Los geht’s – dank Spen­den der Leip­zi­ger

Schon 40 000 Eu­ro für Ca­ri­tas-wohn­pro­jekt / Lvz-spen­den­ak­ti­on noch ei­ne Wo­che

Leipziger Volkszeitung - - ERSTE SEITE - ➦ www.lvz.de/spen­den­ak­ti­on

D ie Leip­zi­ger sind in groß­ar­ti­ger Spen­den­freu­de: Die Lvz-ak­ti­on „Ein Licht im Ad­vent“konn­te al­lein für das Ca­ri­tas-wohn­pro­jekt schon über 40000 Eu­ro sam­meln. Mit dem Geld kön­nen in Grünau end­lich Un­ter­künf­te für Men­schen in aku­ter Woh­nungs­not auf Vor­der­mann ge­bracht wer­den. Die drin­gend not­wen­di­gen Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten ha­ben in die­sen Ta­gen dank der vie­len Geld­spen­den schon be­gon­nen. So wie in der Woh­nung von Ro­si Ha­e­ger­le in der Sel­li­ner Stra­ße 11.

Mög­lich ma­chen das die zahl­rei­chen Geld­spen­den der Lvz-le­ser. Täg­lich be­kommt die Ca­ri­tas zu­dem An­ge­bo­te für Ta­pe­ten, Bet­ten und Pols­ter­mö­bel. Die Freu­de über den Zu­spruch der LVZ- Le­ser ist bei Ca­ri­tas­ver­band und Be­woh­nern sehr groß: „Wir sind völ­lig über­rascht, wie vie­le Men­schen sich in so kur­zer Zeit bei uns ge­mel­det ha­ben“, sagt So­zi­al­ar­bei­ter Mar­tin Ci­up­ka. Und es wird wei­ter je­der Eu­ro ge­braucht: Denn die An­zahl von Men­schen in Woh­nungs­not wächst. „Die Si­tua­ti­on hat sich ver­schärft“, sagt Ci­up­ka mit Blick auf den an­ge­spann­ten Woh­nungs­markt. Es ge­be kaum noch Wohn­raum, den kei­ner ha­ben wol­le. Um­so drin­gen­der sei­en da­her Hilfs­an­ge­bo­te, wie sie auch die Ca­ri­tas be­reit­stel­le.

Noch ei­ne Wo­che lang kann auf das Lvz-spen­den­kon­to ein­ge­zahlt wer­den, das wir mit freund­li­cher Un­ter­stüt­zung der Spar­kas­se Leip­zig ein­ge­rich­tet ha­ben. Je­der Eu­ro kommt dann di­rekt beim Ca­ri­tas-hilfs­pro­jekt an.

Die An­teil­nah­me der Lvz-le­ser an Men­schen in Woh­nungs­not ist über­wäl­ti­gend: In­ner­halb von drei Wo­chen gin­gen über 40000 Eu­ro Spen­den für den Ca­ri­tas­ver­band Leip­zig ein. Das Geld von der LVZAk­ti­on „Ein Licht im Ad­vent“wird für die Re­no­vie­rung von Räu­men und für die Be­treu­ung der Men­schen, die in Woh­nungs­not ge­ra­ten sind, ver­wen­det.

Mar­tin Ci­up­ka be­treut seit 2011 Kli­en­ten, der­zeit küm­mert er sich mit sei­nen acht Kol­le­gen um et­wa 75 Men­schen. Sechs le­ben in den von der Ca­ri­tas an­ge­mie­te­ten Woh­nun­gen in der Sel­li­ner Stra­ße in Grünau. „Die Si­tua­ti­on hat sich ver­schärft“, sagt der 42-Jäh­ri­ge mit Blick auf den Woh­nungs­markt. „Frü­her muss­te man beim Ver­mie­ter Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten, dann wur­de man fün­dig.“Da­mals gab es noch Wohn­raum, den nie­mand ha­ben woll­te, et­wa mit Ga­se­ta­gen­hei­zung, au­ßer­halb der Stadt oder in ab­ge­wohn­ten Ap­par­te­ments.

