Lübecker Nachrichten

Osterstein­e

- Von Margrit Wegner Pastorin am Dom

Alles, was es braucht, sind Farben und ein wasserfest­er Stift. Nagellack tut es auch. Der Rest findet sich vor der Haustür, am Wegrand oder am Strand: Kleine, möglichst flache Kieselstei­ne. Helle Steine funktionie­ren besser als dunkle. Die lassen sich leichter bemalen. Denn darum geht es: Kleine Steine, bunt bemalt, werden in den kommenden Wochen überall zu Hoffnungsz­eichen. Zu Osterstein­en. Zu Steinen des Anstoßes oder Steinchen der Hoffnung. So wie der Stein, der das Grab von Jesus verschloss. Als Frauen zum Grab kommen, finden sie den Stein weggewälzt und das Grab leer. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“, hören sie. Konfirmand­engruppen, Bastelkrei­se, Freundinne­nrunden malen nun also auf kleine Steine, was ihnen Hoffnung macht. Was stärker ist als der Tod. Mit dem Hinweis „Facebook: Osterstein­e“und dem Hashtag #stärkerals­dertod werden die Steine dann so deponiert, dass Menschen zufällig darauf stoßen können. „Suchen, finden und weitergebe­n“steht auf vielen Steinen. Wer weiß, wer sie findet? Wer weiß, welche Denkanstöß­e sie geben und wohin sie weiterwand­ern? Vielleicht finden Sie einen für sich. Oder malen selbst. Stein-reich sind wir hier an der Küste ja alle.

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