Leip­zig legt Axt am Stadt­wald an

Bis En­de Ja­nu­ar sol­len über tau­send Bäu­me fal­len

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - Von An­dre­as Tap­pert

Leip­zigs Förs­ter wol­len im Stadt­wald wie­der über tau­send Bäu­me fäl­len las­sen. Dies kün­dig­te am Frei­tag im Neu­en Rat­haus An­dre­as Si­ckert, Ab­tei­lungs­lei­ter Stadt­fors­ten, an. Die Fäll­ak­ti­on wer­de bis En­de Ja­nu­ar dau­ern und in die Er­stel­lung des Pla­nes sei­en die Na­tur­schutz­be­hör­den und die Na­tur­schutz­ver­bän­de ein­be­zo­gen wor­den, er­klär­te Leip­zigs obers­ter Förs­ter. Die Er­lö­se aus dem Ver­kauf der ge­fäll­ten Bäu­me be­zif­fer­te Si­ckert auf Nach­fra­ge mit 90 000 bis 100 000 Eu­ro. „Un­se­re Auf­wen­dun­gen für die Fäl­lun­gen sind aber dop­pelt so hoch“, be­ton­te er. „Wir ma­chen Ver­lust.“

Be­trof­fen von der Fäll­ak­ti­on ist be­son­ders die Non­ne im Au­wald, wo 2315 Fest­me­ter ein­ge­schla­gen wer­den sol­len. Auf der West­sei­te des Co­s­pu­de­ner Sees sol­len 2235 Fest­me­ter fal­len, im Con­ne­wit­zer Holz 1868 Fest­me­ter. Ein­ge­schla­gen wird auch an der Lau­er (1355 Fest­me­ter), in der Bur­gaue (911 Fest­me­ter), im Re­vier­ort Gott­ge und Cot­ta­weg (713 Fest­me­ter) so­wie im Plau­ßi­ger Wäld­chen (516 Fest­me­ter).

Be­grün­det wer­den die Fäl­lun­gen mit dem Ziel, in den Wäl­dern die bio­lo­gi­sche Viel­falt zu er­hal­ten und ins­be­son­de­re den An­teil der Stie­lei­chen zu er­hö­hen. Durch Fäl­lun­gen an den Wan­der­we­gen wer­de auch die Ver­kehrs­si­cher­heit ge­währ­leis­tet, heißt es. Durch­ge­führt wür­den Aus­lich­tun­gen, Jung- und Alt­durch­fors­tun­gen, Jung­wuchs­und Jung­be­stands­pfle­ge so­wie das Fäl­len von ab­ster­ben­den Bäu­men. Im An­schluss an die Fäl­lun­gen könn­ten auf rund 2,6 Hekt­ar Pflanz­flä­che rund 26 000 Bäu­me in die Er

Rü­di­ger Ditt­mar (links) und An­dre­as Si­ckert bei der Vor­stel­lung des Forst­wirt­schafts­pla­nes.

de kom­men. Dies sei ein wich­ti­ger Bei­trag zur Ver­jün­gung des Leip­zi­ger Stadt­wal­des.

Kri­tik an dem Plan gab es am Frei­tag vom Ver­ein „Na­tur­schutz und Kunst Leip­zi­ger Au­wald“(Nuk­la). „Es gab kei­ne rechts­kon­for­me öf­fent­li­che Ein­be­zie­hung der an­er­kann­ten Na­tur­schutz­ver­bän­de“, wi­der­sprach Ver­eins­chef Wolf­gang Stoi­ber der Darstel­lung des Rat­hau­ses. Die Forst­wirt­schafts­plä­ne wür­den auch nicht den neu­es­ten wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen ent­spre­chen. „Das Ab­hol­zen na­tur­na­her Laub­holz­be­stän­de zum Zwe­cke der Nach­pflan­zung von Forst­pflanz­gut ist we­der mit dem Na­tur­schutz­ge­dan­ken noch der Ziel­stel­lung ei­ner kli­ma­ge­rech­ten Wirt­schafts­wei­se ver­ein­bar“, so der Nuk­la-chef. Gleich­zei­tig for­der­te er „ei­ne kom­ple­xe Her­an­ge­hens­wei­se zur Um­set­zung öko­lo­gi­scher Be­lan­ge“. Dann wä­ren Fäl­lun­gen in ei­nem so gro­ßen Aus­maß nicht mehr nö­tig. „Wir hof­fen sehr, dass der neue Stadt­rat den Forst­wirt­schafts­plan kom­plett ab­lehnt“, so Stoi­ber. Leip­zig brau­che mehr Bäu­me, nicht we­ni­ger.

In den letz­ten Jah­ren lag die tat­säch­lich ein­ge­schla­ge­ne Holz­men­ge deut­lich un­ter der ur­sprüng­li­chen Pla­nung.

An­dre­as Si­ckert, Stadt­förs­ter

FO­TO: MA­RIO HOESEL

Mehr als tau­send Bäu­me sol­len in den nächs­ten Wo­chen im Stadt­wald ge­fällt wer­den.

FO­TO: A. KÜHNE

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