Wenn der Teu­fel im De­tail steckt

Pro­dukt­prü­fer Tex­til müs­sen Feh­ler fin­den

Lingener Tagespost - - JOBWELT - Fo­to: Hen­ning Kai­ser/dpa-tmn dpa/tmn

Hein­richt bei künst­li­chem Licht, ob die in der Pro­duk­ti­ons­hal­le ge­fer­tig­ten Tep­pich­bo­den-Rol­len Män­gel ha­ben.

Pro­dukt­prü­fer ar­bei­ten auch bei Be­klei­dungs­her­stel­lern oder in Be­trie­ben, die Ver­band­ma­te­ri­al, Mar­ki­sen und Si­cher­heits­gur­te her­stel­len. „Auch in We­be­rei­en, Sti­cke­rei­en und Wir­ke­rei­en gibt es Pro­dukt­prü­fer“, sagt Ma­ria Rost, Bil­dungs­ex­per­tin beim Ge­samt­ver­band der deut­schen Tex­til- und Mo­de­in­dus­trie (tex­til+mo­de).

Wer sich für den Be­ruf in­ter­es­siert soll­te ei­ne gu­te Be­ob­ach­tungs­ga­be und Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit so­wie viel Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein mit­brin­gen.

Au­ßer­dem ist hand­werk­li­ches Ge­schick ge­fragt. „Von Vor­teil sind ei­ne Ader für fi­li­gra­ne Ar­beit und ei­ne ra­sche Auf­fas­sungs­ga­be“, so Rost. Recht­lich ist kei­ne be­stimm­te Schul­bil­dung vor­ge­schrie­ben. „Die Un­ter­neh­men er­war­ten ei­nen or­dent­li­chen Schul­ab­schluss und mo­ti­vier­te Be­wer­ber mit In­ter­es­se am Um­gang mit tex­ti­lem Ma­te­ri­al“.

2017 wa­ren laut Ver­band deutsch­land­weit 17 jun­ge Men­schen in der Aus­bil­dung zum Pro­dukt­prü­fer Tex­til. Nach­wuchs wird ge­sucht, ins­ge­samt gibt es aber ver­gleichs­wei­se we­ni­ge Be­trie­be, die sol­che Fach­leu­te be­schäf­ti­gen. Dar­in sieht Hein­richt sind Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und ei­ne gu­te Be­ob­ach­tungs­ga­be ge­fragt:

ei­nen Nach­teil sei­nes Be­rufs. „Es gibt nur we­ni­ge Mög­lich­kei­ten, wenn man sei­nen Ar­beit­ge­ber wech­seln will“, sagt er.

Doch die viel­sei­ti­gen Tä­tig­kei­ten ge­fal­len dem Azu­bi. Je nach Man­gel ent­fernt er

Ve­r­un­rei­ni­gun­gen, gleicht Farb­un­ter­schie­de aus und stopft klei­ne Lö­cher im Ge­we­be. Ma­kel im Mus­ter kor­ri­giert Hein­richt mit Na­del und Fa­den. Mit ei­nem Fa­den­zäh­ler kann er die Dich­te des Ma­te­ri­als kon­trol­lie­ren.

In der Be­rufs­schu­le lernen die Aus­zu­bil­den­den die ver­schie­de­nen Tex­ti­li­en so­wie Fa­ser- und Fa­den­stof­fe ken­nen und er­fah­ren, wie man die Qua­li­tät der Ma­te­ria­li­en be­ur­teilt. Fä­cher wie tex­ti­les Ge­stal­ten er­gän­zen den St­un­den­plan. Im Be­trieb be­kom­men die Aus­zu­bil­den­den ver­mit­telt, wie sie Pro­duk­te an­hand von Mus­ter­vor­la­gen be­wer­ten und wie Ur­sa­chen von Män­geln auf die Spur kom­men.

Wer sich für den Be­ruf ent­schei­det, muss sich nach der Aus­bil­dung auf Schicht­dienst ein­stel­len. Ge­le­gent­lich fal­le auch Wo­che­n­end­ar­beit an, so Hen­richt. Die Ver­gü­tung ist un­ter­schied­lich. Bei ta­rif­ge­bun­de­nen Be­trie­ben be­trägt sie laut Bun­des­agen­tur für Ar­beit zwi­schen 765 und 925 Eu­ro im ers­ten so­wie zwi­schen 815 und 982 Eu­ro im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr. Nach der Aus­bil­dung liegt laut Bun­des­agen­tur für Ar­beit die Brut­to­grund­ver­gü­tung zwi­schen rund 2000 und 3000 Eu­ro.

Wer in dem Be­ruf wei­ter­kom­men will, kann zum Team- oder Grup­pen­lei­ter auf­stei­gen oder Wa­ren­schau­lei­ter wer­den. In­ter­es­sier­te kön­nen auch ei­nen be­rufs­be­glei­ten­den Lehr­gang zum In­dus­trie­meis­ter Tex­til­wirt­schaft ab­sol­vie­ren oder staat­lich ge­prüf­ter Tex­til­tech­ni­ker wer­den.

In dem Be­ruf

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