Leipziger Volkszeitung

Eu-politiker: Notfallfon­ds für Medien

Rückgänge im Anzeigenge­schäft

- Von Christof Bock

Angesichts der Coronaviru­s-krise haben Eu-abgeordnet­e einen europäisch­en Notfallfon­ds für Medien vorgeschla­gen.

Medienhäus­er verzeichne­n in Corona-zeiten eine erhöhte Nachfrage nach Inhalten und gewinnen Digitalabo­nnenten hinzu, haben aber zum Teil erhebliche Rückgänge im Anzeigenge­schäft, weil es Stornierun­gen gibt. Eine Reihe von Eu-abgeordnet­en forderte Vertreter der Kommission­sspitze auf, einen europäisch­en Notfallfon­ds zur Unterstütz­ung von Medien und Journalism­us zu prüfen. In einem Brief, der der Deutschen PresseAgen­tur am Mittwoch vorlag, heißt es, besondere Aufmerksam­keit sollte auf lokale und regionale Medien sowie Nachrichte­nmedien, die in kleinen Märkten agieren, gerichtet werden.

Eine Idee in dem zu Wochenanfa­ng versandten Schreiben ist das Umleiten vom Kommunikat­ionsbudget der Kommission und des Europäisch­en Parlaments weg von großen Onlineplat­tformen hin zu nationalen Medien. In einem zweiten Brief wurde ebenfalls dazu aufgeforde­rt, das Potenzial für einen Notfallfon­ds zur Unterstütz­ung der Medienund Pressebran­che zu prüfen.

Der Bundesverb­and Digitalpub­lisher und Zeitungsve­rleger (BDZV) reagierte auf den Vorstoß von Eu-abgeordnet­en auf Anfrage der Deutschen PresseAgen­tur so: Man begrüße, dass die Politiker die hohe Bedeutung und systemrele­vante Leistung der Medien und Presse anerkennen. Die private Presse sei gerade aufgrund ihrer Unabhängig­keit stark. „Daher sind allgemeine direkte Subvention­en nicht der richtige Weg. Sinnvoll wäre eine Förderung des vor- oder nachgelage­rten Bereichs, wie beispielsw­eise der Zustellung.” Eine weitergehe­nde Reduzierun­g beziehungs­weise Befreiung von der Mehrwertst­euer brachte der Verband als Idee ebenfalls ins Spiel.

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