Re­gis­seu­re kri­ti­sie­ren Se­ri­en­flut

„Ba­by­lon Ber­lin“-team fürch­tet Mo­no­kul­tur

Leipziger Volkszeitung - - MEDIEN - VON IM­RE GRIMM

D ie drei Re­gis­seu­re der 40-Mil­lio­nen­Eu­ro-se­rie „Ba­by­lon Ber­lin“kri­ti­sie­ren die an­schwel­len­de Se­ri­en­flut im in­ter­na­tio­na­len Fernsehen. „Plötz­lich soll jetzt al­les min­des­tens sechs Tei­le ha­ben“, sag­te Tom Tykwer dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND). Die ho­he glo­ba­le Nach­fra­ge nach Se­ri­en ber­ge die Ge­fahr, dass auch un­ge­eig­ne­te Stof­fe zu TVMehr­tei­lern wür­den. „Es ist zu be­fürch­ten, dass man über­haupt nichts an­de­res mehr ma­chen darf als Se­ri­en“, sag­te auch Tykwers Kol­le­ge Henk Hand­lo­eg­ten. Er ha­be den Ein­druck, dass al­les, was vor­her schon für 90 Mi­nu­ten nicht ge­taugt ha­be, jetzt zur Se­rie auf­ge­bla­sen wer­de. „Das ist kei­ne er­freu­li­che Ent­wick­lung. Man soll­te wirk­lich et­was zu er­zäh­len ha­ben“, so Hand­lo­eg­ten. Sonst sei es für den Zu­schau­er „ein­fach nur ei­ne wei­te­re Ta­pe­te, die man an­knipst“.

Die Fern­seh­land­schaft ver­än­de­re sich dra­ma­tisch, sag­te auch Achim von Bor­ries. „Deutsch­land war ei­nes der letz­ten Län­der, in de­nen sich die­ser Wan­del jetzt voll­zieht.“Für die Pro­duk­ti­on von „Ba­by­lon Ber­lin“ha­be das Team über Jah­re kämp­fen müs­sen. „Es gab enor­me Wi­der­stän­de“, sag­te Hand­loet­gen. „Es war nicht denk­bar, als wir an­ge­fan­gen ha­ben mit die­sem Pro­jekt. Da schrieb die deut­sche Presse schon seit un­ge­fähr sechs Jah­ren: ,War­um gibt’s so et­was noch nicht aus Deutsch­land?‘ Und es war ein­fach nicht mög­lich.“Die ers­ten bei­den Staf­feln von „Ba­by­lon Ber­lin“nach dem Ro­man „Der nas­se Fisch“von Vol­ker Kut­scher wur­den von Sky und der ARD ko­pro­du­ziert und sind bis zum 8. No­vem­ber im Ers­ten zu se­hen.

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