Jus­tiz­pan­ne: Ent­las­sung hat Nach­spiel

CDU be­fragt Mi­nis­ter im Rechts­aus­schuss

Märkische Allgemeine - - BRANDENBURG / BERLIN - Gel

Pots­dam. Der Fall des ver­ur­teil­ten Mör­ders, der auf­grund ei­ner Jus­tiz­pan­ne vor­zei­tig aus der Haft ent­las­sen wur­de, sorgt für Em­pö­rung und Kopf­schüt­teln. „Das hät­te nicht pas­sie­ren dür­fen. Es ist nicht das ers­te Mal, dass Straf­tä­ter in Bran­den­burg we­gen der Über­schrei­tung ge­setz­li­cher Fris­ten aus der Haft ent­las­sen wur­den“, sag­te Dan­ny Ei­chel­baum, rechts­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU-Frak­ti­on. Im Land­tag wird der Fall ein politisches Nach­spiel ha­ben: Ei­chel­baum kün­dig­te an, Jus­tiz­mi­nis­ter Ste­fan Lud­wig (Lin­ke) bei der nächs­ten Sit­zung des Rechts­aus­schus­ses zu den Ur­sa­chen der Jus­tiz­pan­ne be­fra­gen zu wol­len.

Be­reits 2015 wa­ren zwei mut­maß­li­che Se­xu­al­straf­tä­ter nach über­lan­gen Ver­fah­rens­dau­ern aus der Un­ter­su­chungs­haft ent­las­sen wor­den. Das Cott­bu­ser Land­ge­richt da­mals hat­te auf Per­so­nal­eng­päs­se ver­wie­sen. „Wenn der Grund für die Ent­las­sung des ver­ur­teil­ten Straf­tä­ters wie­der ein­mal Per­so­nal­man­gel am Land­ge­richt Pots­dam sein soll­te, so muss das Kon­se­quen­zen ha­ben“, sag­te Ei­chel­baum.

Der An­ge­klag­te war im Fe­bru­ar zu zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt wor­den. Nach Über­zeu­gung der Rich­ter war er am 1.Weih­nachts­fei­er­tag 2015 ab­sicht­lich mit sei­ner Frau mit ei­nem Klein­wa­gen ge­gen ei­nen Stra­ßen­baum bei Gü­ter­fel­de (Pots­dam-Mit­tel­mark) ge­rast. Der An­ge­klag­te über­leb­te schwer ver­letzt, die 57-Jäh­ri­ge Frau starb. Der An­walt des An­ge­klag­ten hat­te Re­vi­si­on ein­ge­legt. Weil ihm da­für wich­ti­ge Un­ter­la­gen nicht frist­ge­recht zu­ge­schickt wur­den, hat­te er meh­re­re An­trä­ge auf Haft­un­ter­bre­chung ein­ge­bracht, das Ober­lan­des­ge­richt setz­te den Haft­be­fehl we­gen über­lan­ger Ver­fah­rens­dau­er au­ßerKraft–we­gen­ei­nerFor­ma­lie: Das Pro­to­koll der Haupt­ver­hand­lung war nicht frist­ge­recht ab­ge­ge­ben wor­den.

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