Ver­lie­rer sind die Alt­ein­ge­ses­se­nen

Lingener Tagespost - - LINGEN / WIETMARSCHEN -

auf den In­ves­tor wird es auch hier kei­ne Ge­win­ner ge­ben. Ver­lie­rer sind die alt­ein­ge­ses­se­nen, Steu­ern und Ab­ga­ben zah­len­den An­lie­ger. De­ren Le­bens­qua­li­tät nimmt ab. Das Ver­kehrs- und Par­kauf­kom­men wird sich er­hö­hen. Gär­ten mit Blüh­pflan­zen wer­den durch Be­ton, Pflas­ter und Ra­sen er­setzt.

Die­se Aus­wir­kun­gen der so­ge­nann­ten In­nen­ver­dich­tung wur­den be­reits im Jahr 2014 öf­fent­lich dis­ku­tiert. Beim Bür­ger­emp­fang 2015 droh­te Ober­bür­ger­meis­ter Kro­ne mit der ,har­ten Keu­le‘ , wenn sich ein In­ves­tor nicht ein­sich­tig zeigt. Der Stadt­bau­rat for­der­te die ,Maß­stäb­lich­keit‘ für sol­che Neu­bau­ten.

Mit der ,Keu­le der Ve­rän­de­rungs­sper­re‘ wur­de nun zu­ge­schla­gen, und der In­ves­tor hat sei­ne Pla­nung von zehn Wohn­ein­hei­ten auf sechs re­du­ziert. Ein Er­folg? Wohl eher nicht, wenn das Grund­stück in sei­nem Ver­hält­nis von ver­sie­gel­ter (Ge­bäu­de) zur un­ver­sie­gel­ten Flä­che (Gar­ten) be­trach­tet wird.

Pro­ble­ma­tisch ist das er­höh­te Fahr­zeug­auf­kom­men in Zu­sam­men­hang mit dem Park­ver­hal­ten. Ur­säch­lich da­für ist die An­zahl der Ein­stell­plät­ze für Fahr­zeu­ge. Die­se wer­den im Bun­des­durch­schnitt mit je 3000 Eu­ro an­ge­setzt und sind für den In­ves­tor ein Kos­ten­fak­tor. Für den Neu­bau ,In den Hor­nen‘ wä­re die For­de­rung von zehn Ein­stell­plät­zen zu­läs­sig und in je­dem Fall an­ge­mes­sen. Wie vie­le wer­den es tat­säch­lich?

Al­le Pro­ble­me sind haus­ge­macht und spre­chen we­der für ei­ne ver­ant­wor­tungs­vol­le Stadt­pla­nung, noch für Rück­sicht­nah­me auf die Le­bens­um­stän­de der alt­ein­ge­ses­se­nen An­lie­ger. Man kann nur an die Bür­ger­ver­tre­ter im Stadt­rat ap­pel­lie­ren, sich die­ser Sa­che an­zu­neh­men. Vor­schlä­ge da­zu wur­den ja be­reits ge­macht.

Man wird da­her auch wis­sen, was be­reits auf Jahr­zehn­te un­ver­än­der­bar in vie­len Ne­ben­stra­ßen an­ge­rich­tet wur­de.“Hans-Wolf­gang Bier­mann Lin­gen

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