Flä­chen­brän­de for­dern Feu­er­wehr

Kreis­füh­rung zieht den­noch po­si­ti­ve Ein­satz­bi­lanz / Un­ter­stüt­zungs­ap­pell an Land­wir­te und Lohn­un­ter­neh­men fruch­te­te

Lingener Tagespost - - VORDERSEITE - Pm/Sei­te 28

MEPPEN Die frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren im Emsland wa­ren bei der Be­kämp­fung von Ve­ge­ta­ti­ons­brän­den stark ge­for­dert. Wie die Kreis­feu­er­wehr­füh­rung mit­teil­te, ver­zeich­ne­ten sie al­lein im Ju­li deut­lich mehr als 50 Flä­chen­brän­de.

MEPPEN Die Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren im Emsland wa­ren bei der Be­kämp­fung von Ve­ge­ta­ti­ons­brän­den stark ge­for­dert. Wie die Kreis­feu­er­wehr­füh­rung mit­teil­te, ver­zeich­ne­ten sie al­lein im Ju­li deut­lich mehr als 50 Flä­chen­brän­de.

Nach An­ga­ben von Kreis­brand­meis­ter Hol­ger Dyck­hoff ent­fie­len von den Brand­ein­sät­zen rund 85 Pro­zent auf Ge­trei­de­fel­der und Frei­flä­chen, zehn Pro­zent auf Mo­or­ge­bie­te und fünf Pro­zent auf Wald­stü­cke. Da die Ge­trei­de­ern­te weit­ge­hend ab­ge­schlos­sen und das Stroh größ­ten­teils ab­trans­por­tiert ist, re­du­ziert sich die Feld­brand­ge­fahr. Al­ler­dings sind bren­nen­de Stop­pel­fel­der bei an­hal­ten­der Tro­cken­heit wei­ter­hin kri­tisch, wenn sie an Wäl­der und Na­tur­schutz­ge­bie­te an­gren­zen. Wie be­rich­tet, wa­ren zahl­rei­che Flä­chen­brän­de durch Mäh­dre­scher und Stroh­pres­sen ver­ur­sacht wor­den. Durch die Flam­men wur­den nicht nur Ern­te­vor­rä­te, son­dern auch Ma­schi­nen zer­stört.

Dyck­hoff und sei­ne Stell­ver­tre­ter Wolf­gang Vel­trup (Brand­ab­schnitt Mit­te), Andre­as Went­ker (Süd) und Gerd Köb­be (Nord) sind sich ei­nig, dass die ört­li­chen Feu­er­weh­ren durch ih­ren schnel­len und mas­si­ven Ein­satz Schlim­me­res ver­hin­dern konn­ten. Aus­brei­tungs­ge­fah­ren gab es nicht nur auf die rie­si­gen Wald­ge­bie­te des Ems­lan­des, son­dern ver­ein­zelt auch auf land­wirt­schaft­li­che Ge­bäu­de und Häu­ser.

Durch die de­zen­tra­le Auf­stel­lung des Feu­er­wehr­we­sens im Emsland, die flä­chen­de­cken­de Aus­stat­tung mit Tank­lösch­fahr­zeu­gen und was­ser­füh­ren­den Lösch­grup­pen­fahr­zeu­ge konn­ten aus Sicht der Feu­er­wehr­füh­rung bis­lang al­le Brän­de recht­zei­tig un­ter Kon­trol­le ge­bracht wer­den. In Län­dern, in de­nen es kaum frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren und nur zen­tra­le Ein­hei­ten ge­be, sei­en Flä­chen­brän­de we­gen der lan­gen An­fahrts­we­ge schnel­ler au­ßer Kon­trol­le ge­ra­ten.

Dyck­hoff, Köb­be, Went­ker und Vel­trup freu­en sich, dass der An­gang Ju­li auch über un­se­re Re­dak­ti­on ver­brei­te­te Ap­pell an die Land­wir­te und Lohn­un­ter­neh­men auf frucht­ba­ren Bo­den ge­fal­len ist. Die Kreis­feu­er­wehr­füh­rung hat­te dar­um ge­be­ten, mit Was­ser ge­füll­te Gül­le­wa­gen und Bo­den­grub­ber in Be­reit­schaft zu hal­ten, um im Ernst­fall die Feu­er­weh­ren schnell un­ter­stüt­zen zu kön­nen. Die ört­li­chen Feu­er­weh­ren be­rich­ten von ei­ner sehr gu­ten Re­so­nanz. Mit großen Schlep­pern und Gül­le­wa­gen si­cher­ten die Land­wir­te ge­fähr­de­te Flä­chen und hal­fen bei den Lösch­ar­bei­ten. In an­de­ren Fäl­len stell­ten sie Lösch­was­ser über spe­zi­el­le An­schluss­stü­cke zur Ver­fü­gung, das dann mit den Feu­er­wehr­pum­pen an die Brand­stel­le be­för­dert wur­de. Auch das „Schwär­zen“der Fel­der mit Bo­den­grub­bern oder Pflü­gen ver­hin­der­te oft das Aus­brei­ten der Flam­men und half beim Lö­schen der Glut­nes­ter. Beim Brand ei­nes Pfer­de­ho­fes in Wet­trup war die Lösch­was­ser­ver­sor­gung durch Gül­le­wa­gen und Tank­zü­ge von Un­ter­neh­men sehr wert­voll.

Als ein gu­tes Bei­spiel nennt die Feu­er­wehr das Um­welt­un­ter­neh­men Kün­nen aus Sögel (vier Fir­men­mit­ar­bei­ter sei­en üb­ri­gens Mit­glie­der der Feu­er­wehr). Der Be­trieb ha­be ei­nen Tank­zug mit An­hän­ger mit ei­nem Was­ser­vor­rat von 25.000 Li­tern in Be­reit­schaft ge­stellt. Die Tanks ver­füg­ten be­reits über pas­sen­de Feu­er­wehr­an­schlüs­se.

Ei­ne ähn­lich bri­san­te Si­tua­ti­on wie in die­sem Som­mer gab es üb­ri­gens im Jahr 1976, als ei­ne mo­na­te­lan­ge Dür­re nicht nur zu ho­hen Ern­te­aus­fäl­len und Fut­ter­knapp­heit zur Fol­ge hat­te, son­dern in den Som­mer­mo­na­ten Ju­ni und Ju­li zu­dem zu wo­chen­lan­gen Wald- und Mo­or­brän­den führ­ten.

Fo­tos: SG Sögel/Feu­er­wehr

Mit Was­ser ge­füll­te Gül­le­wa­gen und Bo­den­grub­ber leis­te­ten aus Sicht der Feu­er­wehr wert­vol­le Hil­fe bei der Brand­be­kämp­fung.

Mehr als 50 Flä­chen­brän­de wie hier in Sögel muss­ten die Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren des Ems­lan­des im Mo­nat Ju­li be­kämp­fen.

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