Has­sel­feldt for­dert mehr Re­spekt für Un­fall­hel­fer

Lingener Tagespost - - POLITIK - Von Bea­te Ten­fel­de

BERLIN Die Prä­si­den­tin des Deut­schen Ro­ten Kreu­zes (DRK), Ger­da Has­sel­feldt, hat an­läss­lich des heu­ti­gen „Eu­ro­päi­schen Tags des No­t­rufs 112“an al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer ap­pel­liert, mehr Rück­sicht auf Hel­fer im Ret­tungs­dienst zu neh­men. „Es ist be­sorg­nis­er­re­gend, dass vor al­lem bei Ver­kehrs­un­fäl­len Ret­tungs­kräf­te oft von Schau­lus­ti­gen be­hin­dert oder be­lei­digt wer­den“, sag­te Has­sel­feldt un­se­rer Re­dak­ti­on.

Die Be­rich­te dar­über häuf­ten sich in er­schre­cken­der Wei­se. „Zum Re­spekt ge­gen­über den Hel­fern ge­hört auch die Ein­hal­tung der Ret­tungs­gas­se nach Ver­kehrs­un­fäl­len“, mahn­te Has­sel­feldt. Auch hier las­se das Ver­hal­ten von vie­len Last­wa­gen- und Au­to­fah­rern zu wün­schen üb­rig. Man­chen Gaf­fern sei­en Han­dy-Auf­nah­men von Ver­letz­ten of­fen­bar wich­ti­ger als der un­ver­sperr­te Zu­gang der Hel­fer zum Un­fall­ort.

Der No­t­ruf 112 sei ein wich­ti­ges In­stru­ment zur Ret­tung von Men­schen­le­ben. Bei sol­chen Ein­sät­zen kom­me es oft auf je­de Mi­nu­te und Se­kun­de an. „Wer hier Ret­tungs­kräf­te be­hin­dert, soll­te sich fra­gen, ob er nicht selbst ein­mal in ei­ne le­bens­be­droh­li­che Si­tua­ti­on kom­men könn­te, in der er drin­gend auf rasche Hil­fe an­ge­wie­sen ist“, er­klär­te die DRK-Prä­si­den­tin.

Sie ha­be „null Ver­ständ­nis“für Gaf­fer und auch für je­ne, die Hel­fer be­schimp­fen und be­lei­di­gen. „Es war rich­tig, dass die Stra­fen für sol­che De­lik­te vom Ge­setz­ge­ber ver­schärft wor­den sind“, sag­te Has­sel­feldt. Ver­stö­ße müss­ten nun auch kon­se­quent ge­ahn­det wer­den. Nö­tig sei auch ei­ne brei­te ge­sell­schaft­li­che De­bat­te über die­ses Phä­no­men.

Bei ei­ner Be­fra­gung von 96 Ret­tungs­teams des DRK hat­te sich ge­zeigt, dass nur in 15,6 Pro­zent der Ein­sät­ze spon­tan ei­ne Ret­tungs­gas­se ge­bil­det wur­de. Bei 35,4 Pro­zent mach­ten Fah­rer den Weg für die Ret­tungs­kräf­te erst nach Auf­for­de­rung durch ein Son­der­si­gnal frei.

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