Lies: Ener­gie bleibt im Fo­kus

Um­welt­mi­nis­ter bei der RWE

Lingener Tagespost - - LINGEN / WIETMARSCHEN - Von Tho­mas Pertz Fo­to: Tho­mas Pertz

Der Rück­bau des Kern­kraft­wer­kes Lin­gen und die Zu­kunft des Ener­gie­stand­or­tes nach dem Ab­schal­ten des Kern­kraft­wer­kes Emsland En­de 2022 ha­ben am Frei­tag im Mit­tel­punkt ei­nes Be­su­ches von Nie­der­sach­sens Um­welt­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) im In­dus­trie­park ge­stan­den.

LIN­GEN Das Kern­kraft­werk Lin­gen an der Schüt­tor­fer Stra­ße wur­de 1977 au­ßer Be­trieb ge­nom­men und 1988 in den so­ge­nann­ten „si­che­ren Ein­schluss“über­führt. Seit 2016 be­fin­det sich das Kraft­werk im Rück­bau. Die hier­bei ge­sam­mel­ten Er­fah­run­gen will RWE Power auch für den Rück­bau des Kern­kraft­werks Emsland nut­zen, das noch bis zum 31. De­zem­ber 2022 Strom pro­du­ziert.

Am Ge­spräch mit dem Mi­nis­ter nah­men un­ter an­de­ren auf der Sei­te des Ener­gie­kon­zerns RWE ne­ben Wolf­gang Kah­lert, Lei­ter des Kern­kraft­wer­kes Emsland, auch Ni­ko­laus Va­le­ri­us, Vor­stand der RWE Power AG, teil. Lin­gens Ober­bür­ger­meis­ter Die­ter Kro­ne, Ers­ter Kreis­rat Mar­tin Ge­ren­kamp, Lin­gens Wirt­schafts­för­de­rer Lud­ger Tie­ke und Se­bas­ti­an The­dering, Netz­werk­ma­na­ger für den Be­reich Ener­gie in Lin­gen, wa­ren wei­te­re Ge­sprächs­part­ner. Sie stell­ten dem Mi­nis­ter un­ter dem Stich­wort „Re­alla­bor Emsland“vor, wie sich die Re­gi­on die Gestal­tung der Ener­gie­wen­de und die Zeit nach dem Aus­lau­fen des Re­ak­tor­be­trie­bes vor­stellt.

So soll die auf dem Meer pro­du­zier­te Wind­ener­gie über HGÜ-Lei­tun­gen (Hoch­span­nungs-Gleich­stromÜber­tra­gun­gen) zwi­schen­ge­spei­chert und über ein Elek­tro­ly­se­ver­fah­ren zur Pro­duk­ti­on von Was­ser­stoff zu Mo­bi­li­täts­zwe­cken ver­wen­det wer­den. Olaf Lies, Um­welt­mi­nis­ter

Da­bei sol­len die vor­han­de­nen Strom-, Wär­me- und Gas­net­ze am Ener­gie­stand­ort Lin­gen ge­nutzt wer­den. Stadt und Land­kreis set­zen bei der Rea­li­sie­rung die­ser Plä­ne auf die Un­ter­stüt­zung durch die RWE und das Land. In dem Ge­spräch mit Lies ging es au­ßer­dem dar­um, wie die In­dus­trie­strom­ver­sor­gung am Stand­ort Lin­gen dau­er­haft wei­ter­hin si­cher

ge­währ­leis­tet wer­den kann.

Der So­zi­al­de­mo­krat zeig­te sich be­ein­druckt von der Her­an­ge­hens­wei­se der Ak­teu­re in der Re­gi­on. Wäh­rend an an­de­ren Stand­or­ten eher die Ver­hin­de­rung von In­fra­struk­tur the­ma­ti­siert wer­de, „wird hier ge­fragt: Wie kann ich aus dem, was da ist, ei­nen Vor­teil ge­ne­rie­ren?“

Lies be­ton­te , dass mit dem Rück­bau der Kern­kraft­wer­ke in Lin­gen kei­nes­falls das En­de des Ener­gie­stand­or­tes ver­bun­den sei. „Die Ener­gie bleibt im Fo­kus“, un­ter­strich der Um­welt­mi­nis­ter. „Es gibt kei­nen Grund, den Kopf in den Sand zu ste­cken, son­dern es gilt, die Chan­cen zu nut­zen“, er­mu­tig­te er Stadt, Land­kreis und Wirt­schaft in der Re­gi­on, an der Wei­ter­ent­wick­lung des Ener­gie­stand­or­tes zu ar­bei­ten.

„Beim Rück­bau un­se­rer Kern­kraft­wer­ke ver­fol­gen

das Land Nie­der­sach­sen und wir das glei­che Ziel: Es soll si­cher, pro­fes­sio­nell und ef­fi­zi­ent er­fol­gen. Und das gilt auch für die Ent­sor­gung der Ab­fäl­le“, sag­te Va­le­ri­us. Der Be­such von Um­welt­mi­nis­ter

Lies sei aber auch ei­ne „idea­le Ge­le­gen­heit für uns ge­we­sen, deut­lich zu ma­chen, dass der Stand­ort Lin­gen für RWE wei­ter ei­ne ho­he Be­deu­tung hat“, so Va­le­ri­us wei­ter. Zum ei­nen als zu­ver­läs­si­ger

Strom­lie­fe­rant mit dem Kern­kraft­werk Emsland und dem Erd­gas­kraft­werk. „Zum an­de­ren ar­bei­ten wir hier an der Ent­wick­lung neu­er Kon­zep­te für die Ener­gie­ver­sor­gung der Zu­kunft.“

„Es gibt kei­nen Grund, den Kopf in den Sand zu ste­cken“

Die Grö­ße des Ener­gie­stand­or­tes Lin­gen wird auch am Mo­dell deut­lich, das RWE-Vor­stand Ni­ko­laus Va­le­ri­us am Frei­tag (Vier­ter von links) Um­welt­mi­nis­ter Olaf Lies (Fünf­ter von links) im In­fo­zen­trum der RWE in Lin­gen er­läu­ter­te.

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