Wann wa­ren Sie zu­letzt mal so rich­tig stolz auf ei­ne Ent­wick­lung Ih­res De­sign-teams? Wel­che Auf­ga­ben muss De­sign in der heu­ti­gen Zeit er­fül­len?

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R.H. Das kommt zum Glück häu­fi­ger vor … Un­se­re De­si­gner sind sehr flei­ßig und ich be­kom­me stän­dig neue An­sät­ze prä­sen­tiert. Mein Job ist dann, die bes­ten An­sät­ze her­aus­zu­fil­tern und zu be­stim­men, was wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Ein wirk­lich gro­ßer Wurf ist uns mit dem Ge­lenk des „Book One“ge­lun­gen, ei­nem so­ge­nann­ten Con­ver­ti­ble, al­so ei­nem Mix aus Note­book und Ta­blet. Da ha­ben wir uns auf dem Markt um­ge­schaut und er­kannt, dass es ganz vie­le Con­ver­ti­bles gibt, bei de­nen man die Bild­schir­me zum Ta­blet nach hin­ten klap­pen kann. Aber im­mer wenn die um­ge­klappt wa­ren, la­gen die bei­den Ele­men­te nicht sau­ber über­ein­an­der, weil das Ge­lenk dies nicht zu­ge­las­sen hat. Das tat uns al­len weh. Denn wir woll­ten un­be­dingt ein Ge­rät ent­wi­ckeln, bei dem der Bild­schirm im­mer bün­dig mit der Tas­ta­tur ab­schließt – egal, ob man ihn da­bei nach vor­ne oder nach hin­ten klappt. Mei­ne Auf­ga­ben­stel­lung an das De­si­gner-team war al­so klar: ei­ne Ki­ne­ma­tik zu ent­wi­ckeln, die das Ge­lenk­pro­blem löst. Schon nach kur­zer Zeit kam ein Kol­le­ge mit der Zahn­rad-idee – und ge­nau die­ses Ele­ment mach­te den Un­ter­schied. LOH R.H. Wenn ich’s in ei­nem Satz zu­sam­men­fas­sen müss­te: so we­nig De­sign wie mög­lich. In ei­ner Zeit, in der die Men­schen täg­lich von ei­ner Viel­zahl kurz­le­bi­ger Pro­duk­te um­ge­ben sind, wer­den wir uns eher mehr dar­auf kon­zen­trie­ren, Wer­tig­keit und Au­then­ti­zi­tät in un­se­rem De­sign zum Aus­druck zu brin­gen. Das ent­spricht nicht nur un­se­rer Phi­lo­so­phie, son­dern ist auch öko­lo­gisch ein gu­ter Weg. Lang­le­big­keit vor kurz­le­bi­gen Trends, denn al­les, was für den Mo­ment su­per­in­ter­es­sant ist, wird auch su­per­schnell wie­der un­in­ter­es­sant. R.H. Auch … ja, da ich seit vier­zig Jah­ren Mo­tor­rad fah­re. Ich hat­te aber schon im­mer ei­ne gro­ße Fas­zi­na­ti­on für su­per­funk­tio­na­le und mi­ni­ma­lis­ti­sche Le­bens­räu­me. Ei­ne Raum­sta­ti­on zu ge­stal­ten, das wür­de mich wirk­lich sehr rei­zen. Auf die­sem Ge­biet wird mei­ner Mei­nung nach viel zu we­nig mit De­si­gnern ge­ar­bei­tet, weil dort die Funk­tio­na­li­tät im Vor­der­grund steht. Für die Be­woh­ner ist es je­doch auch ein Le­bens­raum, in dem sie manch­mal meh­re­re Mo­na­te ver­brin­gen. Für die­se Men­schen wür­de ich gern ei­ne hoch­ef­fi­zi­en­te, an­spruchs­vol­le und äs­the­ti­sche Um­ge­bung ent­wer­fen. Die Chal­len­ge wä­re hier, das al­les auf kleins­tem Raum un­ter­zu­be­kom­men.

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