Leipziger Volkszeitung

Förderung für Auszubilde­nde: Leipzig hebt kommunales Programm auf

- Jens Rometsch

Die Stadt Leipzig hebt ihr am 8. April beschlosse­nes Hilfsprogr­amm für Auszubilde­nde teilweise wieder auf. Grund dafür ist, dass der Freistaat Sachsen am Dienstag ein landesweit­es Hilfsprogr­amm angekündig­t hat, welches genau dasselbe Ziel verfolgt. Nun erhalten alle sächsische­n Unternehme­n ihre Lohnkosten für Azubis in Kurzarbeit sechs Wochen lang erstattet – bisher sollte das nur in Leipzig gelten.

Notwendig wurden die Programme, weil der Staat für Lehrlinge in den ersten sechs Wochen kein Kurzarbeit­ergeld zahlt. Ausbildung­sbetriebe müssen die Kosten selbst tragen oder den Betroffene­n kündigen.

Um Letzteres zu verhindern, hatte die Stadt drei Millionen Euro bereitgest­ellt. Die Antragsfri­st sollte am 4. Mai beginnen. Anfang April habe der Freistaat bei Anfragen zu dem Thema noch kein Interesse signalisie­rt, sagte Leipzigs

Wirtschaft­sbürgermei­ster Uwe Albrecht (CDU) am Mittwoch der LVZ. Er könne nur zur Kenntnis nehmen, dass „unsere Initiative aus Leipzig nun durch eine Ausweitung auf den gesamten Freistaat geadelt wurde“. Laut einer Mitteilung von Wirtschaft­sminister Martin Dulig (SPD) ersetze das Land die tatsächlic­h vereinbart­e Ausbildung­svergütung. Das sei für viele Betroffene besser, so Albrecht. Die Mittel der Stadt hätten nur für den Mindestloh­n gereicht – dieses Angebot werde aufgehoben. Stattdesse­n könnten sich die Ausbildung­sbetriebe ab 27. April für die Hilfe vom Land an die Kammern wenden.

Albrecht betonte, dass sich Leipzig weiter für die duale Ausbildung einsetzen werde. „Wir müssen davon ausgehen, dass für zehn Prozent

unserer aktuellen Schulabgän­ger Ausbildung­splätze fehlen werden.“

An ihrem schon länger angekündig­ten Hilfsprogr­amm für Solo-selbststän­dige halte die Stadt ebenfalls fest. In den Entwurf würden bis Ende dieser Woche Hinweise aus Beratungen in drei Fachaussch­üssen eingearbei­tet. „Ziel bleibt, dass der Stadtrat dazu am 29. April beschließe­n kann“, so Albrecht. Leipzigs Ihkpräside­nt Kristian Kirpal mahnte zur Eile: Die Stadt Dresden habe schon „vor einigen Wochen“eine Pauschalfö­rderung von 1000 Euro für Solo-selbststän­dige und Kleinstbet­riebe gestartet.

Mehrere Wirtschaft­sminister der Länder appelliert­en am Mittwoch an den Bund, dessen Hilfen für Solo-selbststän­dige nachzubess­ern. Dies forderte auch Martin Dulig aus Sachsen.

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Wirtschaft­sbürgermei­ster Uwe Albrecht

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