„Ich ha­be fertsch“

Märkische Allgemeine - - POTSDAM - Von Jens Ste­g­lich

Es ist an der Zeit, die ver­harm­los­te Dis­kri­mi­nie­rung ei­ner klei­nen Min­der­heit im welt­of­fe­nen Pots­dam auf­zu­de­cken. Als Sach­se fühl­te man sich hier schon im­mer ein biss­chen miss­ver­stan­den. Das mag auch dar­an lie­gen, dass Sach­sen sich selbst nie si­cher sind, ob sie die Wor­te wirk­lich so aus­spre­chen, wie sie ge­schrie­ben wer­den. Wenn sich et­wa ei­ner als „Gombju­dor-Eggs­ber­de“vor­stellt, dann ist das ein EDV-Fach­mann aus Dresden. Seit ein paar Ta­gen sind die Sach­sen auch The­ma im Ober­bür­ger­meis­ter-Wahl­kampf. „Die An­de­re“pla­ka­tiert un­ter AfD-Ban­nern: „Wir sind hier nicht in Sach­sen“. Stimmt. Und ja, es stimmt auch: Als Sach­se sehnt man sich manch­mal al­te Zei­ten zu­rück: das 17. und 18. Jahr­hun­dert, als die Sach­sen Kunst sam­mel­ten, Kaf­fee tran­ken und Sol­da­ten auf­nah­men, die vor dem Drill in Preu­ßens Ar­mee ins ge­müt­li­che Nach­bar­land flo­hen. Da ist noch et­was, was ent­hüllt wer­den muss: Beim in­ter­nen Vor­abOber­bür­ger­meis­ter-Vo­tum in der MAZ-Lo­kal­re­dak­ti­on hat der ein­zi­ge Sach­se im Team (ich) Lutz Bo­ede (Die An­de­re) ge­wählt. Die­se Sach­sen, nicht mal in ei­ne Schub­la­de pas­sen sie rein. So, jetzt ist noch Platz für ei­nen Schluss­satz: „Ich ha­be fertsch!“

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