SPD-Vor­stand be­schließt ein­stim­mig Hartz-IV-Ab­kehr

Kon­zept für neu­es Bür­ger­geld / Nah­les: Wir ha­ben den Men­schen zu­ge­hört / Weil: Wich­ti­ges Si­gnal

Lingener Tagespost - - VORDERSEITE -

BERLIN Der SPD-Vor­stand hat ein­stim­mig ei­ne Ab­kehr vom bis­he­ri­gen Hartz-IV-Kon­zept be­schlos­sen. „Wir kön­nen mit Fug und Recht be­haup­ten: Wir las­sen Hartz IV hin­ter uns“, sag­te SPD-Che­fin Andrea Nah­les ges­tern in Berlin nach dem Be­schluss.

An Stel­le des von Kanz­ler Ger­hard Schrö­der ge­form­ten Kon­zepts soll ein neu­es Bür­ger­geld tre­ten. Die bis­he­ri­gen Re­gel­sät­ze sol­len zwar un­ver­än­dert blei­ben. Aber wer lan­ge ein­ge­zahlt hat, soll bei Ar­beits­lo­sig­keit auch län­ger Ar­beits­lo­sen­geld statt So­zi­al­hil­fe be­kom­men, bis zu drei Jah­re statt bis­her ma­xi­mal zwei Jah­re.

Ar­beits­lo­se sol­len zu­dem schon nach drei Mo­na­ten ein Recht auf Wei­ter­bil­dung be­kom­men.

Nie­der­sach­sens SPD-Lan­des­chef Ste­phan Weil hat den Be­schluss der Par­tei­spit­ze zur Ab­kehr von Hartz IV be­grüßt. Mit dem ein­stim­mi­gen Vo­tum sei ein wich­ti­ges Si­gnal für die SPD ver­bun­den, sag­te Weil un­se­rer Re­dak­ti­on. „Nach an­dert­halb Jahr­zehn­ten der Dis­kus­si­on pro und con­tra Hartz IV schau­en wir ab jetzt ge­mein­sam nach vor­ne. Und zwar nicht im Sin­ne ei­nes fau­len Kom­pro­mis­ses, son­dern mit Blick auf die The­men, die heu­te un­ter zum Teil deut­lich an­de­ren Be­din­gun­gen auf dem Ar­beits­markt an­ste­hen. Das wird in der gan­zen SPD gut an­kom­men, da bin ich si­cher“, sag­te Weil ges­tern Abend. Der Mi­nis­ter­prä­si­dent sieht in dem Be­schluss „min­des­tens ei­ne ech­te Be­rei­che­rung“für die an­ste­hen­den Wahl­kämp­fe. Das Pro­fil der SPD müs­se „im­mer mit ei­nem gro­ßen „S“ver­bun­den“sein, for­der­te Weil. „Das neue So­zi­al­staats­kon­zept hilft da­bei sehr.

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