Der Sou­ve­rän soll­te das letz­te Wort ha­ben

Lingener Tagespost - - POLITIK - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

So lang­sam scheint es im­mer mehr Bri­ten zu däm­mern, dass ein Aus­schei­den aus der EU mit er­heb­li­chen Nach­tei­len für das Land ver­bun­den sein wird. Die ex­tre­men Br­ex­i­tiers, al­len vor­an Ex-Au­ßen­mi­nis­ter Bo­ris John­son, hat­ten die Bür­ger glau­ben ge­macht, man kön­ne der EU den Rü­cken keh­ren und gleich­zei­tig die wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le des gren­zen­lo­sen Bin­nen­mark­tes ge­nie-

Der Br­ex­it ist das Re­sul­tat ei­ner Kam­pa­gne ego­zen­tri­scher Na­tio­na­lis­ten, die in un­ver­ant­wort­li­cher Art und Wei­se mit Halb­wahr­hei­ten und glat­ten Lü­gen die Men­schen zum Lea­ve-Vo­tum ver­führt ha­ben. Da­bei war viel von der Sou­ve­rä­ni­tät des bri­ti­schen Vol­kes die Re­de, die es wie­der­zu­er­lan­gen gel­te. Die jüngs­te Ent­wick­lung in den Wahl­krei­sen zeigt: Nun soll­te der Sou­ve­rän tat­säch­lich auch das letz­te Wort ha­ben, ent­we­der über ei­ne Aus­tritts­ver­ein­ba­rung mit der EU und die da­mit ver­bun­de­nen Be­din­gun­gen oder aber – wenn der Ver­trag nicht recht­zei­tig zu­stan­de kommt – über den har­ten Schnitt.

An­geb­lich ist Fair­ness ei­ne ty­pisch bri­ti­sche Cha­rak­ter­ei­gen­schaft. Im Fal­le ei­nes Exits vom Br­ex­it könn­te das ent­schei­dend sein.

ßen. Ein fa­ta­ler Irr­tum. Ein Dritt­staat kann nicht die glei­chen Rech­te ha­ben wie ein EU-Mit­glied. Die Hoff­nung, die nach dem Aus­tritt ge­won­ne­ne Au­to­no­mie ma­che Groß­bri­tan­ni­en welt­weit po­li­tisch und öko­no­misch stär­ker, ist ei­ne Il­lu­si­on.

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