Un­säg­li­che Kla­mot­te

Will Fer­rell und John C. Reil­ly als „Hol­mes und Wat­son“

Lingener Tagespost - - FILM -

Wat­son (John C. Reil­ly, rechts) Geist der Vor­la­ge. Span­nen­de Kri­mi­nal­ge­schich­ten, ge­tra­gen von in­tel­li­gen­tem, hin­ter­sin­ni­gem Witz.

Aber hin und wie­der kommt es auch zu schmerz­li­chen Aus­nah­men, die nicht nur ei­nen Man­gel an Wert­schät­zung ge­gen­über dem Ori­gi­nal er­ken­nen las­sen, son­dern auch ge­gen­über ih­rem Pu­bli­kum. „Hol­mes und Wat­son“ist so ei­ne Aus­nah­me, der es selbst als ober­fläch­li­che Per­si­fla­ge an jeg­li­chem Ge­spür für die Vor­la­ge man­geln lässt.

Hier char­gie­ren nun Will Fer­rell und John C. Reil­ly in den Rol­len von Sher­lock Hol­mes und Dr. Wat­son. Und be­reits die Er­öff­nungs­se­quenz, in der ein Sui­zid­ver­such und ei­ne Rie­sen­zuc­chi­ni für Schen­kel­klop­fer sor­gen sol­len, wirft ele­men­ta­re Fra­gen auf. Ins­be­son­de­re je­ne, was ei­nen in der Rol­len­aus­wahl zu­meist stil­si­che­ren Schau­spie­ler wie Reil­ly („Der Gott des Ge­met­zels“) in die­se Rol­le ge­trie­ben ha­ben mag. Viel­leicht ei­ne be­son­de­re Ver­bun­den­heit zu Fer­rell, an des­sen Sei­te er be­reits zwei wei­te­re Bud­dy-Ko­mö­di­en ab­ge­dreht hat?

In der un­säg­li­chen Kla­mot­te „Hol­mes und Wat­son“ müs­sen die bei­den nun Queen Vic­to­ria vor dem töd­li­chen Zu­griff des Pro­fes­sor Mo­ri­ar­ty (Ralph Fi­en­nes) ret­ten. Ein Wett­lauf ge­gen die Zeit. Auch für die Zu­schau­er, die sich durch 90 lan­ge Mi­nu­ten vol­ler miss­lun­ge­nem Slap­stick und plum­per Wit­ze quä­len müs­sen. Dar­in kom­men un­ter an­de­rem ei­ne nym­pho­ma­ne Haus­häl­te­rin, ein Sel­fie mit Neu auf der gro­ßen Lein­wand: Film­kri­ti­ken im In­ter­net auf noz.de/kino

Trai­ler und Bil­der zu neu­en Kino-Block­bus­tern fin­den Sie im In­ter­net auf noz.de/me­di­en

Queen Vic­to­ria so­wie ei­ne bis zum Er­bre­chen aus­ge­dehn­te Se­quenz über, na­tür­lich, das Er­bre­chen vor.

Als Dreh­buch­au­tor und Re­gis­seur zeich­net ein ge­wis­ser Etan Co­hen für die­se ober­fläch­li­che Ver­ball­hor­nung ver­ant­wort­lich. Kei­nes­wegs zu ver­wech­seln mit dem über­aus gran­dio­sen Et­han Co­en von den Co­en­B­rü­dern, die mit Fil­men und Se­ri­en wie „Far­go“tat­säch­lich Meis­ter­wer­ke ge­schaf­fen ha­ben. Etan Co­hen ist vor vie­len Jah­ren im­mer­hin mal die Dreh­buch­vor­la­ge für die 2006 er­schie­ne­ne bit­ter­bö­se Kult-Sa­ti­re „Idio­cra­cy“ge­lun­gen. Lei­der ist da­von in „Hol­mes und Wat­son“nur Idio­tie üb­rig ge­blie­ben. Und sechs No­mi­nie­run­gen für die Gol­de­ne Him­bee­re, un­ter an­de­rem als schlech­tes­ter Film 2018.

Hol­mes und Wat­son. USA 2018. R.: Etan Co­hen. D.: Will Fer­rell, John C. Reil­ly, Ralph Fi­en­nes, Re­bec­ca Hall. Lauf­zeit: 90 Mi­nu­ten.

Ab 12 Jah­ren.

Foto: Sony Pictures

und Sher­lock Hol­mes (Will Fer­rell) zwit­schern sich ei­nen. Aber auch an­ge­trun­ken ist der dürf­ti­ge Film-Kla­mauk „Hol­mes und Wat­son“nur schwer zu er­tra­gen.

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