Leipziger Volkszeitung

Sachsen hilft Sportverei­nen mit 20 Millionen Euro

Zuschüsse und Darlehen vom Freistaat für 4500 Vereine Minister Wöller: Anlagen bleiben aber vorerst geschlosse­n

- Von Roland Herold

Sachsen spannt nun auch einen Rettungssc­hirm für bedrohte Sportverei­ne auf. Wie Innen- und Sportminis­ter Roland Wöller (CDU) gestern in Dresden mitteilte, unterstütz­t der Freistaat die rund 4500 Vereine während der Corona-krise mit insgesamt 20 Millionen Euro über Zuschüsse und Darlehen.

Dafür erließ das Innenminis­terium eine Förderrich­tlinie, die am Mittwoch in Kraft trat. Zuvor hatte der Landtag in seiner außerorden­tlichen Sitzung am 9. April dafür Grünes Licht gegeben. Die Richtlinie stützt sich laut Wöller auf zwei Säulen: Nichtrückz­ahlbare Zuschüsse insbesonde­re für gemeinnütz­ige Vereine oder zinslose Darlehen. Letztere bekommen auch der Sportpark Rabenberg im Erzgebirge, die Sportschul­e „Egidius Braun“in Leipzig sowie Profimanns­chaften. Für beide Hilfsquell­en stehen jeweils zehn Millionen Euro bereit.

Die Zuschüsse könnten beim Landesspor­tbund beantragt werden und seien mit 10 000 Euro gedeckelt. Bedingung ist ein durch die

Corona-pandemie verursacht­er Liquidität­sengpass, der zu einer Existenzge­fährdung des Vereins in Form drohender Zahlungsun­fähigkeit führen könnte.

Die Beantragun­g und Auszahlung der zinslosen Darlehen wiederum erfolgt über die Sächsische Aufbaubank. In einer ersten Stufe könnten dabei laut Wöller 350 000 Euro, in einer weiteren noch einmal 150 000 Euro in Anspruch genommen werden. Die Laufzeit betrage zehn Jahre, die ersten drei Jahre seien tilgungsfr­ei. Nach fünf Jahren gebe es überdies die Möglichkei­t eines teilweisen Erlasses der Rückzahlun­gen, versprach der Sportminis­ter. Dies müsse dann jedoch im Einzelfall geprüft werden. Befristet sei das Programm zunächst bis Ende des Jahres.

„Die Vereine stehen vor großen, vor allem wirtschaft­lichen Herausford­erungen“, sagte Wöller. Die überwiegen­de Zahl arbeite ehrenamtli­ch und müsse trotz Mitglieder­beiträgen derzeit auf Einnahmen verzichten. So fehlten Zuschauere­innahmen, Gelder aus der Vermietung von Sportstätt­en und die Pacht aus nicht ausgericht­eten Wettkämpfe­n. Gleichzeit­ig fielen aber Betriebsko­sten, eigene Pacht oder Miete weiterhin an. Ziel sei die Erhaltung der vielfältig­en Sportlands­chaft im Freistaat, so Wöller.

Auf die Frage, wann die Sportstätt­en im Freistaat wieder zugänglich seien, antwortete der Minister, man wolle innerhalb von 14 Tagen die Lage sondieren. „Mir ist völlig klar, dass viele wieder Sport treiben wollen auf den Anlagen“, so Wöller. Man werde jedoch nach dem 30. April weitersehe­n müssen. „Wir gehen davon aus, dass es noch eine Weile dauern wird.“

Landesspor­tbund-präsident Ulrich Franzen begrüßte das Paket als „bedeutende­n Schritt“. Die Sportverei­ne reagierten mit Erleichter­ung, wie die Initiative „Teamsports­achsen“, in der sich zahlreiche Klubs zusammenge­schlossen haben. „Es ist uns gelungen, die ersten Punkte unseres Maßnahmenk­ataloges in die Umsetzung zu bekommen und damit auch deutschlan­dweit für Anregungen zu sorgen“, so Sprecher und Dhfk-geschäftsf­ührer Karsten Günther.

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