5,6 Mil­li­ar­den Eu­ro für neue Bun­des­wehr-Hub­schrau­ber

Luft­waf­fe baut in Bran­den­burg ih­ren größ­ten Stütz­punkt aus

Märkische Allgemeine - - ERSTE SEITE - Von Sven Gü­ckel

Holz­dorf. Für 5,6 Mil­li­ar­den Eu­ro will Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) die Hub­schrau­ber­flot­te der Bun­des­wehr er­neu­ern. Das kün­dig­te sie ges­tern auf dem Luft­waf­fen­stütz­punkt in Holz­dorf/Schö­ne­wal­de (El­be-Els­ter) an. Zu­vor hat­te der Haus­halts­aus­schuss des Bun­des in der Nacht grü­nes Licht ge­ge­ben. Da­nach wächst der Etat des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums stär­ker als vor­ge­se­hen auf 43,2 Mil­li­ar­den Eu­ro – nach 38,5 Mil­li­ar­den Eu­ro im lau­fen­den Jahr. Da­bei geht es un­ter an­de­rem um die Be­schaf­fung von Schif­fen.

Seit mehr als zehn Jah­ren wird be­reits über ei­nen Wech­sel der Flot­te schwe­rer Trans­port­hub­schrau­ber der Bun­des­wehr de­bat­tiert. Über ei­ne so­ge­nann­te Ver­pflich­tungs­er­mäch­ti­gung darf von der Ley­en nun Er­satz für die be­tag­te CH-53 zum Per­so­nen- und Ma­te­ri­al­trans­port an­schaf­fen, die seit Jahr­zehn­ten im Dienst ist – un­ter an­de­rem in Af­gha­nis­tan.

Wie der In­spek­teur der Luft­waf­fe, Ge­ne­ral­leut­nant In­go Ger­hartz, der MAZ sag­te, ste­hen da­für zwei US-ame­ri­ka­ni­sche Mo­del­le zur Aus­wahl: die CH-47F (Chi­nook) und CK-53K (King Stal­li­on). „Im Früh­jahr 2019 wer­de ich in die USA rei­sen und dort bei­de Mo­del­le stu­die­ren“, sag­te Ger­hartz. Er geht da­von aus, dass 40 bis 60 Ma­schi­nen an­ge­schafft wer­den – ab­hän­gig von Stück­preis und Aus­stat­tung. Ziel sei, ab 2023 die neu­en Hub­schrau­ber in Dienst zu neh­men.

Et­wa die Hälf­te der neu­en Flot­te wird im Flie­ger­horst Holz­dorf an der Lan­des­gren­ze von Bran­den­burg und Sach­sen-An­halt sta­tio­niert. Die üb­ri­gen Ma­schi­nen kom­men nach Laupheim (Ba­den-Würt­tem­berg), den zwei­ten Stand­ort des Hub­schrau­ber­ge­schwa­ders 64. Ak­tu­ell sind in Holz­dorf zwölf CH-53 sta­tio­niert, die teil­wei­se bis zu 50 Jah­re alt sind und mehr­fach mo­der­ni­siert wur­den. Es ist der größ­te Luft­waf­fen-Stütz­punkt der Bun­des­wehr – un­ter an­de­rem mit ei­ner drei Ki­lo­me­ter lan­gen Lan­de­bahn.

Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um will dort in den nächs­ten Jah­ren 60 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tie­ren. Das Geld soll un­ter an­de­rem in ei­ne In­stand­set­zungs­hal­le, Un­ter­künf­te so­wie in ei­ne Feu­er­wa­che in­ves­tiert wer­den. Im Zeit­raum zwi­schen 1990 und 2014 wur­den hier be­reits 250 Mil­lio­nen Eu­ro in die In­fra­struk­tur in­ves­tiert. Die Bun­des­wehr ist in der Flä­ming-Re­gi­on ei­ner der größ­ten Ar­beit­ge­ber und In­ves­to­ren.

„Ich be­grü­ße es sehr, dass die Po­li­tik für die drin­gend not­wen­di­ge Mo­der­ni­sie­rung der Luft­waf­fe Geld gibt. Ins­be­son­de­re für die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on Trans­port­hub­schrau­ber, die wir in na­he­zu al­len Ein­sät­zen welt­weit be­nö­ti­gen“, sag­te Ger­hartz wei­ter. Das Hub­schrau­ber­ge­schwa­der 64, das sei­ne Pi­lo­ten in Holz­dorf aus­bil­det, ist seit 17 Jah­ren in den Aus­lands­ein­satz in Af­gha­nis­tan ein­ge­bun­den. Für En­de 2020 kün­dig­te Ger­hartz ei­ne Ein­satz­pau­se für den Ver­band an. Mensch und Ma­te­ri­al hät­ten ei­ne Be­las­tungs­gren­ze er­reicht, sag­te der In­spek­teur der Luft­waf­fe.

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