Brot, But­ter und ein biss­chen Bar­geld

C0sh­b0ck 0n der Su­per­m0rkt­k0s­se: Wie es funk­tio­niert, w0s be0ch­tet werden soll­te

Leipziger Volkszeitung - - MENSCHEN UND MÄRKTE - VON SA­BI­NE MEU­TER

Im Su­per­markt kön­nen sich Ver­brau­cher nicht nur mit Le­bens­mit­teln ein­de­cken – vie­ler­orts er­hal­ten sie jetzt auch Bar­geld. Beim Be­zah­len an der Kas­se be­steht die Mög­lich­keit, Geld vom Kon­to ab­zu­he­ben. Die­ser Vor­gang nennt sich Cash­back. An ei­nem Ter­mi­nal an der Kas­se ste­cken Kun­den ih­re Gi­ro­kar­te in den vor­ge­se­he­nen Schlitz, tip­pen die Ge­heim­num­mer ein und ge­ben die Bei­trags­hö­he an. „In der Re­gel kann man ab ei­nem Ein­kaufs­wert von 20 Eu­ro bis zu 200 Eu­ro Bar­geld ab­he­ben“, sagt Tan­ja Bel­ler vom Bun­des­ver­band deut­scher Ban­ken in Ber­lin.

Nicht nur Le­bens­mit­tel­ket­ten bie­ten die­sen Ser­vice an, son­dern auch vie­le Tank­stel­len, Bau­märk­te, Bio­märk­te oder Dis­coun­ter. Vor­rei­ter war die Han­dels­ket­te Rewe, die Cash­back be­reits seit vie­len Jah­ren an­bie­tet. Al­ler­dings ist es erst durch ge­än­der­te ge­setz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen mög­lich, den Kun­den Bar­geld aus­zu­zah­len. „Bis 2009 galt die­ser Ser­vice als Zah­lungs­dienst und wur­de nur im Rah­men von auf­wen­di­gen Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen ge­stat­tet“, er­klärt Ul­rich Bin­ne­bö­ßel vom Han­dels­ver­band Deutsch­land (HDE). Erst seit Ja­nu­ar 2013 gibt es Händ­ler­be­din­gun­gen im Gi­ro­card-ver­fah­ren, die Cash­back of­fi­zi­ell ge­stat­ten.

Nach Hde-schät­zun­gen wird in­zwi­schen in rund 21 000 Ge­schäf­ten und Fi­lia­len hier­zu­lan­de Cash­back an­ge­bo­ten. „Der Ser­vice wird im­mer be­kann­ter, und da­mit steigt die Nach­fra­ge“, so Bin­ne­bö­ßel. Noch ist das In­ter­es­se al­ler­dings eher ver­hal­ten. Da­bei hat die­se Art der Bar­geld­be­schaf­fung durch­aus Vor­tei­le. „Für den Kun­den fal­len kei­ne Ex­tra-kos­ten an, und man kann sich zu­sam­men mit dem Ein­kauf leicht mit Bar­geld ver­sor­gen“, sagt Andrea Hey­er von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Sach­sen in Leip­zig.

Zugleich schlie­ßen im­mer mehr Bank­fi­lia­len und es gibt ei­ne wach­sen­de Zahl von Kon­ten bei In­ter­net­ban­ken, die kein ei­ge­nes Geld­au­to­ma­ten­sys­tem ha­ben. „Vor die­sem Hin­ter­grund se­hen wir ei­nen wach­sen­den Be­darf an al­ter­na­ti­ven Me­tho­den zur Bar­geld­be­schaf­fung“, sagt Bin­ne­bö­ßel. Denn nach wie vor ist Bar­geld das wich­tigs­te Zah­lungs­mit­tel in Deutsch­land. Mehr als drei Vier­tel der Kun­den be­zah­len ih­re Ein­käu­fe in bar.

„Der Händ­ler kann durch die Aus­zah­lung sei­ne Bar­geld­vor­rä­te re­du­zie­ren“, er­klärt Bel­ler. Das ist für ihn aus Si­cher­heits­grün­den ein Vor­teil. „Al­ler­dings darf man nicht glau­ben, dass sich Händ­ler hier bil­lig vom Bar­geld ent­las­ten kön­nen, das sie an­sons­ten um­ständ­lich zur Bank brin­gen müss­ten“, so Bin­ne­bö­ßel. Denn nach wie vor sind es die Händ­ler, die für die ent­spre­chen­den Kar­ten­zah­lungs­ge­büh­ren auf­kom­men müs­sen. Für die Aus­zah­lung von 100 Eu­ro beim Ein­kauf muss der Händ­ler min­des­tens 20 Cent an die Bank des Kun­den zah­len. Erst wenn die­se Ge­bühr ent­fällt, könn­te es für Händ­ler auch zu Ein­spa­run­gen kom­men.

Kun­den kön­nen in­des den Ser­vice pro­blem­los in An­spruch neh­men. Sie müs­sen le­dig­lich dar­auf ach­ten, den not­wen­di­gen Min­destein­kaufs­be­trag ein­zu­hal­ten. Nach dem Zah­lungs­dien­ste­ge­setz muss mit ei­ner Bar­geld­aus­ga­be durch den Händ­ler ein Ein­kauf von Wa­ren ein­her­ge­hen. An­sons­ten han­delt es sich um ei­nen ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Zah­lungs­dienst, den nur Geld­in­sti­tu­te aus­üben dür­fen. Der Ein­kauf soll­te da­bei im Vor­der­grund ste­hen. Das heißt: Ein Ali­bi­kauf über we­ni­ge Cent reicht nicht aus, um ei­ne Aus­zah­lung zu ge­stat­ten. „Seit Kur­zem sind statt der bis­lang 20 Eu­ro in ei­ni­gen Ge­schäf­ten auch 10 Eu­ro als Min­destein­kauf ak­zep­tiert“, er­klärt Bin­ne­bö­ßel. Bei man­chen An­bie­tern kön­nen sich Kun­den ein­mal täg­lich Geld aus­zah­len las­sen, bei an­de­ren mehr­mals am Tag.

Die Ge­büh­ren für Kun­den 0nde­rer B0n­ken müs­sen 0m Au­to­m0ten 0nge­ge­ben werden. M0nch­m0l ge­schieht d0s

Bei Kre­dit­kar­ten be­stimmt nicht der Au­to­m0ten­be­trei­ber die Ge­bühr, son­dern die B0nk, die die K0r­te 0us­ge­ge­ben h0t.

Fo­to: Ben­j0min Nol­te/dp0

Mitt­ler­wei­le bie­ten 21 000 Ge­schäf­te und Fi­lia­len in Deutsch­land die Mög­lich­keit, an der Kas­se Bar­geld vom Kon­to ab­zu­he­ben.

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