Ab­bie­ge­as­sis­tent für städ­ti­sche Fahr­zeu­ge

Kei­ne Vor­schrif­ten für Auf­trag­neh­mer des Kis

Märkische Allgemeine - - POTSDAM - Pe­de

Pots­dam. Die schwe­ren Fahr­zeu­ge in den städ­ti­schen Be­trie­ben sol­len suk­zes­si­ve mit elek­tro­ni­schen Ab­bie­ge­as­sis­ten­ten aus­ge­stat­tet wer­den. Ein ge­mein­sa­mer An­trag der Frak­tio­nen CDU/ANW und SPD ist am Don­ners­tag­abend erst­mals im Werks­aus­schuss des Kom­mu­na­len Im­mo­bi­li­en­ser­vice be­ra­ten wor­den. Die Ab­bie­ge­as­sis­ten­ten war­nen LKW-Fah­rer in un­über­sicht­li­chen Si­tua­tio­nen an Kur­ven vor Rad­fah­rern und Fuß­gän­gern au­ßer­halb ih­res Blick­felds. Es han­delt sich al­ler­dings um ei­ne frei­wil­li­ge Son­der­aus­stat­tung. Die EU will die Sys­te­me nach der­zei­ti­gem Stand erst ab 2022 ver­pflich­tend ma­chen.

Der An­trag geht in sei­nen For­de­run­gen für die Stadt Pots­dam und die Ge­sell­schaf­ten mit mehr­heit­li­cher städ­ti­scher Be­tei­li­gung noch wei­ter. „Aus­schrei­bun­gen und Ver­ga­ben sol­len nur an Bie­ter er­fol­gen, die ih­re schwe­ren Lie­fer­fahr­zeu­ge mit elek­tro­ni­schen Ab­bie­ge­as­sis­ten­ten aus­ge­stat­tet ha­ben“, heißt es dar­in.

Bernd Rich­ter, Werk­lei­ter des Kom­mu­na­len Im­mo­bi­li­en­ser­vice (Kis) äu­ßer­te im Aus­schuss al­ler­dings schwe­re Be­den­ken ge­gen die­se Ein­schrän­kung. „Ich ha­be nach ei­ner Prü­fung durch Ju­ris­ten den deut­li­chen Hin­weis be­kom­men, dass das ver­ga­be­recht­lich nicht zu­läs­sig ist. Es gibt aber auch ganz le­bens­prak­ti­sche Pro­ble­me. Weil nur we­ni­ge Fir­men sol­che Sys­te­me ein­ge­baut ha­ben, wür­den wir noch we­ni­ger An­ge­bo­te auf un­se­re Aus­schrei­bun­gen er­hal­ten“, so Rich­ter. Das könn­te Bau­ver­zug be­deu­ten. Da es Ver­trä­ge zu be­son­de­ren Kon­di­tio­nen mit be­stimm­ten Lie­fe­ran­ten gibt, könn­ten die­se Fir­men im Fal­le sol­cher Be­schrän­kun­gen nicht mehr ge­nutzt wer­den – „das wür­de preis­li­che Kon­se­quen­zen ha­ben“, so Rich­ter. Schließ­lich ist es für die Mit­ar­bei­ter kaum mög­lich zu kon­trol­lie­ren, ob die Fir­men, die an Bau­stel­len an­lie­fern oder tä­tig sind, tat­säch­lich elek­tro­ni­sche Ab­bie­ge­as­sis­ten­ten in ih­ren Fahr­zeu­gen ein­ge­baut ha­ben.

Der Aus­schuss ei­nig­te sich dar­auf, dass vor­erst nur ge­prüft wird, ob das Re­gel­werk für öf­fent­li­che Aus­schrei­bun­gen an­ge­passt wird. Be­ste­hen blieb die ein­stim­mi­ge For­de­rung, dass die Stadt bei Neu­an­schaf­fun­gen, et­wa von schwe­ren Fahr­zeu­gen der Stadt­ent­sor­gung Step, dar­auf ach­tet, dass die­se mit ei­nem Ab­bie­ge­as­sis­ten­ten aus­ge­stat­tet sind.

FO­TO: TIM BRAKEMEIER / DPA

Ein Ab­bie­ge­as­sis­tent in mo­der­nen Las­tern kann Un­fäl­le mit Rad­lern ver­hin­dern.

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