Ost­alb-Traum rea­li­siert

SV Mep­pen siegt auch in Aa­len wie­der in letz­ter Se­kun­de / VfR ent­lässt Trai­ner Gi­an­ni­kis

Lingener Tagespost - - EMSLANDSPORT - Von Henning Har­la­cher und Uli Men­trup

Der SV Mep­pen hat den Be­frei­ungs­schlag in der Ost­alb-Are­na in letz­ter Se­kun­de ge­schafft. Dank bes­se­rer Mög­lich­kei­ten und mehr Spiel­an­tei­len setz­ten sich die Ems­län­der beim VfR Aa­len mit 2:1 (1:1) durch. De­niz Un­dav traf in der Nach­spiel­zeit.

AA­LEN Rie­si­ge Er­leich­te­rung bei den Ems­län­dern, die im Sechs-Punk­te-Spiel die ma­xi­ma­len drei Zäh­ler ge­ra­de noch recht­zei­tig ein­sam­meln und da­mit ih­ren Ost­alb-Traum rea­li­sie­ren konn­ten. Mit den gut 100 mit­ge­reis­ten Fans fei­er­ten sie den zwei­ten Aus­wärts­sieg. Der SVM weist als Zwölf­ter jetzt 28 Punk­te auf, vier mehr als Je­na auf dem ers­ten Ab­stiegs­platz. Es bleibt eng in der zwei­ten Ta­bel­len­hälf­te, aber die Mann­schaft von Trai­ner Chris­ti­an Neid­hart kann jetzt erst ein­mal durch­at­men. Die­ser Sieg war so wich­tig. Und auch völ­lig ver­dient. Glück­lich war er höchs­tens vom Zeit­punkt.

Vor­ent­schei­dung ver­passt

Ei­gent­lich muss­te das Du­ell der schlech­tes­ten Heim­mit der schlech­tes­ten Aus­wärts­mann­schaft schon zur Pau­se ent­schie­den sein. Der SV Mep­pen, bei dem Neu­zu­gang Marcus Pi­os­sek und Thi­lo Leu­gers für Mar­tin Wa­gner und Ni­co Gra­na­tow­ski in der Start­elf stan­den, mach­te vor 2903 Zu­schau­ern deut­lich, dass er den Drei­er woll­te. Nach zehn Mi­nu­ten lag der SVM mit 3:0-Eck­bäl­len vorn. Im­mer wie­der fin­gen die Gäs­te bei teil­wei­se

böi­gem Wind die Bäl­le schon im Mit­tel­feld ab. Die Füh­rung war kein Zu­fall. Nach gu­tem An­griff schob von Haa­cke aus der Zen­tra­le den Ball ge­nau im rich­ti­gen Mo­ment nach rechts zu Re­né Gu­der, der flach ab­schloss. Sein ers­ter Tref­fer im drit­ten Spiel für den SVM. Neid­hart ha­der­te, weil sein Team wei­te­re drei, vier gu­te Chan­cen vor der Pau­se nicht nutz­te. Und weil es zur Halb­zeit 1:1 stand ge­gen ei­nen zeit­wei­se über­for­der­ten Geg­ner.

Denn Aa­len fiel nach vorn

we­nig ein. Nur der schnel­le Matthias Mo­rys fiel ge­le­gent­lich auf. Es schien nicht, als ob der Gast in Ge­fahr ge­ra­ten könn­te. Aa­lens Trai­ner Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis, der nach der Par­tie ent­las­sen wur­de, hat­te sei­ne Mann­schaft auf gleich fünf Po­si­tio­nen um­ge­krem­pelt. Der 38-Jäh­ri­ge re­gis­trier­te we­nig Be­we­gung und vie­le Ball­ver­lus­te. Den­noch ge­lang Aa­len mit der ers­ten Chan­ce der Aus­gleich. Wie­der ein­mal war der SVM oh­ne kla­re Ab­si­che­rung zu weit auf­ge­rückt. Nach ei­nem Ball­ver­lust

im Mit­tel­feld kon­ter­te der VfR mit 3:2-Über­zahl über die rech­te Sei­te. Ste­phan An­d­rist zog in den Straf­raum, setz­te sich ge­gen Has­san Amin durch und schoss das Le­der ins Tor. Der Aus­gleich. Über­flüs­sig wie ein Kropf. Da­mit bau­te der SVM ei­nen Geg­ner auf, der bis da­hin nur Rand­fi­gur war.

An­sa­ge in der Ka­bi­ne

Neid­hart war rich­tig sau­er. Ent­spre­chend laut wur­de es in der Ka­bi­ne. Der SVM spiel­te hart­nä­ckig wei­ter, auch

wenn Aa­len den Druck et­was er­höh­te, aber doch zu kei­ner Tor­chan­ce mehr kam. Mep­pen da­ge­gen mach­te im Mit­tel­feld viel rich­tig, kam aber nicht mehr zu vie­len kla­ren Chan­cen. Beim Schuss des für Pi­os­sek ein­ge­wech­sel­ten De­niz Un­dav klär­te Sa­scha Traut kurz vor der Tor­li­nie. Auch beim Schuss von Ni­co Gra­na­tow­ski ret­te­te ein VfRAk­teur. Es blieb span­nend. Er­neut be­lohn­te sich der SVM. Nach ei­ner Amin-Ecke traf Un­dav in der Nach­spiel­zeit. Aa­lens Kee­per Raif Hu­sic

be­för­der­te den Ball vor Un­davs Fü­ße. „Ei­ner von meh­re­ren ge­fähr­li­chen Stan­dards“, mein­te Neid­hart.

So hat Mep­pen elf Punk­te Vor­sprung vor Aa­len, das seit 133 Ta­gen oder zwölf Spie­len auf ei­nen Sieg war­tet. In der Aus­wärts­ta­bel­le ist der SVM auf den vor­letz­ten Platz vor­ge­rückt. Aber Sams­tag folgt das Heim­spiel ge­gen Cott­bus.

Re­ak­tio­nen, Fotos und den Li­ve­ti­cker zum Nach­le­sen auf www.noz.de/svm

Fotos: Scholz

Konn­te sein Glück kaum fas­sen: Mep­pens De­niz Un­dav (blau-wei­ßes Tri­kot) dreht nach sei­nem Tref­fer zum 2:1 in der letz­ten Se­kun­de ab und schreit sei­ne Freu­de her­aus.

Muss­te sei­nen Hut nach der Par­tie neh­men: Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis.

In der ers­ten Halb­zeit ver­pass­te es Mep­pen, für ei­ne Vor­ent­schei­dung zu sor­gen.

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