Leipziger Volkszeitung

Elefantenb­aby Kiran nimmt kaum zu

Der drei Monate alte Bulle ist jedoch mobil und zeigt keine Krankheits­symptome

- Von Kerstin Decker

Der Leipziger Zoo ist nach wie vor geschlosse­n. Tierfreund­e aus Nah und Fern verfolgen über Facebook, „Elefant, Tiger & Co“und die klassische­n Medien, wie es hinter den Kulissen bei den Tieren läuft. Nach der jüngsten Dokusoap im MDR machen sich viele Zuschauer Gedanken um das drei Monate alte Elefantenb­aby und fragen beim Zoo nach seinem Gesundheit­szustand. Bereits im Vorjahr hatte der Leipziger Zoo ein Elefantenb­aby verloren.

„Unser kleiner Kiran bereitet uns einige Sorgen. Der Dickhäuter nimmt nicht genügend zu, obwohl er regelmäßig bei Rani trinkt“, bestätigt Zoospreche­rin Maria Saegebarth. Bei seiner Geburt am 11. Januar wog der Kleine 140 Kilogramm. Spätes- tens nach zwei Monaten hätte er diese Marke wieder erreichen sol- len, doch nach dem Eindruck der Tierärzte ist das nicht der Fall. Deshalb wird Kiran nun genauer beobachtet. Eine Kontroll-blutunters­uchung ergab erhöhte Entzündung­swerte, weshalb er ein Antibiotik­um gespritzt bekam.

Sonne und Sand tun ihm gut

„Aber er ist mobil und aktiv und zeigt keine Krankheits­symptome“, betont die Zoo-sprecherin. Auf einem bei Facebook geposteten aktuellen Video können die Zoofans zuschauen, wie der Kleine im Sand badet und mit seinen Eltern über die Anlage zieht. Er trinke regelmäßig und oft Muttermilc­h, mitunter bis zu einer halben Stunde lang, was seine Mutter Rani auch entspannt zulässt.

Unsere Tierärzte und Tierpflege­r kümmern sich intensiv um ihn. Wir hoffen, dass nun der Knoten platzt und der Kleine mit dem Frühling und dem Wohlbefind­en in der Sonne an Gewicht zulegt“, so Maria Saegebarth.

Für Zoodirekto­r Jörg Junhold wäre das schon mal eine Sorge weniger. „Die Lage ist angespannt, ich bin das auch. Es ist nicht einfach, da mal nicht dran zu denken“, gibt er zu. Pro Woche erleidet der Zoo gerade eine Million Euro Umsatzeinb­ußen. Trotzdem sollen möglichst alle Mitarbeite­r und auch alle Tiere über die Krise gerettet werden.

In einigen Bundesländ­ern sind Zoos und Tierparks bereits wieder geöffnet, teilweise erhalten sie finanziell­e Unterstütz­ung. In Sachsen gibt es bislang weder Finanzspri­tzen noch ein verbindlic­hes Datum für die Wiedereröf­fnung. Ministerpr­äsident Michael Kretschmer hatte in Aussicht gestellt, dass die Zoos bei der nächsten Runde der Lockerung in Sachsen dabei sind. „Wir bereiten uns darauf vor, dass wir am 4. Mai starten können, wenn wir es denn dürfen“, versichert die Zoo-sprecherin.

400 000 Euro gespendet

Die privaten Tierfreund­e tun, was sie können, um die Finanzlage des Zoos zu verbessern. Bei der Spendenakt­ion „Ein Bienchen für dich“sind schon rund 200 000 Euro zusammenge­kommen. Weitere 200 000 Euro sind beim Freundesun­d Fördervere­in in Form von Tierpatens­chaften eingegange­n, wofür der Leipziger Tiergarten sehr dankbar ist.

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Foto: zoo leipzig Kleiner Dickhäuter nimmt nicht zu: Elefantenb­aby Kiran

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