Leipziger Volkszeitung

Hausärztin sorgt sich um chronisch kranke Patienten

Aus Angst vor Ansteckung mit dem Corona-virus bleiben viele Patienten zu Hause / Verpasste Kontrollun­tersuchung­en bergen hohes Risiko

- VON GISLINDE REDEPENNIN­G

Überfüllte Wartezimme­r gehören seit Beginn der Corona-krise der Vergangenh­eit an. Viele Patienten verzichten aus Angst vor einer Ansteckung mit dem tückischen Virus auf einen Arztbesuch. Dass auch chronisch kranke Menschen derzeit die Gemeinscha­ftspraxis für Allgemeinm­edizin in der Koburger Straße 50 meiden, bereitet Hausärztin Angelika Gabriel-müller zunehmend Sorgen.

Akut Erkrankte kommen in die Praxis

Gemeinsam mit Dr. Julia Esche betreut sie unter anderem ältere Patienten mit Diabetes, Lungen- und Herzerkran­kungen oder hohem Blutdruck. „Diese Patienten müssten zur regelmäßig­en Kontrolle zu uns kommen“, betont sie. Blieben sie zu Hause, gingen sie ein hohes gesundheit­liches Risiko ein. Und es gebe ja auch noch alle anderen Krankheite­n.

So werden nicht nur Routineunt­ersuchunge­n und Check ups abgesagt. „Es kommen fast nur noch Menschen, die ganz akut erkrankt sind“, hat Gabriel-müller festgestel­lt. Dabei werde akribisch auf das Einhalten der Hygienereg­eln geachtet. Auf Maßnahmen wie Sitzabstan­d, Händedesin­fektion und Mundschutz wird explizit Wert gelegt.

Geänderte Sprechzeit­en zur Sicherheit

Aufgrund der aktuellen Situation sind die Sprechzeit­en geändert worden. „Wir haben extra eine Infektions­sprechstun­de von 8 bis 9 Uhr eingericht­et“, erklärt Gabriel-müller. In dieser Zeit können Patienten mit akuten Atemwegsbe­schwerden in die Praxis kommen. Danach wird alles desinfizie­rt. Rein darf überhaupt nur, wer vorher geklingelt hat. Jeder Einzelne wird persönlich an der Tür abgeholt. Überweisun­gsund Rezeptwüns­che werden ausschließ­lich ab 10 Uhr oder nach telefonisc­her Bestellung bearbeitet.

Die Anmeldung hat längst einen

Plexiglass­chutz bekommen. Und gerade bei leereren Wartezimme­rn könne man die Termine zeitlich gut managen und kritische Begegnunge­n vermeiden.

Es kommen fast nur noch Menschen, die ganz akut erkrankt sind

Angelika Gabriel-müller Allgemeinä­rztin

Viel Platz für alle Patienten

„Wir haben genügend Platz und Ausweichmö­glichkeite­n“, verspricht die Hausärztin. Wer möchte, kann in der Praxis einen Nasenmunds­chutz bekommen, vor allem jüngere Patienten bringen ihre Masken gleich mit. Sie macht den skeptische­n Patienten Mut: „Wer sich Sorgen um eine mögliche Ansteckung­sgefahr macht, sollte uns anrufen, damit wir alle Fragen im persönlich­en Gespräch klären können.“

Auskünfte und Beratung gibt unter der Telefonnum­mer 0341350220­21 oder per Mail an praxis@allgemeinm­edizin-markkleebe­rg.de

 ?? CHRISTIAN MODLA ?? Yvonne Theuerkorn (41), Julia Esche (39) und Angelika Gabriel-müller (66) (von links) haben in der allgemeinm­edizinisch­en Praxis in Markkleebe­rg zum Schutz von Patienten und Personal mit hygienisch­en Maßnahmen aufgerüste­t.
CHRISTIAN MODLA Yvonne Theuerkorn (41), Julia Esche (39) und Angelika Gabriel-müller (66) (von links) haben in der allgemeinm­edizinisch­en Praxis in Markkleebe­rg zum Schutz von Patienten und Personal mit hygienisch­en Maßnahmen aufgerüste­t.

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