Maas will Abrüs­tungs­in­itia­ti­ve star­ten

Neu­ar­ti­ge Waf­fen­sys­te­me sol­len ge­äch­tet wer­den – In­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz in Ber­lin ge­plant

Märkische Allgemeine - - POLITIK - Kor

Ber­lin. Die Bun­des­re­gie­rung will ei­ne in­ter­na­tio­na­le Abrüs­tungs­in­itia­ti­ve star­ten, um ei­nen Rüs­tungs­wett­lauf zu ver­hin­dern. „Wir wol­len da­für sor­gen, dass völ­ker­recht­li­che Stan­dards mit der Ent­wick­lung hoch­mo­der­ner Waf­fen­ar­ten Schritt hal­ten“, sag­te Au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas dem Re­dak­ti­ons­Netz­werk Deutsch­land (RND).

„Man­ches da­von mag wie Sci­ence-Fic­tion klin­gen – Welt­raum­waf­fen et­wa oder Flug­kör­per mit viel­fa­cher Schall­ge­schwin­dig­keit. Wenn wir nicht vor­aus­schau­end han­deln, wird aus Sci­ence-Fic­tion bald töd­li­che Rea­li­tät“, be­ton­te Maas. „Wir ha­ben ei­ne Initia­ti­ve zur Äch­tung die­ser Waf­fen in den Ver­ein­ten Na­tio­nen ge­star­tet. Doch wir wol­len wei­ter­ge­hen und bei ei­ner in­ter­na­tio­na­len Kon­fe­renz in Ber­lin im kom­men­den Jahr die Re­gu­lie­rung neu­ar­ti­ger Waf­fen­ar­ten vor­an­brin­gen“, kün­dig­te der SPD-Po­li­ti­ker an.

Deutsch­land hat ab Ja­nu­ar 2019 für zwei Jah­re ei­nen nicht-stän­di­gen Sitz im Si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Na­tio­nen.

Maas mahn­te ei­ne Ak­tua­li­sie­rung der glo­ba­len Rüs­tungs­kon­trol­le an. „Wenn wir den Frie­den in Eu­ro­pa be­wah­ren wol­len, brau­chen wir in der Rüs­tungs­kon­troll- und Abrüs­tungs­po­li­tik ei­nen neu­en um­fas­sen­den An­satz“, sag­te der Au­ßen­mi­nis­ter und ver­wies auf das um­strit­te­ne INF-Ab­kom­men zwi­schen Russland und den USA. „Russland ver­letzt den INF-Ver­trag. Da­mit droht ein we­sent­li­cher Baustein der eu­ro­päi­schen Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur weg­zu­bre­chen“, so Maas.

Aber auch über die­ses Ab­kom­men hin­aus sei­en die gel­ten­den Re­geln „löch­rig“und oft durch tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen über­holt. „So wird et­wa Chi­nas mas­si­ve Auf­rüs­tung bis­lang von kei­ner­lei Ver­trau­ens­bil­dung be­glei­tet. Auch dort müs­sen wir für grö­ße­re Trans­pa­renz und Rüs­tungs­kon­trol­le wer­ben“, for­der­te Maas.

Deutsch­land müs­se Frie­dens­macht blei­ben. „Wir wer­den uns be­harr­lich für Abrüs­tung und Rüs­tungs­kon­trol­le ein­set­zen“, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker dem RND.

FO­TO: CHRITSOPH SOEDER/DPA

„Das Recht muss mit der Waf­fen­tech­nik Schritt hal­ten“: Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD).

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