Güns­ti­ger Wohn­raum wird sel­te­ner

Heu­te ge­be es die­se Woh­nun­gen al­ler­dings im­mer sel­te­ner, gleich­zei­tig sei aber der Be­darf nach güns­ti­gem Wohn­raum ge­stie­gen. „Vie­le Leu­te sind be­reit, mehr zu zah­len. Das deckt Re­no­vie­rungs­kos­ten ab“, er­klärt der So­zi­al­ar­bei­ter. Ge­ra­de Ein-zim­mer-woh­nun­gen und ei­ne Fa­mi­li­en-blei­be mit mehr als vier Zim­mern sei­en schwer zu fin­den. Täg­lich sucht Ci­up­ka nach In­se­ra­ten, die für sei­ne Kli­en­ten in Fra­ge kom­men. Doch auch we­ni­ger at­trak­ti­ve Woh­nun­gen sind in­ner­halb kur­zer Zeit ver­ge­ben. „Wir ha­ben vie­le Mit­be­wer­ber“, stellt Ci­up­ka fest. Ei­ni­ge Ver­mie­ter schrei­ben so­gar in die An­zei­ge, dass sie Be­zie­her von Ar­beits­lo­sen­geld II bit­ten, Ab­stand von ei­ner Be­wer­bung zu neh­men. Da­her ging die Ca­ri­tas ei­nen Schritt wei­ter, mie­te­te An­fang die­ses Jah­res drei Woh­nun­gen in Grünau an. Edith Per­le­berg und Ro­si Ha­e­ger­le (LVZ be­rich­te­te) fan­den dort ein neu­es Zu­hau­se. „Wenn der Trä­ger­ver­ein un­ter­schreibt, muss sich der Ver­mie­ter kei­ne Sor­gen ma­chen“, er­klärt Ci­up­ka. Die Ca­ri­tas wie­der­um ver­mie­tet die Woh­nun­gen auf ei­ge­nes Ri­si­ko wei­ter an Be­dürf­ti­ge, häu­fig mit ne­ga­ti­ver Miet­bio­gra­fie.

Da­mit der Ver­band die Mie­te re­gel­mä­ßig be­kommt, be­glei­ten Ci­up­ka und sei­ne Kol­le­gen die aus­ge­wähl­ten Kli­en­ten durch den Be­hör­den­dschun­gel. Sie tref­fen sich mit ih­nen, prü­fen, was zur pre­kä­ren Si­tua­ti­on ge­führt hat und sor­gen da­für, dass der Feh­ler nicht noch ein­mal pas­siert. Au­ßer­dem hilft Ci­up­ka, Gel­der von Job­cen­ter, So­zi­al­amt oder Kran­ken­kas­se zu be­an­tra­gen. Der So­zi­al­ar­bei­ter steht auch mit den Ver­mie­tern in Kon­takt. Sie mel­den sich, wenn die Mie­te nicht ge­zahlt wur­de, so dass Ci­up­ka noch wäh­rend des lau­fen­den Mo­nats mit dem Kli­en­ten die fi­nan­zi­el­len Pro­ble­me lö­sen kann.

Ei­ni­ge Hilfs­be­dürf­ti­ge un­ter­stützt der So­zi­al­ar­bei­ter bei Be­wer­bun­gen. Au­ßer­dem steht Ci­up­ka in stän­di­gem Kon­takt mit dem öku­me­ni­schen Wohn­pro­jekt Qu­el­le e.v. „In der Sel­li­ner Stra­ße hat Qu­el­le schon 2006 Woh­nun­gen an­ge­mie­tet, wir sind dann mit ein­ge­stie­gen und ar­bei­ten nun als gleich­be­rech­tig­te Part­ner mit der Leip­zi­ger Woh­nungs- und Bau­ge­sell­schaft zu­sam­men“, sagt Ci­up­ka.

Um den Kli­en­ten noch nach­hal­ti­ger zu hel­fen, müss­ten sich Trä­ger noch en­ger ver­net­zen und mit der Woh­nungs­wirt­schaft en­ger zu­sam­men­ar­bei­ten, meint Ci­up­ka. Dank der groß­zü­gi­gen Spen­den über „Ein Licht im Ad­vent“kann der Ca­ri­tas­ver­band nun in an­de­ren Grö­ßen­ord­nun­gen pla­nen. Es ge­be Über­le­gun­gen, ei­ne wei­te­re Woh­nung an­zu­mie­ten, sagt Ci­up­ka.

Fo­tos: An­dré Kemp­ner

Kars­ten Tau­hardt (rechts) und Le­na­to Cal­de­ra vom Sucht­zen­trum re­no­vie­ren das Zim­mer von Ro­si Ha­e­ger­le, die mit­hilft. Sie wur­de in Woh­nungs­not vom Ca­ri­tas­ver­band un­ter­stützt. Die Spen­den, die über „Ein Licht im Ad­vent“ein­ge­hen, er­mög­li­chen die Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten. Klei­nes Fo­to: Mar­tin Ci­up­ka vor dem Miets­haus in Grünau.

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