Fo­li­en­zau­ber

Märkische Allgemeine - - LAND & LEUTE - Von Ul­rich Wan­ge­mann

Der Spar­gel­an­bau un­ter Fo­li­en ist zum Lieb­lings­hass­ob­jekt ei­ni­ger Um­welt­schüt­zer ge­wor­den. Un­ter di­cken Plas­tik­bah­nen brü­te­ten kaum noch Vö­gel, es han­de­le sich weit­ge­hend um to­te Zo­nen, sa­gen sie. Al­len vor­an die Grü­nen ge­hö­ren zu den Fo­li­en-Skep­ti­kern. Nun ist auch die EU dar­auf auf­merk­sam ge­wor­den, dass rund ein Fünf­tel des Fo­li­en­an­baus in Schutz­ge­bie­ten statt­fin­det. Wer jetzt „Fort mit dem Teu­fels­zeug!“ruft, soll­te sich Fol­gen­des in Er­in­ne­rung ru­fen: In un­se­rer win­ter­kal­ten, bei Son­nen­ein­strah­lung schnell über­hitz­ten Land­schaft wä­re der ge­werb­li­che Spar­gel­an­bau weit­ge­hend tot, ver­bö­te man Fo­li­en. Mit Hil­fe der wei­ßen und schwar­zen Bah­nen re­gu­lie­ren die Bau­ern schließ­lich die Tem­pe­ra­tur im Damm. In Spa­ni­en und Grie­chen­land rie­be man sich die Hän­de. Dort wächst das Edel­ge­mü­se auch oh­ne Fo­li­en­zau­ber. Die Front­stel­lung zwi­schen Grün­be­seel­ten und Spar­gel­bau­ern, von de­nen kein nam­haf­ter auf die Plas­tik­bah­nen ver­zich­tet, ist al­so grund­ver­kehrt. Spar­gel­bau­ern wis­sen um ih­re Ver­ant­wor­tung für die Um­welt. Et­li­che von ih­nen le­gen Grün­strei­fen für Bie­nen an und brin­gen zum Bei­spiel mit der Hei­del­bee­re neue Kul­tu­ren in die Kie­fern-Mo­no­kul­tu­ren. Öko­lo­gi­sche Zu­ge­ständ­nis­se sind mit ih­nen si­cher zu ver­han­deln, aber nicht, wenn sie als Ma­xi­mal­for­de­run­gen da­her­kom­men.

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