­giert – mit ei­ner kur­zen Un­ter­bre­chung: der Ko­ali­ti­ons­re­gie­rung aus CSU und FDP von 2008 bis 2013. Welche Re­gie­rungs­va­ri­an­ten sind nach die­ser Wahl mög­lich? Wir ge­ben mit dem Pas­sau­er Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler Hein­rich Ober­reu­ter ei­nen Über­blick:

■ Fort­set­zung der Csu-al­lein­re­gie­rung: „Das ist nicht vor­stell­bar“, sagt Ober­reu­ter, der selbst Csu-mit­glied ist. Die letz­ten Um­fra­gen sa­hen die CSU zwi­schen 33 und 34 Pro­zent. Zwar ist die Zahl der Un­ent­schie­de­nen nach wie vor hoch, doch „ei­ne Vier vor­ne dran ist höchst un­wahr­schein­lich“. So dürf­te es für die Mehr­heit der Mandate nicht rei­chen.

■ CSU und Freie Wäh­ler: „Ei­ne Ko­ali­ti­on mit den Frei­en Wäh­lern ist die sich gera­de­zu auf­drän­gen­de Va­ri­an­te, weil es zwi­schen ih­nen kei­ne welt­an­schau­li­chen Klüf­te gibt“, sagt Ober­reu­ter. Die Frei­en Wäh­ler sei­en „Fleisch vom Flei­sche der CSU“. Die Dif­fe­ren­zen be­schränk­ten sich auf die Fra­ge, ob man die Kom­mu­nen stär­ker be­zu­schus­sen soll­te – was die Frei­en Wäh­ler wünsch­ten. „Bei­de Part­ner wür­den lo­cker ei­nen Ko­ali­ti­ons­ver­trag zu­stan­de krie­gen. Wenn es rech­ne­risch reicht, dann gibt es ge­nau das.“

■ CSU, Freie Wäh­ler und FDP: Das wür­de die Re­gie­rungs­ar­beit ge­wiss kom­pli­zier­ter ma­chen. Al­ler­dings ha­ben CSU und FDP schon ein­mal ge­mein­sam re­giert. Das Drei­er-bünd­nis gilt als die zweit­wahr­schein­lichs­te Va­ri­an­te.

■ Schwarz-grün: Schwarz-grün wä­re die spek­ta­ku­lärs­te Op­ti­on, weil bei­de Par­tei­en ein­an­der kul­tu­rell fremd sind. Aus dem­sel­ben Grund weckt die­se Op­ti­on aber auch Fan­ta­si­en. In Wahr­heit gilt Schwarz-grün in Bay­ern eher als Fa­ta Mor­ga­na. Auch we­gen der Ge­gen­sät­ze auf zen­tra­len Po­li­tik­fel­dern – wie der Eu­ro­pa­po­li­tik, der Flücht­lings­po­li­tik, der Land­wirt­schafts­po­li­tik, der Si­cher­heits­po­li­tik. Ober­reu­ter sagt: „In­halt­lich gibt es da kein Mit­ein­an­der.“

■ Schwarz-rot: Er­heb­li­che in­halt­li­che Ge­gen­sät­ze be­ste­hen eben­falls zwi­schen CSU und SPD – zu­mal die baye­ri­schen So­zi­al­de­mo­kra­ten sich in­ner­halb der ei­ge­nen Par­tei eher links po­si­tio­nie­ren. Mit­hin dürf­te auch die­se Va­ri­an­te aus­ge­schlos­sen sein, zu­mal es rech­ne­risch wohl eh nicht reicht.

■ Ge­gen die CSU: Rech­ne­risch scheint ein Bünd­nis aus Grü­nen, Frei­en Wäh­lern, SPD und FDP mög­lich. Po­li­tisch nicht. „Ich glau­be nicht, dass dies der Ak­zep­tanz im Vol­ke die­nen wür­de“, sagt Ober­reu­ter. „Eher wä­re ei­ne Min­der­heits­re­gie­rung aus CSU und Frei­en Wäh­lern mög­lich.“

Der Land­tag muss 20 Ta­ge nach der Wahl zu­sam­men­tre­ten und spä­tes­tens sie­ben Ta­ge nach sei­nem Zu­sam­men­tre­ten ei­nen neu­en Mi­nis­ter­prä­si­den­ten wäh­len. Sonst gibt es Neu­wah­len.

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