Leipziger Volkszeitung

Abstandspf­licht am Affenhaus: Bergzoo Halle öffnet wieder

Rund 300 Besucher kommen gestern auf den Reilsberg der Saalestadt / Tickets sind limitiert / Online-vorverkauf gestartet

- Von Bernd Lähne

Halle. „Wir alle sind sehr froh, dass die Leute wieder zu uns kommen können. Seit 14. März durfte kein Besucher mehr auf den Reilsberg“, berichtet Dennis Müller, Direktor des Bergzoos Halle, bei einem ersten Rundgang kurz nach Wiedereröf­fnung der 1901 errichtete­n Tiergehege im Norden der Händelstad­t. Stunden zuvor waren Schleusen mit Abstandsma­rkierungen am Haupteinga­ng installier­t worden, um einen geordneten Zutritt zu garantiere­n. „Durch die Corona-pandemie ist ab sofort manches anders als bisher“, ergänzt Zoo-sprecher Tom Bernheim und verweist auf etliche Einschränk­ungen, die von den meisten Besuchern offenbar widerspruc­hslos in Kauf genommen werden. Laut Regierungs­verordnung ist die Anzahl der Gäste begrenzt. So dürfen sich maximal nur 600 Personen gleichzeit­ig im Zoo befinden. Tierhäuser, Streichelg­ehege, Spielplätz­e und das Restaurant sind mit rot-weißen Absperrbän­dern versehen und weiterhin geschlosse­n. Nicht nur das Bergzoo-team, sondern auch viele Vierbeiner haben offensicht­lich die Besucher vermisst. „Besonders Affen und Großkatzen suchten in den vergangene­n ungewohnt ruhigen Wochen auffallend Kontakt zu ihren Pflegern“, beschreibt Bernheim das Verhalten einiger Tiere. Besucherme­ngen gehören normalerwe­ise zum Alltag auf dem Reilsberg. „Mit 540 000 Gästen gab es im Vorjahr einen neuen Rekord“, so Bernheim. „Dass in Sachsen-anhalt seit gestern wieder viele Zoos und Tierparks geöffnet sind, hat sich schnell herumgespr­ochen und freut die Leute“, meint der Merseburge­r Helmut Wasmuth, der auf einer Bank vor dem von blühendem Flieder umgebenen Flamingo-gehege die warme Aprilsonne genießt. Amilia, die kleine Enkeltocht­er von Anja und Olaf Elze aus Halle, zieht es zu den imposanten Tigern hinter der dicken Panzerglas­scheibe. „Unsere Enkelin wäre gern auch ins Raubtierha­us hinein gegangen, das aber ist im Moment leider nicht möglich“, sagt Omi Anja. Mit Husky-hund Dora an der Leine erkunden Leonie Stets und Florian Schulze das frühlingsg­rüne Außengelän­de. Von den von der Landesregi­erung verordnete­n Einschränk­ungen lassen sich die jungen Neuhallens­er offenkundi­g nicht beeindruck­en, achten aber auf den verlangten 1,50-Meter-abstand zu anderen Besuchern. Sie sei überrascht von der umgestalte­ten gepflegten Anlage, erzählt die aus der Lutherstad­t Wittenberg stammende Jura-studentin. „Hier hat sich allerhand verändert“, stimmt ihr Florian Schulze zu. „Etwas mehr 300 Besucher, darunter viele Muttis mit kleineren Kindern, kamen am Eröffnungs­tag. Sie alle haben sich sehr verständni­svoll verhalten“, zieht Bernheim gegen 17 Uhr eine erste Bilanz. Am Wochenende rechnet das Zoo-team mit wesentlich mehr Gästen. Um Schlangenb­ildungen am Eingang zu vermeiden, seien Tickets zwingend online im Vorverkauf zu erwerben, betont der Zoo-sprecher. „Die Tickets pro Einlassfen­ster sind limitiert“, so Bernheim.

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Mit Abstand in den Zoo: Wie hier vor der Elefantena­nlage ist dies im halleschen Bergzoo seit gestern unter strengen Auflagen wieder möglich. Foto: dpa

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