Ent­las­tung nö­tig

Märkische Allgemeine - - LAND & LEUTE - Von Igor Göld­ner

Der größ­te Pfle­ge­dienst in Bran­den­burg – das sind, wie in den meis­ten Län­dern, die pfle­gen­den An­ge­hö­ri­gen. Sie küm­mern sich rund um die Uhr zu Hau­se. Sie ge­hen oft bis an die Gren­ze der kör­per­li­chen und psy­chi­schen Be­las­tung und dar­über hin­aus. So­zi­al­ver­bän­de und Ex­per­ten war­nen schon län­ger da­vor, dass ei­nem Teil die­ser Men­schen der Voll­zeit­job, der den kom­plet­ten All­tag be­stimmt, zu an­stren­gend wird und des­halb ei­nen Aus­stieg er­wä­gen. Doch was wür­de pas­sie­ren, wenn in Bran­den­burg die pfle­gen­den An­ge­hö­ri­gen plötz­lich nicht mehr pfle­gen? Das wird nicht so­fort pas­sie­ren, soll­te aber die Po­li­tik nicht kalt las­sen. Denn vie­le Be­trof­fe­ne müss­ten in Hei­men un­ter­ge­bracht wer­den. Am­bu­lan­te Di­ens­te fehlt oft selbst das Per­so­nal, um ein­sprin­gen zu kön­nen. Das kann man sich mo­men­tan nicht vor­stel­len und schon gar nicht wün­schen – beim Blick auf die La­ge in vie­len Pfle­ge­hei­men. Al­so soll­te man drin­gend An­ge­hö­ri­ge ent­las­ten. Da­für lie­gen ei­gent­lich vie­le pass­ge­naue Ide­en auf dem Tisch – von Aus­zei­ten, Kurz­zeit­pfle­gen bis zu Haus­halts­hil­fen. Doch die­se gu­ten An­sät­ze, die Bund und Land un­ter­stüt­zen, blei­ben oft un­ge­nutzt. Weil sie zu we­nig be­kannt sind und ei­nen zu gro­ßen bü­ro­kra­ti­schen Auf­wand be­deu­ten. Und der muss drin­gend ab­ge­baut wer­den.

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