Die Pfle­ge muss sich wan­deln

Lingener Tagespost - - POLITIK - Von An­dré Pot­te­baum a.pot­te­[email protected]

Das Er­geb­nis ist we­nig über­ra­schend: Den Pfle­ge­hei­men in Deutsch­land fehlt das Per­so­nal. Mehr als 60 Pro­zent der Un­ter­neh­men kön­nen of­fe­ne Stel­len nicht be­set­zen. Zehn­tau­sen­de Ar­beits­kräf­te feh­len deutsch­land­weit. Ei­ne bes­se­re Be­zah­lung, ge­re­gel­te Ar­beits­zei­ten und ei­ne mo­der­ne Aus­bil­dung sol­len die Pfle­ge at­trak­ti­ver ma­chen. Kann das ge­lin­gen?

Die Kla­gen der Mit­ar­bei­ter sind kaum zu über­hö­ren: zu we­nig Per­so­nal, zu viel Druck, zu ho­he Be­las­tung. Mit Pa­ti­en­ten ins Ge­spräch zu kom­men oder sich aus­rei­chend um die Ver­sor­gung von Heim­be­woh­nern zu küm­mern ist für vie­le kaum noch mög­lich. Leih­ar­bei­ter und Pfle­ge­kräf­te aus dem Aus­land stop­fen not­dürf­tig das Per­so­nal­loch. Doch längst fehlt der Nach­wuchs, der sich mit dem bie­de­ren Image der Pfle­ge nur we­nig an­freun­den kann.

In ei­ner Zeit, in der die Al­ten im­mer äl­ter und die Jun­gen im­mer we­ni­ger wer­den, sind gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te ge­frag­ter denn je. Mit Geld al­lei­ne wird man die Ju­gend­li­chen aber kaum ge­win­nen. Not­wen­di­ge Vor­aus­set­zun­gen, um jun­ge Men­schen – vor al­lem Män­ner – für die Pfle­ge zu be­geis­tern, sind ge­re­gel­te Ar­beits­zei­ten, we­ni­ger Stress und ei­ne mo­der­ne Aus­bil­dung. Das wür­de nicht nur dem an­ge­kratz­ten Image der Pfle­ge gut­tun, son­dern auch den­je­ni­gen An­er­ken­nung und Wert­schät­zung ent­ge­gen­brin­gen, die sich Tag für Tag um Al­te, Kran­ke und Pfle­ge­be­dürf­ti­ge küm­mern.

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