Lingener Tagespost : 2019-02-11

SPORT : 13 : 13

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SPORT MONTAG, 11. FEBRUAR 2019 13 Die Königin tritt ab: Zwei der Größten in der Geschichte des Skisports beendeten am Wochenende ihre Karriere – und bekamen jeweils das nahezu perfekte Ende. Aksel Lund Svindal und Lindsey Vonn werden ihrem Sport fehlen. Medaillen bei Großereignissen. Die Aufmerksamkeit genoss sie schon ihre ganze Karriere – auch in Åre. Rebensburg ging im Zielauslauf vor Vonn auf die Knie, auch Goldmedaillengewinnerin Stuhec wirkte neben der Amerikanerin wie eine Statistin. Selbst der scheue Stenmark, dessen Weltcup-Rekord von 86 Siegen die Speed-Queen jahrelang vergeblich attackiert hatte, machte bei der großen Vonn-Jubelshow für die Kameras im Zielbereich mit. Dort hatten am Samstag die Norweger einen sportlichen Feiertag erlebt – mittendrin im Jubel für Aksel Lund Svindal befand sich das skandinavische Thronfolger-Paar als Ehrengäste. „Wir sind wirklich stolz“, schrieb die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit bei Instagram unter ein gemeinsames Foto ihrer Familie mit dem Routinier sowie dessen Teamkollege und Abfahrts-Weltmeister Kjetil Jansrud. Für die deutschen Fahrer mit Dominik Schwaiger auf Rang 25 und Josef Ferstl als 28. verlief das Rennen enttäuschend, Svindal dagegen schrieb eine der emotionalsten Geschichten dieser Titelkämpfe. „Das war eine große Show“, sagte der Altmeister. Dass ihm die Winzigkeit von 0,02 Sekunden auf seinen guten Kumpel und Gold fehlten, war egal. „Der König hat abgedankt, lang lebe der König!“, schrieb die norwegische Zeitung „Aftenposten“. „Es ist etwas schwer, aufzuhören, wenn es so gut läuft“, sagte Svindal bei der Siegerfeier, als er mit Jansrud auf dem Tresen stand, zwei Glückwunsch-Kuchen in den norwegischen Farben zu ihren Füßen. „Aber wenn es leicht wäre, hätten die letzten 16 Jahre nichts bedeutet“, ergänzte der ausnahmsweise mal emotionale Hüne. In mehr als eineinhalb Dekaden im Ski-Zirkus holte er 36 Weltcup-Siege, zweimal Olympia-Gold und fünf WMTitel. 2007 wäre er bei einem Sturz in Beaver Creek fast gestorben. Dazu kommen weitere Verletzungen im Gesicht und an der Achillessehne sowie die Kreuzbandrisse, deren Spätfolgen ihn nun zum Abschied bewegten. Svindal sei „nicht nur einer der Besten in der Geschichte des Sports, sondern auch einer der Sympathischsten. Er ist ein Vorbild“, sagte der österreichische Bronzemedaillengewinner Vincent Kriechmayr. Von Manuel Schwarz und Maximilian Haupt Der König tritt ab: ÅRE Dem norwegischen Skikönig Aksel Lund Svindal jubelte das Kronprinzenpaar zu, auf Speed-Queen Lindsey Vonn wartete die skandinavische Wintersport-Legende schlechthin. Mit famos funkelnden WM-Medaillen haben sich die zwei großen Athleten vom alpinen Renngeschehen verabschiedet. „Es ist für sie und Svindal unglaublich, die Karriere auf diese Weise zu beenden. Das ist wenigen vergönnt. Und dann auch noch nach solchen Verletzungen so zurückzukommen“, sagte Weltcup-Rekordsieger und Vonn-Stargast Ingemar Stenmark. Für Deutschland kam Viktoria Rebensburg auf Platz elf. Zuvor hatte der Schwede Vonn mit einem Blumenstrauß im Ziel empfangen. Keine 24 Stunden nach Svindals Silber-Coup im Schneetreiben von Åre raste Vonn auf den Bronze-Rang, danach zelebrierte die Amerikanerin ihr Karriere-HappyEnd: „Wir hatten beide unser märchenhaftes Ende. Heute Nacht wird gefeiert.“ „Ganz ehrlich, das ist das perfekte Ende meiner Karriere“, sagte die AusnahmeSportlerin, die nur von Titelverteidigerin und Weltmeisterin Ilka Stuhec aus Slowenien sowie der Schweizerin Corinne Suter bezwungen worden war. Trotz zwei lädierter Knie gelang Vonn der Coup, der ihr weitere Bestmarken in der Historie bescherte. Mit ihrer fünften WM-Medaille in der Abfahrt und der sechsten Weltmeisterschaft, bei der sie in die Top drei fuhr, egalisierte sie Rekorde. Mit 34 Jahren und 115 Tagen ist sie die älteste Medaillengewinnerin der WM-Geschichte. „Ich war in meinem Leben noch nie so nervös“, erzählte Vonn über ihr letztes Rennen. Wie es nun ohne den Skirennsport weitergeht, das konnte sie nicht voraussagen. Auf jeden Fall will sie sich schonen, „mein Körper ist gebrochen“, hatte sie jüngst gesagt – kein Wunder nach unzähligen Verletzungen, die ihre Laufbahn fast noch mehr geprägt haben als die 82 Weltcup-Siege, Olympia-Gold 2010, zwei WM-Titel und acht weitere dpa

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