Lindauer Zeitung

Teuer, aber notwendig

- Von Christine Longin politik@schwaebisc­he.de

Vier Wochen lang haben die Gelbwesten Frankreich in Atem gehalten. Als soziales Gewissen richteten sie den Blick auf all jene, die trotz eines Jobs nicht mehr genug zum Leben haben. Und sie brüllten auch heraus, was viele Franzosen denken: dass der Präsident in seinem Palast zu weit entfernt ist von ihrem Alltag.

Emmanuel Macron hat verstanden, dass er sich ändern muss, wenn er die Nation nicht weiter spalten will. Die Maßnahmen, die er am Montag verkündete, sind teuer, aber notwendig. Er will sie zusammen mit Gewerkscha­ften und Unternehme­n umsetzen. Gut so. Denn Frankreich lässt sich nicht von einem Mann allein selbstherr­lich regieren. Die Gelbwesten waren das Warnsignal, das Macron umdenken ließ. Jetzt wird es für sie Zeit, ihre Holzversch­läge abzubauen und ihre neongelben Westen auszuziehe­n. Wer am nächsten Wochenende nochmal auf die Straße geht, will nur noch das Chaos. Die Forderunge­n der radikalen Demonstran­ten nach einem Rücktritt Macrons und Neuwahlen haben nichts mehr mit Demokratie zu tun. Der Präsident und seine Abgeordnet­en wurden vor anderthalb Jahren vom Volk gewählt. Und es liegt noch viel Arbeit vor ihnen.

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